Finanzen

USA scheuen vor Sanktionen gegen China zurück

Lesezeit: 1 min
09.08.2017 17:12
Die US-Regierung scheut vor Sanktionen gegen chinesische Banken, die Geschäfte mit Nordkorea machen, zurück.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In der Nordkorea-Krise wollen die USA laut Insidern aus strategischen Gründen vorerst auf Strafmaßnahmen in Form von Sanktionen gegen chinesische Banken verzichten, die Geschäfte mit nordkoreanischen Partnern machen, berichtet Reuters. Eine Sanktionsliste für Finanzinstitute aus der Volksrepublik liege zwar in der Schublade, doch gebe es derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen in Washington.

China hat eine strikte Umsetzung der verschärften UN-Sanktionen gegen Nordkorea zugesagt, für die es trotz der engen Beziehungen zu dem Nachbarn im UN-Sicherheitsrat gestimmt hatte. In Washingtoner Regierungskreisen hieß es dazu, die USA wollten China derzeit nicht verärgern, da es gelte, die Daumenschrauben gegen Nordkorea stärker anzuziehen.

„Es spielte eine wichtige Rolle, dass wir China mit ins Boot geholt haben“, sagte ein Diplomat zu dem UN-Beschluss. Am Samstag hatte der Sicherheitsrat auf Drängen der USA neue Strafmaßnahmen verhängt, die Nordkorea die Ausfuhr von Kohle, Eisen, Blei und Fisch verbieten. Auslöser waren Tests von Interkontinentalraketen im Juli.

US-Präsident Donald Trump sorgte nun für eine Eskalation der Krise und drohte Nordkorea mit „Feuer und Zorn“. Wenig später konterte die Führung in Pjöngjang und drohte mit einem Präventivschlag und einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Laut US-Insidern steht China weiter unter Beobachtung. Die Geduld mit der Volksrepublik habe Grenzen, falls sie sich in der Nordkorea-Krise nicht bewegen sollte.

Trump erwägt nach Angaben aus seiner Regierung im Handelsstreit mit der Regierung in Peking die Vorbereitung von Strafmaßnahmen. Dabei geht es darum, eine Untersuchung der chinesischen Handelspraktiken auf Basis eines Gesetzes aus den 70er Jahren einzuleiten. Eine Entscheidung war vorige Woche erwartet worden, blieb aber offenbar wegen des Nordkorea-Konflikts aus. Sollte Trump weitere Schritte gegen China einleiten, droht die Entstehung eines Handelskrieges zwischen beiden Staaten.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Der betagte Präsident? Joe Bidens Zustand beim G7-Gipfel sorgt für Gesprächsstoff
15.06.2024

Das Alter von Joe Biden spielt eine zentrale Rolle im US-Präsidentschaftswahlkampf. Auch beim G7-Gipfel in Italien wird über seinen...

DWN
Politik
Politik Inflationsausgleichsprämie: Bis zu 3.000 Euro steuerfrei - wer bekommt sie tatsächlich?
15.06.2024

Seit dem 26. Oktober 2022 können Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuer- und abgabenfrei einen Betrag bis zu 3.000 Euro gewähren. Das...

DWN
Politik
Politik Unser neues Magazin ist da: Das neue digitale Gesundheitswesen – Fluch oder Segen für Deutschland?
15.06.2024

Das deutsche Gesundheitssystem kriselt. Lauterbachs Krankenhausreform ist womöglich nicht der Ausweg, stattdessen könnte eine umfassende...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsche Weinbauern reüssieren im Export - starke Nachfrage aus China 
15.06.2024

Deutschland ist berühmt für seine vorzüglichen Riesling-Weine. Das wird auch international anerkannt. Und es scheint so, als ob...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung bedrohen den ehrlichen Mittelstand: Welche Lösungen gibt es?
15.06.2024

Der Zoll geht aktuell deutschlandweit gegen Schwarzarbeit vor - und das ist dringend notwendig: Deutschen Unternehmen gehen jährlich 300...

DWN
Politik
Politik Deutsche Investitionen bedroht: Würth äußert sich besorgt über AfD-Erfolg
15.06.2024

Der Unternehmer Reinhold Würth äußerte Enttäuschung über das Abschneiden der AfD bei der Europawahl, insbesondere in Künzelsau, wo...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt weiter - Hoffnung auf Trendwende schwindet
15.06.2024

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland steigt weiter an, ohne Anzeichen einer baldigen Trendwende. Experten prognostizieren...

DWN
Politik
Politik Ukraine-Hauptquartier: Amerikaner übergeben Nato-Mission ausgerechnet Deutschland
14.06.2024

Die Nato plant, die internationalen Waffenlieferungen und Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte zu koordinieren. Deutschland fällt...