Deutschland

Bundesregierung senkt Wachstums-Prognose deutlich

Lesezeit: 1 min
12.12.2018 14:00
Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert.
Bundesregierung senkt Wachstums-Prognose deutlich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Bundesregierung schraubt ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr herunter. Das Wachstum habe sich wie in vielen anderen Ländern in den vergangenen Monaten etwas verlangsamt, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag. "Wir werden im Jahresverlauf 1,5 bis 1,6 Prozent Wachstum haben." Im Oktober hatte die Regierung noch ein Plus von 1,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt vorhergesagt.

Auch die Forscher des Berliner DIW blicken skeptischer auf die deutsche Wirtschaft. Die Zeiten der Hochkonjunktur seien vorbei, teilten sie am Mittwoch bei der Vorlage ihrer neuen Prognose mit. Sie korrigierten dabei die Vorhersage für das Wachstum der Wirtschaftsleistung nach unten: auf 1,5 Prozent für dieses und 1,6 Prozent für nächstes Jahr. F

Für 2018 hatte das DIW zuvor ein um 0,3 Punkte höheres Plus veranschlagt und für 2019 ein um 0,1 Punkte stärkeres Wachstum. "Obwohl das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal dieses Jahres sogar erstmals seit langer Zeit gesunken war, ist die Gefahr einer Rezession aber gering", sagte DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen.

Denn der konjunkturelle Rückschlag im Sommer habe seine Ursache vor allem in der Automobilindustrie. Wegen Problemen bei der Zertifizierung nach den neuen Abgas- und Verbrauchsnormen der EU konnten die Hersteller nicht so viele Autos wie gedacht absetzen und drosselten daraufhin ihre Produktion. Das setzte auch die Investitionen unter Druck. "Die Produktionsausfälle dürften jedoch im Winter zumindest teilweise nachgeholt werden", prognostizierte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland geht auch nach Ansicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) nach mehr als fünf Jahren zu Ende. Die Forscher sehen die Spätphase des Aufschwungs gekommen und senkten am Mittwoch ihre Wachstumsprognosen für das laufende und die beiden kommenden Jahre. In diesem Jahr erwartet das Institut nun 1,5 Prozent Wachstum statt wie bisher 1,9 Prozent, in den Jahren 2019 und 2020 jeweils 1,8 Prozent, nach zuvor 2,0 und 1,9 Prozent. «Der Aufschwung trägt noch in das nächste Jahr, im Jahresverlauf 2019 dürfte aber allmählich der Abschwung einsetzen», sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW.

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Warum BASF China als neuen Standort vorzieht - und bei der Ampel kein Gehör findet
28.05.2024

Im Moment geht es mit BASF nach einiger Seitwärtsbewegung wieder bergauf: Die Aktie schafft es mit einer Aufwärtsbewegung von 0,69...

DWN
Politik
Politik Größte Zahl an Einbürgerungen seit der Jahrtausendwende
28.05.2024

Mehr als ein Drittel aller Eingebürgerten kommen aus Syrien. Die Zahl der Neubürger aus der Ukraine steigt nur leicht.

DWN
Politik
Politik Party auf Sylt: Was geschieht, wenn „Ausländer raus“-Rufe wahr werden?
28.05.2024

Die Debatte über Migration und Ausländer in Deutschland ist aufgrund des rassistischen Videos einer Party im „Pony Club“ in Kampen...

DWN
Immobilien
Immobilien Umstrittenes Heizungsgesetz: Neue Förderrunde beginnt - bisher 27.000 Anträge
28.05.2024

Lange wurde um das Heizungsgesetz gestritten, inzwischen ist es beschlossene Sache. Ab diesem Dienstag können weitere Gruppen staatliches...

DWN
Politik
Politik Explosionsartiger Anstieg der Pflegefälle: Erneute Steigerung der Versicherungsbeiträge ab Anfang 2025 erwartet
28.05.2024

Die Beitragszahler müssen sich Anfang 2025 auf eine weitere Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge einstellen. Das erklärten mehrere...

DWN
Politik
Politik Europas uneuropäische Wahlen
28.05.2024

Die Debatte der Kommissions-Präsidentschaftskandidaten offenbarte unbequeme Wahrheiten über die EU und bot wenig Anreiz zur Teilnahme an...

DWN
Politik
Politik DWN-SERIE zur Europawahl (Teil 1): Das Wahlprogramm der FDP für die EU
28.05.2024

Am Sonntag, dem 9. Juni, findet in Deutschland die Abstimmung zur Europa-Wahl statt. Erstmals werden auch 16-Jährige über die...

DWN
Politik
Politik Fake News im Netz: In Wahlkabinen darf weder fotografiert noch gefilmt werden
28.05.2024

Zur Europawahl machen viele Falschbehauptungen die Runde. Oft geht es um die Wahlzettel, die - anders als behauptet - auf keinen Fall...