Finanzen

Goldpreis steht vor höchstem Monatsgewinn seit Jahren

Lesezeit: 2 min
28.06.2019 12:24
Der Goldpreis verzeichnete im Juni den stärksten Monatsgewinn seit über drei Jahren. Hintergrund sind hauptsächlich Äußerungen von Zentralbanken, die Zinsen weiter niedrig zu halten.
Goldpreis steht vor höchstem Monatsgewinn seit Jahren
Nach einem beachtlichen Monatsgewinn kostet Gold nun rund 8 Prozent mehr als noch vor vier Wochen. (Foto: dpa)

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Die Goldpreis-Rallye, die Ende Mai noch unterhalb von 1.300 Dollar pro Unze begann, hat sich den Juni über auf 1.414 Dollar am Freitagmittag fortgesetzt. Es wird aller Voraussicht nach der größte monatliche Anstieg seit über drei Jahren werden.

Nach einem Monatsgewinn im Juni von über 8 Prozent liegt der Goldpreis jetzt so hoch wie zuletzt vor mehr als sechs Jahren. Auch in Euro ist Gold so teuer wie zuletzt im Januar 2013. In australischem und kanadischem Dollar liegt der Goldpreis auf einem Rekordhoch.

Warum so ein starker Monatsgewinn beim Gold?

Der Anstieg des Goldpreises nahm in der vergangenen Woche an Fahrt auf, nachdem die US-Notenbank die Tür für eine Zinssenkung geöffnet hatte und auch andere Zentralbanken, darunter die EZB, eine fortgesetzte Lockerung der Geldpolitik andeuteten.

Das Signal seitens der Zentralbanken, dass die Leitzinsen auf längere Zeit niedrig bleiben werden und dass die Währungen schwächer werden, sind unterstützende Faktoren nicht nur für Gold, sondern auch für andere Finanzwerte wie Aktien und Anleihen.

Tatsächlich ist im Juni nicht nur der Goldpreis stark gestiegen. Auch die meisten anderen Finanzwerte verzeichneten erhebliche Zuwächse. Auch der DAX legte um knapp 3 Prozent zu, der Dow Jones etwa um 5 Prozent.

Zehnjährige US-Staatsanleihen legten nach einem starken Vormonat auch im Juni weiter zu. Die Renditen liegen nur noch knapp über 2 Prozent - so niedrig wie zuletzt vor mehr als drei Jahren. Noch Mitte letzten Jahres lagen sie deutlich über 3 Prozent.

Gold-ETFs verzeichnen Rekordstände

Die Bestände an goldbesicherten börsengehandelten Fonds (ETFs) haben im Juni den höchsten Stand seit 2013 erreicht. Sie sind im Verlauf des Monats so stark gestiegen wie zuletzt im Juni 2016, wie Daten von Bloomberg zeigen.

Der Zeitraum von Ende 2019 bis 2020 könnte noch deutlich höhere Goldpreise bringen. Denn die steigende US-Inflation treibt die Realzinsen noch niedriger, sagt Harry Tchilinguirian, Leiter der Rohstoffmarktstrategie bei BNP Paribas. Da die Federal Reserve bis dahin wahrscheinlich mindestens zwei Zinssenkungen vorgenommen habe, "sehen wir ein Zeitfenster, in dem Gold durchstarten kann, bevor die Inflation in der zweiten Jahreshälfte 2020 wieder nachlässt", sagte er zu Bloomberg.

Die Juni-Rallye bei der Krisenanlage Gold wurde durch die wachsenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran noch verstärkt, sowie durch die Sorge, dass die Handelsstreitigkeiten das globale Wachstum beeinträchtigen könnten.

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