Bond-Markt: Neue Schulden werden für die USA teuer

Der Renditeabstand zwischen den Anleihen der USA und der Bundesrepublik ist auf den höchsten Stand seit 1997 gestiegen.

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Wenige Stunden vor der allgemein erwarteten Zinserhöhung der Notenbank Fed steigt der Renditeabstand zwischen den Anleihen der USA und der Bundesrepublik auf den höchsten Stand seit 1997. Die zweijährigen Treasury Bonds rentierten am Mittwoch zeitweise bei plus 2,345 Prozent und damit nur knapp unter ihrem Neuneinhalb-Jahres-Hoch vom Dienstag. Ihre deutschen Pendants rentierten bei minus 0,585 Prozent. Geldpolitisch hinke die Euro-Zone den USA trotz der brummenden Konjunktur um Jahre hinterher, sagte Chris Scicluna, Chef-Analyst des Brokerhauses Daiwa.

Bei Anlegern gilt als ausgemacht, dass der frisch gebackene Fed-Chef Jerome Powell am Abend (MEZ) eine Anhebung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf die dann neue Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent verkündet. Es wäre die sechste Zinserhöhung seit Ende 2015. Spannender ist Börsianern zufolge die Frage, ob Powell für 2018 insgesamt drei oder vier Schritte signalisiert. Von der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten Experten frühestens Mitte 2019 eine erste Anhebung des Schlüsselsatzes, der aktuell bei null Prozent liegt.

US-Präsident Donald Trump setzt mit seiner Steuerreform und einem geplanten Infrastruktrurprogramm auf schnelleres Wachstum der US-Wirtschaft. Unter anderem will Trump eine massive Erhöhung der Militärausgaben durchziehen. Es sollen jährlich 700 Milliarden Dollar in den Militärhaushalt fließen. Allerdings ist noch völlig unklar, wie der Stimulus finanziert werden soll. Trump hat sich mit dem Kongress auf ein zweijähriges Übergangsbudget geeinigt.