Politik

Gegen Russland: Polen fordert Nato-Stützpunkte in Ost-Europa

Lesezeit: 1 min
24.08.2015 00:54
Polen sieht in Russland eine ernste Gefahr für Ost-Europa und fordert die Einrichtung von Nato-Stützpunkten. Der polnische Präsident sieht gar „imperiale Tendenzen“ seitens Russlands.
Gegen Russland: Polen fordert Nato-Stützpunkte in Ost-Europa

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat bei seiner ersten Auslandsreise nach Estland Nato-Stützpunkte in Ostmitteleuropa als Folge des Ukraine-Konflikts gefordert. Nur so könne die Sicherheit in der Region gewährleistet werden, sagte er nach einem Treffen mit seinem estnischen Kollegen Toomas Hendrik Ilves am Sonntag in Tallinn. «Wir laden ein und erwarten, dass die befreundeten Bündnispartner Militäreinheiten und Waffen in den Gebieten stationieren, die heute die Ostflanke des Bündnisses sind», betonte er. In einer sich verändernden Welt und angesichts «imperialer Tendenzen» müsse sich auch die Nato verändern, sagte Duda, ohne Russland namentlich zu erwähnen.

Auch Ilves forderte, das Bündnis müsse auf neue Herausforderungen reagieren. «Wir müssen die klare Botschaft aussenden, dass wir bereit sind, jeden und alle Mitglieder des Bündnisses zu verteidigen.» Es gehe nicht darum, die östlichen Nato-Staaten zu beruhigen, sondern um Abschreckung. «Unser östlicher Nachbar scheint diese Region als verwundbarsten Bereich zu sehen, als einen Ort, an dem die Entschlossenheit und Verpflichtung der Nato getestet werden kann.» Deshalb sei es zwingend geboten, die nötigen militärischen Kapazitäten aufzubauen, um den neuen Herausforderungen entgegnen zu können.

«Wir dürfen uns nicht mit dem Bruch internationalen Rechts abfinden», sagte Duda mit Blick auf die Situation in der Ukraine. «Es gibt keinen Frieden ohne die Anerkennung internationalen Rechts. Auch Ilves verwies auf die Situation in der Ukraine. «Der Krieg gegen die Ukraine zeigt, wie brüchig die Freiheit ist», sagte er.

Duda hat für seinen ersten Auslandsbesuch seit seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Wochen den Jahrestag des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts vom 23. August 1939 gewählt. Dieser Vertrag zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der stalinistischen Sowjetunion sei durch sei geheimes Zusatzprotokoll «ein Pakt der Aggression gewesen, der Hitler das Tor zum Zweiten Weltkrieg öffnete», sagte er.

Russland muss solche Aussagen als Verhöhnung empfinden: Eben erst hat sich der russische Außenminister Sergej Lawrow dagegen verwahrt, dass die Geschichte des Zweiten Weltkriegs sukzessive umgeschrieben werden solle.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland DWN-Spezial: Corona-Beschlüsse: Handel begehrt gegen Bundesregierung auf, Lage ist brenzlig

Der Handelsverband HDE hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zu weiteren Einschränkungen in der Corona-Krise scharf kritisiert.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Weltwirtschaft wird sich bis 2025 nicht erholen

Eine Erholung der Weltwirtschaft dürfte bis zum Jahr 2025 nicht eintreten. Mit einer Aufhebung der Mobilitäts-Beschränkungen ist ab dem...

DWN
Politik
Politik Kanzlerin Merkel mahnt: „Es wird eine schwierige Zeit“

Bundeskanzlerin Angela Merkel stimmt das deutsche Volk im Verlauf der Corona-Pandemie auf schwere Zeiten ein.

DWN
Politik
Politik Reisen nur noch mit Corona-Impfung? Digitaler Gesundheitspass wird zur Realität

Alsbald soll beim internationalen Flugverkehr ein digitaler Gesundheitspass, der dann wegen der Corona-Krise als Impfpass dienen soll, zum...

DWN
Politik
Politik Berlins Oberbürgermeister Müller meint über neue Corona-Situation: „Geht in vielen Bereichen um Leben und Tod“

Berlins Oberbürgermeister Michael Müller meint angesichts der jüngsten Corona-Beschränkungen: „Wir sind in einer Situation, wo es...

DWN
Deutschland
Deutschland Bürger in Not: Bis zu 110.000 Privatinsolvenzen im kommenden Jahr erwartet

Im kommenden Jahr wird die Zahl der Privatinsolvenzen nach zehn Jahren des Sinkens nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei...

DWN
Politik
Politik Lockdown-Vorgabe für die Deutsche Bahn: Einzel-Reservierungen sind nur noch für Fensterplätze möglich

Aus den Beschlüssen des Lockdown-Gipfels geht hervor, dass Einzel-Reservierungen bei der Deutschen Bahn nur noch für Fensterplätze...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kein Licht am Ende des Tunnels: Jede elfte Firma sieht sich von Insolvenz bedroht

Die Corona-Krise sorgt zunehmend für Finanzprobleme bei Unternehmen. Über alle Branchen hinweg sieht sich nach einer Umfrage des...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Neueste Zahlen für die USA: Arbeitslosigkeit steigt, Wirtschaft zieht an

Daten zeichnen seit einigen Wochen ein zwiespältiges Bild von der wirtschaftlichen Lage Amerikas: während die Arbeitslosigkeit steigt,...

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Türkische Söldner in Hinterhalt gelockt, Israel greift Region Damaskus an

Kurdische Söldner sollen türkische Milizen am Dienstag in einen Hinterhalt gelockt haben. Israel griff syrischen Medienberichten zufolge...

DWN
Politik
Politik Blockade der Corona-Milliarden: Der Ton zwischen Brüssel, Warschau und Budapest wird rauer

Im Streit um die von Brüssel geforderte Verknüpfung der Auszahlung von Corona-Milliardenhilfen mit der „Rechtstaatlichkeit“ der...

DWN
Finanzen
Finanzen Neues Währungssystem: Pandemie begünstigt die Einführung des digitalen Dollars

Die Pandemie hat viele Zentralbanken davon überzeugt, dass sie digitale Währungen ausgeben müssen. Die US-Notenbank Fed will so schnell...

DWN
Politik
Politik Spahn sagte nur: „In dieser“ Pandemie wird es keine Impflicht geben

Die Medienöffentlichkeit behauptete, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Impfpflicht ausgeschlossen habe. Doch das stimmt...