UBS: Krisen in Übersee finden über Spanien den Weg nach Europa

 

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25.04.2019 17:16
Die Schweizer Großbank warnt vor den immensen Investitionen, welche insbesondere spanische Banken in Übersee getätigt haben. Kommt es dort zu Krisen, schwappen die Probleme nach Europa über.
UBS: Krisen in Übersee finden über Spanien den Weg nach Europa

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Die Schweizer Großbank UBS hat darauf hingewiesen, dass das starke Engagement spanischer Banken in den lateinamerikanischen Märkten und in der Türkei eine Ansteckungsquelle für künftige Krisen in Europa darstellen könnte, berichtet der Finanzblog Wolfstreet.

80 Prozent des gesamten Bankengagements der Eurozone in Südamerika werden demnach durch Spanien geleistet, dessen Banken rund 384 Milliarden Euro an Forderungen in der Region haben.

Ein Finanz-Schock in den aufstrebenden und sich entwickelnden Märkten könnte auch die Wirtschaft der Eurozone bremsen, schreiben Analysten der UBS. Das Engagement der spanischen Banken in Lateinamerika entspricht etwa 30 Prozent des spanischen BIP und macht sowohl das Land als auch die Eurozone anfällig für Ansteckungseffekte einer Krise, die sich in einer der großen Volkswirtschaften entwickeln könnte. Allen voran Argentinien steht dabei im Fokus, welches hochverschuldet ist und mit einer Inflation von jährlich 50 Prozent kämpft.

Es ist das zweite Mal in diesem Jahr, dass die UBS vor dem Zustand spanischer Banken warnt. Bereits im Januar sorgte die Bank für Aufsehen, als sie die Probleme des spanischen Bankensektors beschrieb. Zum einen könnte das nachlassende Wirtschaftswachstum zusammen mit der steigenden Wahrscheinlichkeit, dass die Nullzinsen in der Eurozone nicht enden, die Margen der Banken negativ beeinflussen. Andererseits wurden die niedrigen Kapitalquoten der spanischen Banken als Problem identifiziert. Die meisten spanischen Banken, einschließlich des Riesen Santander, weisen Kapitalquoten auf, die unter dem von der EZB festgelegten Mindestwert von 12 Prozent liegen. Darüber hinaus stellen kostspielige Rechtsstreitigkeiten nach wie vor ein großes Risiko für den spanischen Bankensektor dar.

Angesichts dieser niedrigen Kapitalquoten ist nicht klar, wie der Sektor erhebliche negative Auswirkungen auffangen kann, warnt die UBS.

Ende 2017 warnte der IWF in einer Einschätzung des spanischen Finanzsektors, dass die bedeutende internationale Präsenz der größten Banken des Landes zwar willkommene Diversifikationseffekte bietet, aber auch erhebliche Risiken aufweist. Am besorgniserregendsten sei Spaniens Bankengagement in den beiden großen Volkswirtschaften Lateinamerikas, Brasilien und Mexiko. In Brasilien hatten die spanischen Banken im dritten Quartal des Jahres 2018 ein Gesamtengagement in Höhe von 150 Milliarden Dollar. Dies entspricht rund 47 Prozent der gesamten ausländischen Bankinvestitionen. Für Banco Santander ist Brasilien der mit Abstand größte Markt, wo derzeit 26 Prozent des weltweiten Betriebsgewinns generiert werden, während es in Spanien nur 17 Prozent sind. Das spanische Geldhaus plant auch, seine Präsenz in Mexiko auszubauen, indem es die verbleibenden börsennotierten Aktien seiner mexikanischen Tochtergesellschaft im Wert von etwas mehr als 2,5 Milliarden Euro erwirbt. Laut El País will die Bank die hohen Zinssätze in Mexiko von derzeit 8 Prozent (im Vergleich zu 0% in der Eurozone) sowie das im Markt vorhandene Kreditwachstum nutzen. Allein im Jahr 2018 hatte Santander Mexico seine Kreditvergabe um 16 Prozent erhöht. In Mexiko haben spanische Banken bereits über 160 Milliarden Dollar in die Wirtschaft investiert, was 42 Prozent des gesamten Auslandsbankengagements entspricht. Diesmal ist es BBVA, die über ihre Tochtergesellschaft BBVA Bancomer, die größte Bank Mexikos, das Schwergewicht hebt.

Das am unmittelbarsten herrschende Marktrisiko für spanische Banken liegt jedoch in der Türkei, wo eine Wiederholung der Währungskrise aus dem vergangenen Jahr entstehen könnte. Die Arbeitslosenquote erreichte in dieser Woche ein fast zehnjähriges Hoch, während die Lira gegenüber dem Dollar auf ein sechsmonatiges Tief sank. Im ersten und dritten Quartal 2018 reduzierten spanische Banken ihr Engagement in der türkischen Wirtschaft zwar um rund ein Viertel von 82 Milliarden Euro auf 62 Milliarden Euro. Sie sind jedoch immer noch viel exponierter als alle anderen ausländischen Banken. Wenn in der Türkei eine Krise ausbrechen sollte, besteht das größte Risiko für die dort tätigen ausländischen Banken, wie die spanische BBVA, die italienische Unicredit, die holländische ING und die britische HSBC, darin, dass türkische Kreditnehmer ihre Fremdwährungskredite nicht mehr bezahlen können und ausfallen.

Keine Bank ist einem solchen Risiko so sehr ausgesetzt wie die BBVA, welche aufgrund des Einbruchs der Lira und der schwächelnden Aktien ihrer türkischen Tochtergesellschaft Turkiye Garanti Bankasi AS bereits mehr als 60 Prozent ihrer Investition in der Türkei verloren hat.


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