Finanzen

JP Morgan: Bitcoin ist Betrug, schlimmer als die Tulpenzwiebel

Lesezeit: 2 min
12.09.2017 17:22
Nachdem Medienberichte für Unruhe bei Bitcoin-Händlern gesorgt hatten, hat sich die Lage zu Wochenbeginn wieder beruhigt.
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Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, hat am Dienstag den Bitcoin Kurs auf Talfahrt geschickt. Dimon sagte laut Bloomberg, er würde jeden Händler feuern, der mit Bitcoin handle. Die sei "gegen unsere Regeln und dumm". Dimon bezeichnete Bitcoin als einen "Betrug", der "schlimmer sei als die Tulpenzwiebel". Er spielte damit auf die erste große globale Hysterie an, als in den Niederlanden im 17. Jahrhundert Tulpenzwiebeln als Investment angepriesen wurden. Die Hysterie endete in einem veritablen Crash, bei dem die meisten Kleinanleger ihr Geld verloren. Dimon sagte, der Verbote der chinesischen Regierung zeigten, dass die Regierungen Kryptowährungen nicht akzeptieren würden, weil sie den Fluss des Geldes kontrollieren wollten.

Am Montag berichteten Bloomberg und das Wall Street Journal über angebliche Pläne der chinesischen Regierung, den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen an den heimischen Börsen zu verbieten. China steht noch immer für rund ein Viertel des weltweiten Bitcoin-Handels. Zuvor hatte am Freitag bereits das chinesische Wirtschaftsblatt Caixin über das angeblich geplante Handelsverbot berichtet. In der Folge war der Bitcoin-Kurs vor allem an den chinesischen Bitcoin-Börsen bis Sonntag um rund 25 Prozent eingebrochen. Doch seitdem hat sich der Kurs wieder deutlich erholt.

Die Medienberichte aus China und den USA berufen sich auf anonyme Quellen, denen zufolge das geplante Verbot nur für den Handel an den Börsen gelten soll. Der direkte Handel sei nicht betroffen. Die chinesische Zentralbank hat bisher nicht auf Presseanfragen zu den Berichten geantwortet.

„Das Handelsvolumen würde auf jeden Fall abnehmen“, zitiert Bloomberg Zhou Shuoji von der Firma FBG Capital, die in Kryptowährungen investiert. Zwar würden die alten Nutzer trotz des Handelsverbots weiter mit Kryptowährungen handeln, doch die Eintrittshürde für neue Nutzer wäre zu hoch.

Einen Preiseinbruch im Falle eines Handelsverbots an Chinas Börsen erwartet Zhou Shuoji nicht. Chinesische Bitcoin-Anleger hätten auch die Möglichkeit, ein mögliches Verbot zu umgehen. Wegen der stärkeren Regulierung von Bitcoin ist Chinas Anteil am weltweiten Bitcoin-Markt zuletzt deutlich zurückgegangen.

Bobby Lee, der Chef von BTCC, der ältesten Bitcoin-Börse in China, hatte bereits am Freitag auf Twitter geschrieben, dass die chinesischen Medienberichte über das angeblich geplante Handelsverbot für Kryptowährungen möglicherweise „Fake News“ sind.

Am Montag und Dienstag verzeichneten die drei großen chinesischen Bitcoin-Börsen OKCoin, BTC China und Huobi jedenfalls keine Einstellung des Handels, sondern die üblichen Handelvolumina. Zudem liegt der Bitcoin-Kurs am Dienstagnachmittag wieder rund 20 Prozent über seinem Tief vom Sonntag.

Auch wenn die Berichte über ein geplantes Handelsverbot noch unbestätigt sind, es wäre der chinesischen Zentralbank durchaus zuzutrauen. Anfang September hatte Chinas Zentralbank bereits Initial Coin Offerings für illegal erklärt und damit die Kurse der beiden größten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum abstürzen lassen.

Bei einem ICO sammelt ein Start-up mithilfe von Kryptowährungen Geld ein. Wie bei einem Börsengang Aktien verkauft werden, so können Investoren bei einem ICO Einheiten einer Kryptowährung (Tokens) erwerben, die speziell für dieses ICO geschaffenen wurde. Sie bezahlen für gewöhnlich mit Bitcoin oder Ethereum.

Aufgrund des ICO-Verbots in China ist der für den 17. September in Shanghai geplante Token Economy Summit  abgesagt worden. Die Konferenz wurde von der Fintech Blockchain Group organisiert, einem Hedgefonds im Bereich der Kryptowährungen.

Ein Sprecher der Konferenz erklärte die Absage damit, dass die Veranstaltung in der aktuellen Lage „zu riskant“ wäre. Zu der Konferenz in Shanghai waren mehr als 1.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt für Gesprächsrunden und ICO-Workshops erwartet worden.

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