Supermarktkette Carrefour meldet Umsatzplus durch Blockchain

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 2 min
04.06.2019 17:33
Die französische Supermarktkette Carrefour verzeichnet einen Umsatzanstieg durch den Einsatz von Blockchain zum Tracking von Fleisch, Milch und Obst von der Farm bis zum Geschäft.
Supermarktkette Carrefour meldet Umsatzplus durch Blockchain
Die Kunden der französischen Supermarktkette Carrefour zeigen Interesse an den Möglichkeiten von Blockchain. (Foto: AFP)
Foto: AFP

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Carrefour verzeichnet einen Umsatzanstieg durch den Einsatz von Blockchain zum Tracking von Fleisch, Milch und Obst von der Farm bis zum Geschäft. Der französische Einzelhändler wird die Technologie auf weitere Produkte ausdehnen, um das Vertrauen der Kunden zu stärken.

Das digitale Tracking mithilfe von Blockchain ermöglicht es, detaillierte Informationen über Produkte zu erhalten, etwa wann sie geerntet und verpackt wurden. Dies gibt dem Kunden die Gewissheit über die Qualität der von ihm gekauften Artikel. So kann er zum Beispiel gentechnisch veränderte Produkte, Antibiotika oder Pestizide vermeiden.

Carrefour setzt die Technologie bereits für 20 Artikel ein, darunter Hühnerfleisch, Eier, Milch, Orangen, Schweinefleisch und Käse. Noch in diesem Jahr wird das Unternehmen weitere 100 Produkte hinzufügen, wobei der Schwerpunkt auf Bereichen liegt, in denen die Verbraucher Sicherheit wünschen, wie Baby- und Bio-Produkte.

"Man baut einen Halo-Effekt auf", sagte Emmanuel Delerm, Carrefours Projektleiter Blockchain, auf einer Konferenz am Montag zu Reuters, und erklärt den Halo-Effekt so: "Wenn ich Carrefour bei diesem Huhn vertrauen kann, kann ich auch Carrefour bei Äpfeln oder Käse vertrauen."

Carrefour gehört zu einer Reihe führender Unternehmen, die Blockchain nutzen, um zu Schritt für Schritt verfolgen, woher die Produkte kommen, da die Verbraucher zunehmend darauf achten, dass sie ethisch hergestellte Produkte kaufen. So nutzt etwa Starbucks Blockchain, um seine Kunden über die Herkunft des Kaffees zu informieren.

Die französische Supermarktkette Carrefour für sein Blockchain-System mit dem IT-Unternehmen IBM kooperiert, das mit einer ganzen Reihe von Einzelhändlern, Logistikunternehmen und Landwirten weltweit an Systemen zur Verfolgung und Sicherung von Lieferketten arbeitet.

Die Blockchain-Technologie, die auch den Kryptowährungen wie Bitcoin zugrunde liegt, beinhaltet die gemeinsame Aufzeichnung von Daten, die von einem Netzwerk einzelner Computer und nicht von einer einzigen Partei gespeichert werden.

Carrefour meldet Umsatzplus durch Blockchain

Bei Carrefour kann der Kunde zum Beispiel einen QR-Barcode auf einer Grapefruit mit seinem Telefon einscannen und auf diese Weise das Erntedatum, den Anbauort, den Besitzer der Parzelle, den Zeitpunkt der Verpackung, die Transportzeit nach Europa und Tipps zur Zubereitung erfahren.

"Der Pomelo verkaufte sich aufgrund der Blockchain schneller als im Vorjahr", sagt Emmanuel Delerm. "Wir hatten eine positive Auswirkung bei Hühnern im Vergleich zu Nicht-Blockchain-Hühnern."

Am beliebtesten hat sich die Blockchain-Initiative von Carrefour bisher in China erwiesen. Dort ist es bereits üblich, dass Käufer QR-Codes scannen, gefolgt von Italien und Frankreich, wobei einige Personen bis zu 90 Sekunden lang damit verbringen, die Herkunftsinformationen zu lesen.

Laut Emmanuel Delern interessieren sie sich für Informationen über die Herkunft der Produkte und über die Art und Weise, wie Tiere gehalten werden. Ein Video über einen Bauern mit seinen Hühnern sei sehr beliebt. "Millennials kaufen weniger, aber sie kaufen bessere Produkte für ihre Gesundheit und für den Planeten."

Es gibt noch Herausforderungen zu bewältigen, wie die Verfolgung von Obst und Gemüse, das lose verkauft wird und das aus verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben stammt. Zudem gebe es noch Widerstand von den Landwirten gegen den Austausch zu vieler Informationen.

