Ab welcher Größe lohnen sich Blockheizkraftwerke für Unternehmen?

 

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08.05.2019 13:19
Wegen ihrer Energieeffizienz und der staatlichen Förderung versprechen Blockheizkraftwerke (BHKW) satte Renditen. Doch für wen lohnen sich die Anlagen wirklich?
Ab welcher Größe lohnen sich Blockheizkraftwerke für Unternehmen?
Blockheizkraftwerke als Investition können gute Renditen erbringen. (Foto: Stadtwerke Waldshut-Tiengen GmbH)

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Mit Blockheizkraftwerken (BHKW) kann man gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Die modularen Anlagen sind so klein, dass sie auch in Eigenheimen oder in kleineren Firmen eingesetzt werden. Im besten Fall kann der Besitzer des Blockheizkraftwerks einen Teil des selbst erzeugten Stroms ins Stromnetz einspeisen.

Blockheizkraftwerke kann man mit einer ganzen Reihe von Brennstoffen betreiben und es gibt sie in vielen Größen - für den Einsatz im kleinen Einfamilienhaus bis zu industriellen Anwendungen. Wirtschaftlich ist der Einsatz dieser stromproduzierenden Heizungen aber nur mit langen durchgehenden Laufzeiten.

Es gibt mittlerweile sehr viele Hersteller am Markt, die effiziente, geräuscharme Blockheizkraftwerke als Serienprodukte anbieten. Als Brennstoff kommen Erdgas, Flüssiggas, Pflanzen- und Heizöl zum Einsatz. Aufgrund der steigenden Strompreise sind sie in Deutschland inzwischen sehr beliebt.

Neben den möglichen Kosteneinsparungen steigert man durch den Einbau eines Blockheizkraftwerks den Immobilienwert. Zudem macht sich mit eigener Wärme und eigenem Strom unabhängiger. Und man tut etwas für die Umwelt, ohne dabei die Optik der Immobilie zu beeinflussen, wie dies etwa mit einer Solaranlagen der Fall wäre.

Blockheizkraftwerke für Einfamilienhäuser

Die kleinsten Blockheizkraftwerke für Einfamilienhäuser sind mit Kosten um 10.000 Euro deutlich teurer als normale Erdgasheizungen. Doch in einigen Fällen können sie sich dennoch lohnen, wenn sie möglichst durchgehend laufen. Sie werden im Keller installiert und in das vorhandene Strom- und Wärmesystem integriert.

Die Anlagen für Einfamilienhäuser dienen in erster Linie als Heizung. Der erzeugte Strom spart zwar Kosten, reicht aber in der Regel nicht für einen ganzen Haushalt. Dennoch amortisieren sich die Anlagen aufgrund des zusätzlich erzeugten Stroms nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren, wenn sie stark ausgelastet werden.

BHKW für Mehrfamilienhäuser

Die sogenannten Mikro-BHKW haben eine elektrische Leistung von 2,5 Kilowatt bis 15 Kilowatt und eignen sich daher am besten für Mehrfamilienhäusern. Auch sie haben lediglich die Größe eines Kühlschranks und können daher im Keller installiert werden. Erdgas ist hier der beliebteste Brennstoff.

Ein Mikro-Blockheizkraftwerk kostet inklusive Installation etwa 20.000 Euro. Damit sich die Anlage lohnt, sollte sie möglichst durchgehend laufen und eine hohe Auslastung haben. Überschüssiger Strom kann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden, sodass das BHKW Einnahmen generiert.

Staatliche Förderung

Beim Kauf eines Blockheizkraftwerks kann man beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung beantragen. Dafür muss man jedoch eines der zahlreichen Modelle auf der Liste der förderfähigen Anlagen auswählen. Die Förderhöhe richtet sich nach der Leistung des BHKW und liegt bei maximal 3.500 Euro.

Außerdem kann man für den Einbau eines BHKW einen günstigen Förderkredit Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten, die dem Bundesfinanzministerium untersteht. Zusätzlich erhält man eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung für seinen überschüssigen Strom, den man in das öffentliche Netz einspeist.

