Politik

Nach der Pleite: Easyjet will Slots von Air Berlin übernehmen

Lesezeit: 1 min
15.08.2017 17:56
Easyjet könnte einer der Profiteure der Air Berlin-Pleite sein. Ryanair protestiert gegen einen Deal mit der Lufthansa.
Nach der Pleite: Easyjet will Slots von Air Berlin übernehmen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die britische Billigfluglinie Easyjet will Assets der insolventen Air Berlin übernehmen. Es gebe Gespräche, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Damit sollten vor allem die Start- und Landerechte von Air Berlin auf deren Heimatflughafen in Berlin sowie in Düsseldorf gesichert werden. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Slots soll der Staatskredit zurückgezahlt werden, hofft die Bundesregierung. Über die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt laufen 30 Prozent des Flugverkehrs von Air Berlin. "Ziel war es, Ryanair draußen zu halten", sagte der Insider. Easyjet wollte sich dazu nicht äußern.

Tatsächlich dürften die Reste der Air Berlin zwischen der Lufthansa und Easyjet aufgeteilt werden, um ein Kartellverfahren zu vermeiden.

Der irische Billigflieger Ryanair hat das Vorgehen der Bundesregierung beim Insolvenzverfahren von Airberlin kritisiert. "Der Insolvenzantrag von Airberlin wurde ganz eindeutig mit dem Ziel arrangiert, dass die Lufthansa Airberlin übernehmen kann", sagte Ryanair-Kommunikationschef Robin Kiely der "Bild"-Zeitung. "Dies wird gegen alle bekannten deutschen und EU-Wettbewerbsregeln verstoßen."

Kiely prangerte auch den Überbrückungskredit der Bundesregierung in Höhe von 150 Millionen Euro als "staatliche Beihilfen" an. Auf die Fluggäste in Deutschland würden teurere Inlandsflüge zukommen. "Deutsche Reisende sowie Deutschland-Besucher werden höhere Ticketpreise erdulden und für dieses Lufthansa-Monopol bezahlen müssen", sagte er.

Airberlin hatte am Dienstag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt, weil der bisherige Großaktionär Etihad die finanzielle Unterstützung aufkündigte. Um den Flugverkehr aufrecht zu erhalten, unterstützt die Bundesregierung die zweitgrößte deutsche Airline mit einem Übergangskredit in Höhe von 150 Millionen Euro. Die Lufthansa verhandelt mit Airberlin über den Kauf von Teilen des Geschäfts.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die Rückkehr des „Bail in“: Denkfabriken erwarten eine neue Euro-Krise im kommenden Jahr

Mehrere Denkfabriken befassen sich konkret mit Vorbereitungen für eine neue europäische Schulden- und Bankenkrise. Dabei könnte die 2013...

DWN
Deutschland
Deutschland Virus-Ticker: Ständige Impfkommission wird zunächst nur mRNA-Impfstoff zulassen

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erwartet keine parallele Zulassung von anderen Impfstoffen. Lesen Sie allen...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Ombudsfrau rügt Deal zwischen BlackRock und EU-Kommission, doch ohne Konsequenzen

Die Europäische Ombudsfrau hat einen Auftrags-Deal zwischen der EU-Kommission und dem US-Finanzgiganten BlackRock wegen möglicher...

DWN
Politik
Politik Trump hält seine bisher „wichtigste Rede“, wirft politischen Gegnern schweren Wahlbetrug vor

Am Mittwochabend hat US-Präsident Donald Trump eine sehr emotionale Rede gehalten. Er beharrte auf seinem Vorwurf des Wahlbetrugs....

DWN
Finanzen
Finanzen Wirecard-Skandal verändert Dax dauerhaft

Die Deutsche Börse stockt den Dax auf 40 Mitglieder auf. Das ist nur eine Folge der Wirecard-Pleite. Die Zusammensetzung des Dax soll...

DWN
Technologie
Technologie Schweizer Notenbank hält digitales Zentralbankgeld für machbar

In einer Studie kommt die SNB zu dem Schluss, dass digitales Zentralbankgeld technisch und rechtlich realisierbar ist. Eine Entscheidung...

DWN
Deutschland
Deutschland Ski-Verbot im Allgäu: 20 Bürgermeister richten Brandbrief an Merkel und Söder

In einem Brandbrief haben sich die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller und zwanzig Bürgermeister aus dem Allgäu gegen das...

DWN
Deutschland
Deutschland Krankenkassen: Corona hat bisher keine Auswirkungen auf den Krankenstand

Die Auswertung der Krankenkassen zeigt, dass nur ein verschwindend geringer Teil der diesjährigen Fehlzeiten vom Beruf direkt auf Covid-19...

DWN
Politik
Politik Mannheim führt nächtliche Ausgangssperren ein

In Mannheim wird ab morgen Abend eine achttägige nächtliche Ausgangssperre gelten.

DWN
Deutschland
Deutschland Die deutsche Taxibranche am Abgrund, Uber wird sich freuen

Die Lage in der Taxibranche spitzt sich nach Verbandsangaben wegen des Teil-Lockdowns in der Corona-Krise dramatisch zu. Das dürfte vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Post/ DHL Group: "Unser Unternehmen war noch niemals zuvor in besserer Verfassung"

Solche selbstbewussten Worte, wie sie derzeit über die Lippen der Vertreter der Deutschen Post/ DHL Group kommen, hört man in Zeiten der...

DWN
Technologie
Technologie Riesiges Weltraum-Teleskop von Arecibo in sich zusammengestürzt

Das riesige Teleskop im puerto-ricanischen Arecibo ist am Dienstag zusammengebrochen.

DWN
Finanzen
Finanzen Verlängerung des Teil-Lockdowns belastet die deutschen Märkte - Daimler will Wachstumsschwung ins Jahr 2021 mitnehmen

Der Dax gerät derzeit ins Stocken. Die Nachricht, dass Bund und Länder den Teil-Lockdown verlängert haben, bedrückt die Stimmung der...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Euro steigt erstmals seit April 2018 wieder über 1,21 Dollar

Der Eurokurs kletterte am Mittwochnachmittag vorübergehend bis auf 1,2108 Dollar. Hintergrund ist der noch schwächere Dollar.