Politik

EU braucht Putins Hilfe: Barroso fliegt nach Moskau

Lesezeit: 1 min
20.03.2013 22:19
Noch am Mittwochabend fliegt EU-Präsident Barroso nach Moskau. Er wird dort mit Medwedew und Putin treffen. Damit finden nun auch direkte Gespräche zwischen den Rettungs-Konkurrenten Russland und der EU im Falle Zyperns statt. Zu groß will die EU den Einfluss Russlands jedoch nicht werden lassen.
EU braucht Putins Hilfe: Barroso fliegt nach Moskau

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Während Zypern bereits seit Dienstag intensiv das Gespräch  mit Russland sucht, stattet nun auch EU-Kommissionspräsident Barroso mit einer Delegation der Kommission dem starken „Partner“ im Osten Europas einen Besuch ab. Zypern ringt um einen Alternativ-Deal mit Russland und Russland verurteilte aufs Schärfste die geforderte Zwangsabgabe auf die zypriotischen Einlagen der russischen Bürger (hier).

Ursprünglich war die Reise der EU-Kommission nach Russland schon seit längerer Zeit geplant. Ziel des Besuches war die Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und der EU, so die Kommission. Doch angesichts der Entwicklungen in Zypern, wird sich ein Großteil der Gespräche um die Zukunft Zyperns drehen. Barroso wird sich am Donnerstag mit dem russischen Ministerpräsidenten Medwedew in Moskau treffen und ein Gespräch mit Putin ist ebenfalls geplant, heißt es in einer Mitteilung der Kommission.

„Ich freue mich auf den Besuch in Moskau und die Gespräche mit Ministerpräsident Medwedew und Präsident Putin“, so Barroso. Russland sei ein „strategisch wichtiger Partner mit dem wir ein noch größeres strategisches Vertrauen aufbauen wollen“. In Russland äußerte man sich im Vorfeld des Besuchs des EU-Kommissionspräsidenten jedoch nicht so freundlich. „Mir scheint, dass alle möglichen Fehler, die in solch einer Situation gemacht werden können, bereits gemacht wurden“, sagte Medwedew der Zeit. Aus diesem Grund müsste bei den Gesprächen mit der Kommission die zyprische Finanzkrise „sehr aktiv“ besprochen werden, so der russische Ministerpräsident weiter.

Barroso steht bei dem Besuch in Russland unter massiven Druck. Einerseits will Brüssel nicht allzu weit von den harten Forderungen gegenüber Zypern abweichen (mehr hier). Andererseits ist Zypern für Russland geostrategisch von großer Bedeutung. Mit einer Finanzhilfe für Zypern, könnte Russland einen Fuß in die EU-Tür und in die zyprischen Gasvorkommen setzen (hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Ausweg aus der Krise durch alternative Bezahlplattform

Das Vertrauen in die Banken und die Politik schwindet zusehends. Die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, welche aufgrund der Covid-19...

DWN
Deutschland
Deutschland Gilt ab heute: Ausgangsbeschränkung umfasst auch Bahn-Reisen und Flüge in Hochinzidenz-Städte

Bahn-Reisen, Flüge und private Autofahrten in Hochinzidenz-Städte sind während der nächtlichen Ausgangsbeschränkung laut einem Bericht...

DWN
Deutschland
Deutschland In Karlsruhe häufen sich die Klagen gegen das neue Infektionsschutzgesetz

In einer ganzen Reihe von Klagen am Bundesverfassungsgericht werden verschiedene Maßnahmen der sogenannten Bundesnotbremse angegangen....

DWN
Finanzen
Finanzen EZB belässt Leitzins bei null, will deutlich mehr Geld drucken

Die Europäische Zentralbank hält an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Die Anleihekäufe sollen deutlich beschleunigt werden.

DWN
Finanzen
Finanzen Auszug oder Umbau: Was tun, wenn Senioren das Haus zu groß wird?

Senioren haben auf dem Immobilienmarkt meistens ein anderes Problem als der suchende Rest: Ihnen steht nach Auszug der Kinder oder Verlust...

DWN
Politik
Politik Baerbock verknüpft Klima-Politik mit dem US-Feldzug gegen China

Die Grüne Annalena Baerbock fordert eine „Klimapartnerschaft“ mit den USA. Diese soll auf einem sonderbaren geopolitischen Fundament...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmer fällen vernichtendes Urteil über Merkel-Regierung

Die Unzufriedenheit der Familienunternehmer mit der Bundesregierung ist auf einen historischen Rekord angestiegen. Denn die Politik der...

DWN
Politik
Politik Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine

Aus dem aktuellen Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine gehen mehrere Verstöße gegen den Waffenstillstand in der...

DWN
Deutschland
Deutschland Inflation im Anmarsch: Bauindustrie kündigt steigende Preise an

Das Bauen in Deutschland wird voraussichtlich deutlich teurer. Die lang erwartete Inflation kommt nun mit aller Macht.