Politik

Ungarn strebt engere Beziehungen zu Russland und den USA an

Lesezeit: 1 min
28.01.2017 02:40
Ungarn will keine Konfrontation mit den USA oder mit Russland und sendet damit eine Botschaft an die EU, die bisher keine klare Linie gefunden hat.
Ungarn strebt engere Beziehungen zu Russland und den USA an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Krisztina Than und Marton Dunai von Reuters berichten:

Das EU- und Nato-Mitglied Ungarn strebt engere Beziehungen zu Russland an und verspricht sich auch ein besseres Verhältnis zu den USA unter Präsident Donald Trump. Die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen gegen Russland seien nutzlos, sagte Außenminister Peter Szijjarto am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Wirtschaftlich hätten sie Europa geschadet und politisch nichts gebracht, was die Kämpfe in der Ukraine angehe. Er respektiere, dass Polen und die Balten wegen des russischen Verhaltens besorgt seien. Als Bedrohung Ungarns empfinde er Russland aber nicht. "Russland würde kein Nato-Mitglied angreifen. Ich glaube nicht, dass das in Russlands Interesse wäre." Szijjarto plädierte dafür, Gespräche auf hoher Ebene zu führen, um eine neue Basis für die Beziehungen zu Russland zu finden.

"Sollten wir froh sein, dass Russlands Wirtschaft schrumpft? Nein, wir bedauern das", sagte Szijjarto. Ungarn seien Exportgelegenheiten im Wert von schätzungsweise 6,5 Milliarden Dollar entgangen, seit die Sanktionen 2014 erlassen worden seien. Russland sei viel verlässlicher als die europäischen Partner. Diese hätten es nicht geschafft, die Infrastruktur zu bauen, um die Abhängigkeit vom russischen Gas zu verringern.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich für kommenden Donnerstag zu einem Besuch in Budapest angekündigt. Ministerpräsident Viktor Orbán hat die EU-Sanktionen ebenfalls kritisiert. Gleichzeitig hat er versucht, die guten Beziehungen seines Staates zu Russland aufrechtzuerhalten.

Im vergangenen Jahr hatte sich Orban zudem als einer der ersten Regierungschefs offen hinter Trump gestellt. Szijjarto sagte, er gehe von einer "massiven Verbesserung" der Beziehungen zu den USA aus. Er spielte auf Vorwürfe an, dass unter Ungarns Regierung die demokratischen Werte ausgehöhlt würden. "Jetzt, wo der neue Präsident es sehr klargemacht hat, dass der Export der Demokratie nicht mehr im Fokus der US-Außenpolitik steht, wird diese Art Druck (...) verschwinden." Szijjarto sagte, er teile auch Trumps Ansicht, dass die Nato bei der Terrorabwehr gescheitert sei. Bei der Bekämpfung der radikalislamischen IS-Miliz hätte das Bündnis eine größere Rolle spielen können.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Politik
Politik Ampel-Regierung bringt Reform des Klimaschutzgesetzes und Solarpaket auf den Weg
15.04.2024

Mehr Solarkraft und neue Leitlinien beim Klimaschutz: SPD, Grüne und FDP haben sich auf eine Reform des umstrittenen Klimaschutzgesetzes...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Marktflaute bei E-Autos: Tesla plant massiven Stellenabbau
15.04.2024

Nach Jahren des schnellen Wachstums hat sich Markt für Elektroautos deutlich abgekühlt. Nun will Tesla-Chef Elon Musk im großen Stil...

DWN
Politik
Politik Angriff auf Israel: Warum die Revolutionsgarde im Iran eine große Gefahr ist
15.04.2024

Der massive Raketen- und Drohnenangriff aus dem Iran auf Israel markiert einen Wendepunkt im langjährigen Konflikt der beiden Länder. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Kurz vor dem nächsten "Halving": Wie geht es mit dem Bitcoin weiter?
15.04.2024

Der Bitcoin hat in diesem Jahr eine rasante Rally hingelegt. Die bevorstehende Halbierung des täglich neugeschöpften Bitcoin-Angebots...

DWN
Politik
Politik Bundestagswahl 2025 bei den Grünen: Habeck, Baerbock oder keine(r)?
15.04.2024

Die Debatte über die Spitzenposition bei den Grünen ist entbrannt. Doch bislang ist nicht einmal klar, ob die Partei bei der nächsten...

DWN
Politik
Politik Verkehrssektor verfehlt Klimaziele deutlich
15.04.2024

Die Klimaziele im Verkehrsbereich wurden erneut deutlich verfehlt. Die CO2-Emissionen müssten laut den politischen Vorstellungen so stark...

DWN
Politik
Politik Marktverzerrungen? Scholz fordert fairen Wettbewerb in China
15.04.2024

Deutsche Firmen klagen seit Jahren über einen verzerrten Wettbewerb auf dem chinesischen Markt. Die Elektroauto-Industrie steht im Fokus....

DWN
Technologie
Technologie Photovoltaik auf dem Dach: “Diese Anlagen weisen keine attraktiven Renditen auf”
15.04.2024

Die Solarbranche verspricht hohe Renditen mit Photovoltaik. Doch laut kritischen Finanzexperten lohnen sich die Anlagen für viele...