In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
13.07.2019 16:46
Die negative demografische Entwicklung gilt in Deutschland als riesiges Problem. Doch jetzt gibt es wieder positive Nachrichten.
In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren
Die Zahl der Geburten in Deutschland nimmt wieder zu. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

In den achtziger Jahren hatte der rückläufige Trend eingesetzt und schien unaufhaltsam zu sein: Die deutschen Frauen haben damals begonnen, immer weniger Kinder zu gebären. Das Ergebnis: Politiker, Experten und die Medien prophezeiten, dass die Deutschen als Volk bestimmt irgend wann von der Bildfläche verschwinden werden. So fragte beispielweise das Nachrichtenmagazin „Focus“: „Sterben die Deutschen in 400 Jahren aus?“

Doch jetzt gibt es erste Anzeichen, dass diese Befürchtungen übertrieben gewesen sind: Denn statistisch haben sich die offiziellen Zahlen in den vergangenen Jahren erheblich verbessert: Jede deutsche Frau hat im Jahr 2017 durchschnittlich 1,57 Kinder zur Welt gebracht. Elf Jahre zuvor hatte dieser Wert noch bei 1,33 gelegen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Die Zahlen für das vergangenen Jahr dürften sich weiter verbessert haben, auch wenn es noch keine offiziellen Tabellen gibt.

Ein Grund ist die verstärkte Zuwanderung. Deutschland hat einen riesigen Zustrom an Migranten zu verzeichnen – und zwar besonders aus Ländern, wo große Familien die Norm sind. So haben Frauen, die zum Beispiel aus Syrien stammen, im vergangenen Jahr in Deutschland 20.100 Kinder zur Welt gebracht. Das waren 2.300 mehr Kinder als noch zwölf Monate zuvor - eine Entwicklung, die auch die Fachleute schon längst beobachtet haben: „Etwa die Hälfte der Steigerung bei der deutschen Geburtenrate, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat, lässt sich auf die Immigration zurückführen“, schätzt beispielsweise Tomas Sobotka, Wissenschaftler vom Wiener Institut für Demographie (VID).

Zahlreiche Gesetze für den Mutterschaftsurlaub

Grundsätzlich haben es in Deutschland Frauen schwer, Beruf und Familie zu verbinden. Deswegen haben in der Vergangenheit viele Frauen auf Kinder verzichtet und sich für eine berufliche Karriere entschieden. Die Bundesregierung hat aus diesem Grund in den vergangenen zehn Jahren versucht, die Frauen zu unterstützen.

So wurden zahlreiche Gesetze für den Mutterschaftsurlaub auf den Weg gebracht. Darüber hinaus hat die Regierung die Regelungen so verändert, dass auch die Väter immer mehr zuhause bleiben und Vaterschaftsurlaub nehmen. Im Jahr 2013 hat der Bundestag sogar ein Gesetz verabschiedet, dass jedes Kind, das älter als ein Jahr ist, ein Recht auf einen Kindergarten-Platz hat.

Natürlich ist der negative Trend, der seit den Achtziger Jahren begonnen hat, damit grundsätzlich nicht gestoppt. Auch ist zu fragen, ob und wie sich die Kinder der Immigranten in die Gesellschaft integrieren werden. Die Befürchtung vieler, die Deutschen könnten aussterben, wird noch weiter in den Köpfen bleiben. Doch gibt es immerhin schon wieder ein positives Zeichen, über das man sich freuen kann.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland „Deutschland spürt das Ende der Behaglichkeit“ – Warum Sie jetzt die DWN zum Vorteilspreis abonnieren sollten

Unser Redaktion zeigt auf, warum Sie nicht auf ein DWN-Abonnement verzichten sollten. Für das erste Jahr wird Ihnen ein besonderes Paket...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutscher Hoffnungsträger e.Go ist insolvent: Bei den E-Autobauern rollt weltweit die Pleitewelle

Der Insolvenzantrag des deutschen Elektroautobauers e.Go wirft ein Schlaglicht auf die prekäre Finanzsituation bei vielen E-Autobauern...

DWN
Finanzen
Finanzen Turbulenzen an den Börsen: Silber und Platin verzeichnen gewaltiges Preisgefälle

Das gleiche Phänomen, das zuletzt bereits den Goldmarkt durcheinander brachte, hat nun auch den Handel mit Silber, Platin und Palladium...

DWN
Politik
Politik Epstein-Affäre: „Prinz Andrew dürfte nun in Panik geraten“

Im Rahmen der Epstein-Affäre wird die Luft für Prinz Andrew immer dünner. Eines seiner Missbrauchsopfer sagt: „Prinz Andrew dürfte...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dänemark erlaubt russische Spezialschiffe in seinen Gewässern: Nord Stream 2 steht kurz vor Vollendung

Beim Bau von Nord Stream 2 ersetzen Spezialschiffe aus Russland die Schiffe eines niederländischen Unternehmens, das aus Angst vor...

DWN
Panorama
Panorama Tests an Versuchspersonen beginnen: Steht China kurz vor Durchbruch bei Corona-Impfstoff?

Im Folgenden eine Übersicht über die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Corona-Ereignisse von Montag, den 6. Juni.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Corona-Krise: Mittelstand treibt die digitale Transformation voran

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft wird am 9. Juli 2020 eine Veranstaltung durchführen, bei der Unternehmern Tipps für die...

DWN
Politik
Politik US-Staranwalt nimmt Ghislaine Maxwell in Schutz

Der prominente US-Anwalt und Ex-Anwalt von Jeffrey Epstein, Alan Dershowitz, nimmt Ghislaine Maxwell in Schutz. „Wir haben nie gesehen,...

DWN
Politik
Politik Nach Amtsmißbrauch: Von der Leyen gerät in die Kritik - und gibt ihren Mitarbeitern die Schuld

Ursula von der Leyen hat ihren Rang als EU-Kommissionspräsidentin genutzt, um Wahlwerbung für eine ihr nahe stehende Partei zu machen.

DWN
Politik
Politik Großbritannien verhängt Sanktionen gegen Russen, Saudis und Nordkoreaner

Großbritannien hat erstmals allein Sanktionen gegen Dutzende Personen wegen Menschenrechtsverletzungen verhängt. Betroffen sind...

DWN
Politik
Politik Der IS ist zurück: Angriffe auf Regierungstruppen in Syrien

Der IS ist offenbar wieder zurück. In der vergangenen Woche hat die Terror-Miliz aus der Wüste heraus syrische Truppen angegriffen und...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Stahlindustrie: Gibt Corona der Branche den Rest?

Die Pandemie trifft die deutsche Stahlbranche sehr hart. So reagiert auch der Branchenprimus ThyssenKrupp mit drastischen Maßnahmen.

DWN
Deutschland
Deutschland Jedes fünfte Unternehmen sieht Existenz durch Corona bedroht

Jedes fünfte deutsche Unternehmen sieht sich durch die Corona-Krise gefährdet. Das geht aus einer Umfrage des ifo-Instituts hervor.

DWN
Politik
Politik "Ich warne davor, sich gegenüber Peking unterwürfig zu verhalten"

Hier der zweite Teil des großen DWN-Interviews mit Fritz Felgentreu. Der SPD-Bundestagsabgeordnete, Obmann im Verteidigungsausschuss und...

DWN
Politik
Politik Söder: Popularität der Union beruht primär auf scheidender Kanzlerin

"Die hohen Umfragewerte jetzt sind meiner Meinung nach prioritär der Bundeskanzlerin geschuldet", meint CSU-Chef Markus Söder.

celtra_fin_Interscroller