USA wollen saudische Militär-Präsenz in Syrien errichten

Die USA und Saudi-Arabien haben sich offenbar darauf geeinigt, dass die Kurden-Milizen die Gebiete östlich des Euphrats an arabische Stämme abtreten sollen.

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag fanden in der nordsyrischen Stadt Qamischli, die von den Kurden-Milizen kontrolliert wird, mehrere Detonationen statt, berichtet die Zeitung Habertürk. Die Explosionen sollen in einem Gebäude stattgefunden haben, das der Kurden-Miliz YPG als Waffenlager diente. Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Ilke Haber Ajansi (ILKHA) bestätigt den Vorfall, der sich am Mittwoch um 12 Uhr ereignet haben soll. Vor den Explosionen sollen Schüsse von Maschinengewehren gehört worden sein.

Ein hochrangiges Mitglied der YPG, das anonym bleiben wollte, sagte der kurdischen Nachrichtenagentur BasNews, die in der Autonomen Region Kurdistans im Nordirak (KRG) ansässig ist, die USA wollen östlich des Euphrats gemeinsam mit den Golf-Staaten eine neue arabische Armee gründen. Der Guardian bestätigt diesen Vorstoß.

Washington wolle dieser neuen arabischen Armee, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) finanziert werden soll, die Kontrolle über die Gebiete der Kurden-Milizen östlich des Euphrats übergeben.

US-Präsident Donald Trump hatte vor einigen Monaten angekündigt, dass er eine Art Arabischer NATO ins Leben rufen wolle. Sie soll sich gegen den Iran richten.

Die Idee könnte auf den Widerstand Russlands treffen, sollte es zu Kampfhandlungen kommen: Russland werde trotz US-Drohungen keinen stärkeren Einsatz von Gewalt seitens der westlichen Nationen gegen das souveräne Syrien zulassen, sagte der russische Gesandte der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Alexander Schulgin, am Donnerstag laut TASS.

Washington, Riad und Abu Dhabi hätten sich darauf geeinigt, dass zunächst die Stadt Rakka der Söldner-Truppe Dschaisch al-Islam übergeben wird. Nach Informationen von BasNews soll die neue arabische Armee zu 60 Prozent aus Arabern und zu 40 Prozent aus Kurden, Assyrern und Turkmenen bestehen. Der Generalsekretär des Hohen Rats der syrischen Stämme Mazal Hamad el Esadi sagte, dass dieser Schritt aufgrund des Drucks der Türkei auf die US-Regierung vorgenommen werde. Die Türkei plane, die Kurden-Milizen aus Manbidsch, Rakka und Hassaka zu vertreiben, um diese Gebiete den arabischen Stämmen zu überlassen. El Esadi zufolge hätten die arabischen Stämme sehr gute Beziehungen zu Ankara und Riad. „Aus dem Norden und Osten Syriens sind zwei Millionen Syrer in die Türkei geflohen und leben dort. Der Großteil dieser Menschen gehört bestimmten Stämmen im Norden und Osten Syriens an”, so der Generalsekretär. Die Türkei verfolge damit das Ziel, vor allem ihre Grenzen zu Syrien zu sichern.

Die syrische Armee (SAA) hat am Montag und Dienstag in al-Hajar al-Aswad im Süden von Damaskus einen militärischen Erfolg erzielt. Nach Angaben der syrischen staatlichen Nachrichtenagentur SANA sollen Verbände der SAA am Donnerstag die Kontrolle über mehrere Gebäude, Tunnelsysteme und befestigte Positionen übernommen haben, die zuvor von extremistischen Söldnern gehalten wurden. Dutzende Söldner sollen bei der Offensive getötet worden sein. Bei der Operation im Süden von Damaskus geht es vor allem darum, die Versorgungs- und Kommunikationsverbindungen zwischen Söldnern in der Region zu demontieren und abzuschneiden.

Zudem plant die SAA, ein Gebiet in Homs zurückzuerobern, das von Söldnern kontrolliert wird. Bei den anvisierten Gebieten im Norden von Homs handelt es sich um die Städte Rastan, Talbiseh und Houla. Die syrische Regierung zieht es vor, dass die Söldner in den drei Städten ihre Waffen niederlegen, um evakuiert zu werden. „Bewaffnete Gruppen warten darauf, den Ernst und die Entschlossenheit der militärischen Aktion des Staates zu spüren, bevor sie sich einer ernsthaften Diskussion über ein Versöhnungsabkommen nähern. Die Optionen sind offen: volle Versöhnung oder militärische Aktionen, wo immer dies nötig ist”, zitiert der englischsprachige Dienst von Reuters Ali Haidar, der zuständige syrische Minister für die Aussöhnung mit den Söldnern.

Nach Informationen von RFS Media, der Nachrichtenagentur der Freien Syrischen Armee (FSA), soll die russische Luftwaffe am Donnerstag-Nachmittag Stellungen der FSA-Söldner in Kafr Zeita (Provinz Hama) angegriffen haben. Die Luftangriffe hätten im nördlichen Teil der Stadt stattgefunden, so die Agentur.

Die SAA soll am Donnerstagnachmittag damit begonnen haben, das Dorf Kissin in der Provinz Homs anzugreifen, so RFS Media. In Kissin befinden sich Söldner-Einheiten.

Weiterhin berichtet die Nachrichtenagentur der FSA, dass Söldner-Verbände Checkpoints im Süden von Hama angegriffen haben.

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