Blockheizkraftwerke für Unternehmen

Für die sogenannten Mini-BHKW mit einer elektrischen Leistung von 15 Kilowatt bis 50 Kilowatt zahlt man mindestens 30.000 Euro plus Installationskosten. Allerdings können sich die Anschaffungskosten durch die erheblichen Einsparungen bei Wärme- und Stromkosten schon nach wenigen Jahren amortisieren.

Mini-BHKW kommen etwa in kleineren Betrieben, im Einzelhandel, in Restaurants, in Behörden oder in Schwimmbädern zum Einsatz. Sie müssen regelmäßig gewartet werden. Am besten plant man dies zusammen mit dem Hersteller bereits beim Erwerb der Anlage in Form eines Wartungsvertrags.

Für Industriebetriebe mit Schichtbetrieb sind Blockheizkraftwerke ganz besonders wirtschaftlich, da sie dort fast dauerhaft in Betrieb sind. Viele Unternehmen nutzen den selbst produzierten Strom nicht nur in der Fertigung, sondern auch zur Kühlung von Produkten oder ganzen Räumen.

Ein Monitoring des BHKW ist sinnvoll

Das Modehaus Ebbers in Warendorf hat 2017 im Rahmen einer Modernisierung ergänzend ein Erdgas-Blockheizkraftwerk installiert. Mit der neuen Anlage, vor allem auch durch die effizientere Lüftungsanlage, hat das Unternehmen den Gasverbrauch halbiert und spart nun bei den Betriebskosten rund 34.000 Euro pro Jahr.

Das Modehaus kann nun seine Nachbarn mit Strom versorgen, und beim Zahnarzt wird auch im Sommer Warmwasser gebraucht, das man jetzt ebenfalls mithilfe des BHKW erzeugt. Geschäftsführer Christoph Berger sagt den Deutschen Wirtschaftsnachrichten, dass sich die Investition bereits nach fünf Jahren amortisiert.

Aus seiner Erfahrung empfiehlt der Einzelhändler, dass es sinnvoll ist, von Anfang an ein Monitoringsystem einzubauen. "Keine Energiemaßnahme ohne Monitoring", sagt er. Denn wenn man Verbrauch und Output der Anlage im Betrieb beobachtet, kann dies noch erhebliches Potential für Effizienzsteigerungen freisetzen.

Am besten gefällt Christoph Berger die gute Luft seit der Modernisierung. Denn eine vollautomatische Steuerung stimmt nun über Messpunkte Wärme, Luft und Kohlendioxid-Werte optimal aufeinander ab. Er plant bereits ein zweites BHKW, das im Zusammenspiel mit einer Absorptionsmaschine auch Kälte generieren können soll.

Neue EEG-Meldepflicht bringt Probleme für Stromproduzenten

Doch Berger hat auch eine Warnung im Hinblick auf Investitionen in die Stromproduktion. Zwar hat er etwa im Zusammenhang mit den BHKW-Förderanträgen reichlich Erfahrung mit der deutschen Bürokratie gesammelt. Doch die neue EEG-Mel­de­pflicht scheint ein Monster zu sein.

Durch das seit dem 1. Januar 2019 geltende Energiesammelgesetz werden viele Unternehmer und auch Privathaushalte zu Stromlieferanten und unterliegen plötzlich der EEG-Meldepflicht. In diesem Punkt ist die Bundesregierung den seit 2017 geäußerten Warnungen von Verbänden und Experten nicht nachgekommen.

Auch kleine Stromerzeuger müssen nun tagesgenau erfassen, wem sie ihren Strom zur Verfügung stellen, und dies an die Bundesnetzagentur melden. Beim Modehaus Ebbers in Warendorf etwa gilt dies sogar für Handwerker, die dort lediglich kurze Wartungsarbeiten durchführen und dafür kostenlos Strom aus dem BHKW nutzen.

Wenn ein Stromlieferant seine Stromabnehmer nicht wie gesetzlich vorgeschrieben an die Bundesnetzagentur nach Bonn meldet, droht ihm etwa der Wegfall von Fördermitteln. Sanktionen drohen aber nicht nur kleinen Betreibern von Blockheizkraftwerken, sondern ebenso Betreibern von Photovoltaikanlagen.



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