EU leitet Prüfung von Bayers Monsanto-Übernahme ein

Die EU-Kommission leitet eine tiefgreifende Prüfung der geplanten Übernahme von Monsanto durch Bayer ein.

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EU-Kommissarin Margrethe Vestager führt erneut eine Prüfung der Monsanto-Übernahme durch. (Foto: dpa)

EU-Kommissarin Margrethe Vestager. (Foto: dpa)

Die EU-Kommission nimmt die geplante Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer genauer unter die Lupe, berichtet Reuters. Die Kommission leitete am Dienstag eine eingehende Prüfung des rund 66 Milliarden Dollar schweren Zukaufs ein, mit dem Bayer zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut aufsteigen will. Die Kommission sei besorgt darüber, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in den drei Bereichen Pestiziden, Saatgut und agronomische Merkmale beeinträchtigen könne. Bei agronomischen Merkmalen handelt es sich um Charakteristika von Pflanzen wie Größe oder Resistenz gegen bestimmte Krankheiten oder Pestizide, die in Laboren entwickelt werden können.

Die Kommission hat nun bis zum 8. Januar 2018 Zeit, um eine Entscheidung zu fällen. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern will die Übernahme eigentlich bis Ende dieses Jahres abschließen.

„Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztlich auch für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung“, sagte die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Die Kommission habe Bedenken, „dass die geplante Übernahme den Wettbewerb auf einer Reihe unterschiedlicher Märkte einschränken könnte, was zu höheren Preisen, einer geringeren Qualität, weniger Auswahl und geringerer Innovation führen würde“. Die Kommission müsse „auf diesen Märkten einen wirksamen Wettbewerb sicherstellen“.

Bayer und Monsanto legten der Kommission Ende Juli Zugeständnisse vor, um deren Bedenken auszuräumen. Diese reichten nach Einschätzung der Wettbewerbshüter aber nicht aus, um die „ernsthaften Zweifel“ an der Vereinbarkeit des Zusammenschlusses mit dem EU-Wettbewerbsrecht zu zerstreuen.

Die Übernahme Monsantos durch Bayer ist umstritten, weil das von Monsanto im Unkrautvernichtungsmittel Roundup verwendete Mittel Glyphosat im Verdacht steht, Krebs auszulösen. Die Übernahme wurde von Bayer mit hohen Neuschulden gestemmt.

Bayer erklärte, der Konzern habe „aufgrund der Größe und des Umfangs der geplanten Übernahme“ von Monsanto eine nähere Untersuchung erwartet. Bayer sei von den Vorteilen des geplanten Zusammenschlusses für die Landwirte und Kunden überzeugt und werde die EU-Kommission bei der Untersuchung wie bisher eng und konstruktiv unterstützen, erklärte Bayer in Leverkusen.

Neben der EU-Kommission müssen zahlreiche Kartellbehörden – unter anderem auch in den USA – der Übernahme noch ihre Zustimmung geben. Die Wettbewerber Syngenta und ChemChina sowie Dow Chemical und DuPont benötigten für den Abschluss ihrer Mega-Deals deutlich länger als geplant, auch weil die Wettbewerbshüter angesichts der Übernahmewelle in der Agrarchemiebranche Bedenken anmeldeten und die Zusammenschlüsse genauer prüften. Um grünes Licht zu erhalten, wird Bayer sich von Geschäften trennen müssen. Hohes Interesse an diesen wird vor allem dem Chemiekonzern BASF nachgesagt, der in der Konsolidierungswelle bislang außen vor blieb.

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