Politik

Gegen Russland: USA wollen Söldner in Syrien aufrüsten

Die US-Regierung will kurz vor dem Amtsantritt von Donald Trump noch einmal eine Söldner-Offensive in Syrien lancieren. Die geplante Aufrüstung dürfte vor allem den Söldnern aus Saudi-Arabien zugutekommen.
27.12.2016 13:21
Lesezeit: 2 min

Die USA wollen laut Reuters die Söldner in Syrien aufrüsten und haben dazu eine Lockerung der Auflagen für Rüstungslieferungen an Söldner-Milizen in Syrien angekündigt. Das Außenministerium in Moskau erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA vom Dienstag, die Regierung des scheidenden Präsidenten Barack Obama versuche die Situation in der Welt zu verkomplizieren, bevor sein Nachfolger Donald Trump im kommenden Monat das Amt übernehme. Durch die Lockerung der Waffenlieferungen würden russische Flugzeuge und russische Soldaten bedroht. Saudi-Arabien fordert schon seit langem, die Söldner mit Boden-Luft-Raketen auszustatten.

Der Hintergrund der neuen US-Offensive dürfte allerdings eher defensiver Natur sein: Seit der Niederlage in Aleppo sind die Söldner etwas orientierungslos. Viele fürchten, in russische Gefangenschaft zu geraten. Die Dienste und die westlichen Militärs fürchten, dass die Russen dann bekanntmachen könnten, wer in Syrien wirklich kämpft. Dies ist auch im Hinblick auf mögliche Kriegsverbrechen problematisch. Offiziell ist im Syrien-Krieg immer wieder von einem "Bürgerkrieg" die Rede, in dem sogenannten "Rebellen" einen Freiheitskampf gegen den "Machthaber" Baschar al-Assad führen. Tatsächlich haben die USA und Saudi-Arabien sogar einen politischen Flügel der Söldner gegründet, der mit dem bombastischen Namen "Hohes Verhandlungskomitee" den Eindruck erwecken soll, als handle es sich um eine genuin syrische Oppositionsbewegung.

Tatsächlich wurde der Krieg in Syrien von außen angezettelt. Zahlreiche internationale und islamistische Söldner sind auf syrisches Territorium eingedrungen: Sie werden von westlichen Geheimdiensten direkt oder über Verbündete unter den Golfstaaten unterstützt (die detaillierte Aufstellung ist durchaus eindrucksvoll).

Besonders aktiv ist Saudi-Arabien, schon heute einer der wichtigsten Rüstungspartner Deutschlands. Erstmals hat die Regierung öffentlich zugegeben, dass Söldner aus dem islamistischen Gottesstaat in Syrien im Einsatz sind: Mehr als 2000 Staatsbürger Saudi-Arabiens kämpfen nach Regierungsangaben für dschihadistische Gruppen im Ausland. Etwa 70 Prozent von ihnen seien in Syrien im Einsatz, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der Tageszeitung Al-Hajat Montagsausgabe.

"Die Zahl der Saudi-Araber, die nachweislich in Konfliktgebieten sind, liegt bei 2093", sagte der Sprecher. Davon seien 1540 in Syrien, wo der Islamische Staat (IS) Mitte 2014 weite Gebiete des Landes unter seine Kontrolle brachte, inzwischen aber teilweise zurückgedrängt wurde. Auch im Jemen, Afghanistan und Pakistan und im Irak seien saudiarabische Kämpfer aktiv. Die tatsächliche Zahl dürfte allerdings weit über der offiziell bekanntgegebenen liegen.

Unterdessen hat auch die CIA eingeräumt, direkt in den Krieg in Syrien verwickelt zu sein.

Die syrische Regierung sondiert nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow offizielle Gespräche mit Kämpfern zur Beendigung der Kämpfe. Es gehe darum, ob eine Konferenz von Vertretern Russlands, der Türkei, des Irans und der syrischen Regierung um Vertreter der Milizen erweitert werden sollte, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Dienstag.

Das saudische "Hohe Verhandlungskomitee" sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es habe keine Kenntnis von Kontakten zwischen syrischer Opposition und Regierung. Die russische Nachrichtenagentur RIA berichtete unter Berufung auf diplomatische Quellen, Vertreter des russischen und türkischen Militärs würden mit Vertretern der Söldner-Milizen in Ankara über eine landesweite Feuerpause sprechen.

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