China senkt Reserve-Anforderung für Banken

Die chinesische Regierung stärkt ausgewählte Banken durch eine Minderung der Kapitalanforderungen.

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Blick auf die Zentrale der People's Bank of China (PBOC) in Peking. Sie senkt die Reserve-Anforderung für ausgewählte Geldhäuser in Peking. (Foto: dpa)

Blick auf die Zentrale der People’s Bank of China (PBOC) in Peking. (Foto: dpa)

Die chinesische Notenbank senkt die Reserve-Anforderung für einige ausgewählte Geldhäuser. Wie die People’s Bank of China (PBOC) in Peking mitteilte, wird der Satz für bei der Notenbank zu haltende Reserven zum 25. April um einen Prozentpunkt verringert. Der allgemeine Reservesatz beträgt derzeit 17 Prozent. Mit dem Schritt sollen kleinere und mittelgroße Unternehmen unterstützt und die Liquidität im Bankensektor sichergestellt werden, hieß es von der Notenbank.

Der Mindestreservesatz legt fest, welchen Teil ihrer Einlagen Kreditinstitute bei der Notenbank hinterlegen müssen. Je niedriger die Quote ausfällt, desto mehr Spielraum steht den Banken bei der Kreditvergabe zur Verfügung. Der aktuelle Schritt kann daher als geldpolitische Lockerung interpretiert werden. Weil er sich aber nur auf ausgewählte Banken bezieht, dürfte sich die Wirkung in Grenzen halten.

Nach Einschätzung des britischen Analysehauses Pantheon reiht sich der Schritt in die Strategie der chinesischen Notenbank ein, den Schattenbankensektor durch Stärkung der konventionellen Banken zurückzudrängen, indem diesem mit den gesunkenen Reserveanforderungen mehr Handlungsfreiheit gewährt wird.

Den Schattenbanken wird speziell in China ein großes Risikopotenzial zugesprochen, da sie sich der Kontrolle des Staates entziehen. Zugleich gelten sie als relativ beliebt, da sie Kredite zu meist günstigeren Zinsen vergeben und Einlagen oft zu höheren Zinsen annehmen als die staatlich kontrollieren Banken. Die Regierung in Peking jedoch fürchtet den Ausbruch einer Schuldenkrise im Land, welche ihre Herrschaft schwer erschüttern könnte.

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