Finanzen

Russland profitiert bei Energie von starkem Dollar

Lesezeit: 1 min
14.08.2018 00:13
Russland profitiert von einem starken Dollar im Energiehandel und dürfte daher nicht so bald aus dem Petro-Dollar aussteigen.
Russland profitiert bei Energie von starkem Dollar

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die russische Regierung profitiert in großem Stil von einem starken Dollar. Das Land konnte seine Einnahmen aus dem Verkauf von Rohöl, Erdgas und verflüssigtem Erdgas in den vergangenen Monaten deutlich steigern.

Die Einnahmen aus dem Erdöl-Geschäft stiegen im März verglichen mit dem März 2017 um 21,2 Prozent auf rund 28,2 Milliarden US-Dollar, wie die Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet.

Die Exporte von Flüssiggas (LNG) verdoppelten sich im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum ersten Quartal 2017 auf fast 10 Millionen Kubikmeter, die Einnahmen stiegen deutlich auf rund 1,3 Milliarden US-Dollar.

Die Einnahmen aus dem Export von Erdgas stiegen im ersten Quartal 2018 im Vorjahresvergleich um etwa 22,6 Prozent auf 12,4 Milliarden US-Dollar.

Das russische Finanzministerium korrigierte im Mai den Umfang der im laufenden Jahr zu erwartenden Ges Gesamteinnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft von etwa 8,5 Milliarden Dollar auf fast 45 Milliarden Dollar nach oben, wie oilprice.com berichtet.

Der Anstieg der Einnahmen geht auf die deutlich gestiegenen Weltmarktpreise für Rohöl zurück. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist in den vergangenen 12 Monaten deutlich von etwa 48 Dollar pro Barrel (159 Liter) auf etwa 73 Dollar gestiegen.

Da Russland seine Verkäufe in US-Dollar und nicht in Rubel abwickelt, profitiert die Industrie zudem von einem starken Dollar. Dieser hatte in den vergangenen Wochen zum Euro und anderen wichtigen Währungen wie dem chinesischen Yuan, dem russischen Rubel und zahlreichen Schwellenland-Währungen deutlich aufgewertet. Der US Dollar-Index, welcher den Kurs des Dollar zum Euro, japanischen Yen, britischen Pfund, Schweizer Franken, schwedischer Krone und kanadischem Dollar abbildet, lag am Montag bei über 96 Punkten und damit so hoch wie zuletzt im Mai 2017.

Der Anstieg des Dollar dürfte deshalb dazu führen, dass die Russen auch in absehbarer Zukunft auf die US-Währung zurückgreifen werden. In anderen Bereichen hingegen versucht die Regierung in Moskau, ihre Abhängigkeit vom Dollar und den US-Finanzmärkten zu verringern. Beispielsweise hatte das Land innerhalb weniger Wochen fast seinen gesamten Bestand an US-Staatsanleihen abgestoßen.

Die staatliche Nachrichtenagentur TASS zitierte den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Mai mit folgenden Worten: „Öl wird an den Börsen in Dollar gehandelt. Natürlich machen wir uns Gedanken, was wir tun müssen, um von dieser Bürde wegzukommen.“

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Deutsch-chinesische Beziehung: So reagiert China auf Scholz’ Besuch
16.04.2024

Die Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach China hat in den vergangenen Tagen die chinesischen Medien beschäftigt. Zum Abschluss seiner...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft IWF-Wachstumsprognose 2024: Deutschland bleibt weltweites Schlusslicht
16.04.2024

Für Deutschland hat der IWF in seiner neuen Prognose keine guten Nachrichten: Sie dürfte auch 2024 unter allen Industriestaaten am...

DWN
Politik
Politik Modernste Raketenabwehrsysteme: So schützt sich Israel gegen Luftangriffe
16.04.2024

Hunderte Raketen und Kampfdrohnen hatte der Iran am Wochenende nach Israel gefeuert. Dass dieser Angriff vergleichsweise glimpflich...

DWN
Politik
Politik Engpass bei Stromversorgung: Oranienburg zeigt Deutschland die Grenzen auf
16.04.2024

Noch ist es ein Einzelfall: Die Kleinstadt Oranienburg, nördlich von Berlin, kommt dem Bedarf ihrer Kunden nicht mehr umfänglich nach....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau wegen KI: Jetzt trifft es auch die Hochqualifizierten
16.04.2024

Der zunehmende Einsatz von KI verändert viele Branchen grundlegend und wird in Zukunft eine Reihe von Berufen überflüssig machen. Davon...

DWN
Politik
Politik 365 Tage Schwarz-Rot in Berlin - weder arm noch sexy!
16.04.2024

Niemand war wohl mehr überrascht als Kai Wegner (CDU), dass er vor genau einem Jahr wie „Kai aus der Kiste" Regierender Bürgermeister...

DWN
Politik
Politik Scholz in China: Deutliche Worte bei Xi zum Ukraine-Krieg und Klimaschutz
16.04.2024

Auf der letzten Etappe seiner China-Reise traf Bundeskanzler Scholz seinen Amtskollegen Präsident Xi Jinping. Bei ihrem Treffen in Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenrückgang: DAX im Korrekturmodus - Was Anleger wissen müssen
16.04.2024

Der DAX hat die Woche mit einer Erholung gestartet, doch diese wurde schnell zunichte gemacht. Die Unsicherheit an den Börsen erreicht ein...