Carrefour will in Zukunft neben Nahrungsmitteln auch Dingen wie Kleidung hinzufügen sowie weitere Informationen zum Beispiel darüber, welchen Anteil vom Verkaufspreis der Landwirt erhält. Es wird auch nach Möglichkeiten gesucht, Produkte zu identifizieren, ohne dazu einen QR-Code zu benötigen.

Zwar konzentriert Carrefour das Projekt auf seine eigenen Marken. Doch das Unternehmen hat auch schon mit Nestlé zusammengearbeitet, um den Verbrauchern Zugang zu Blockchain-Daten für dessen Kartoffelpüree zu verschaffen, so dass sie sehen können, dass es nur aus französischen Kartoffeln hergestellt wird.

Mehr Krypto-Themen finden Sie hier.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Gegen Iran und Türkei: Arabische Liga will Syrien wieder als Mitglied aufnehmen

Die Arabische Liga plant, Syrien erneut als Mitglied aufzunehmen. Der Schritt richtet sich eindeutig gegen die Türkei und den Iran. Die...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesamt arbeitet an Notfall-Kochbuch für lange Stromausfälle und Wassermangel

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt derzeit ein Kochbuch mit Rezepten, welche ohne Strom und...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronavirus: Der „Schwarze Schwan“ für Deutschlands Industrie ist gelandet

Das Coronavirus wird die deutsche Industrie schwer treffen. Der „Schwarze Schwan“ landet ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem die...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronavirus: Hapag-Lloyd reduziert Fahrten nach China, Hamburg Süd ist kaum betroffen

Die beiden Hamburger Reedereien Hamburg Süd und Hapag-Lloyd spüren derzeit noch keine gravierenden Auswirkungen des Coronavirus auf ihr...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltbank-Ökonom warnt: Neue Schuldenwelle wächst sich zum wirtschaftlichen Tsunami aus

Weltweit steigen die Schulden rapide an. Dies könnten eine wirtschaftliche "Tsunamiwelle" auslösen, warnt der Ökonom Kaushik Basu.

DWN
Technologie
Technologie Erster künstlicher Chatbot wird persönlicher Assistent

Die künstliche Intelligenz entwickelt sich immer weiter: Nun hat ein Anbieter zum ersten Mal einen Chatbot vorgestellt, der als...

DWN
Deutschland
Deutschland Scholz, Warburg und „Cum Ex“: Hamburger SPD gerät vor Wahlen unter starken Druck

Nach Bekanntwerden eines Treffens zwischen Olaf Scholz und dem Chef der in der „Cum Ex“-Affäre verdächtigten Warburg Bank gerät die...

DWN
Technologie
Technologie Deutschlands gefährliche Wette auf den Beginn eines goldenen Elektro-Zeitalters

Deutschlands Automobilkonzerne entlassen zehntausende Mitarbeiter, um Milliarden in den Aufbau ihrer Elektrosparten zu stecken. Die Wette...

DWN
Politik
Politik Wendepunkt in Syrien: Kurden-Miliz YPG schließt sich erstmals Assad an

Erstmals im Syrien-Konflikt haben sich offenbar Verbände der Kurden-Miliz YPG der syrischen Armee angeschlossen, um eine gemeinsame...

DWN
Finanzen
Finanzen Kahlschlag in London: Europas größte Bank streicht zehntausende Arbeitsplätze

Die Großbank HSBC streicht zehntausende Arbeitsplätze und will Milliarden einsparen. Es dürfte sich um Vorbereitungen für einen...

DWN
Finanzen
Finanzen Schwerer BIP-Einbruch: Die Wirtschaftsmacht Japan schlittert in die Rezession

Die Wirtschaftsleistung Japans ist Ende 2019 stark eingebrochen, eine Rezession scheint unausweichlich zu sein. Der Abschwung im Land der...

DWN
Finanzen
Finanzen Dubai: Der glitzernde Schuldenturm im Wüstensand beginnt zu wanken

Ohne die Intervention des Schwesteremirats Abu Dhabi wäre Dubai schon 2008 bankrott gewesen. Noch täuscht die glitzernde Skyline über...

DWN
Finanzen
Finanzen Gericht: Russland muss 50 Milliarden Dollar an Yukos-Aktionäre zahlen

Ein Gericht in Den Haag hat entschieden, dass der russische Staat den Altaktionären des ehemaligen Energiekonzerns Yukos rund 50...

DWN
Politik
Politik US-Pharmakonzerne entwickeln Impfstoff gegen das Corona-Virus

Diverse US-Unternehmen arbeiten an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus. Sie hatten bereits während der Ebola-Krise...

celtra_fin_Interscroller