Deutschland gehört zu den zehn führenden Wasserstoff-Nationen

 

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17.11.2019 14:49
Weltweit gibt es zehn Nationen, die mehr oder weniger erfolgreich im Bereich der Wasserstofftechnologie aktiv sind. Zu diesen gehört auch Deutschland.
Deutschland gehört zu den zehn führenden Wasserstoff-Nationen
Der Icon für die Reichweite des Wasserstofftanks zeigt 257 Kilometer eines Wasserstoff-Elektro-Hybrids an. (Foto: dpa)
Foto: Sebastian Gollnow

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In Deutschland wird Wasserstoff potenziell für “verschiedene Anwendungen, einschließlich des Verkehrs und zur Dekarbonisierung der Industrie”, eingesetzt, so Martin Hablutzel, Strategieleiter bei Siemens in Australien. Deutschland, das bereits Vorreiter bei der Entwicklung der Wasserstofftechnologie ist, will seine Pläne für 20 Forschungslabors mit einem Gesamtbudget von 100 Millionen Euro verbessern.

“Wasserstoff ist derzeit eines der heißesten Themen in der Energiewende des Landes. Das Interesse der Privatwirtschaft ist sehr groß. Die Deutschen haben sich zu sehr auf die Elektrifizierung der Wirtschaft konzentriert, und wir beginnen den Prozess mit Verzögerung”, sagte Inga Posch, Geschäftsführerin von FNB Gas, dem Verband der deutschen Gasnetzbetreiber, im August 2019 gegenüber Bloomberg.

Im Juli 2019 erklärte Wirtschaftsministerium Peter Altmaier sein Ziel, das Land zur “Nummer eins der Welt” für Wasserstofftechnologie zu machen. Wasserstoff gilt als wichtige Option, um die Energielücke zu schließen, welche durch die bevorstehende Schließung von Kernkraftwerken und den Ausstieg aus dem Kohlekraftwerk entsteht.

Japan ist bisher der am weitesten fortgeschrittene Markt für Wasserstoff, “insbesondere im Hinblick auf den Import von Wasserstoff für inländische Anwendungen wie den Verkehr”, so Hablutzel. Dank der Bemühungen von Autoherstellern wie Toyota und Honda ist das Land führend in der Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeugen. Und die Politik ist daran interessiert, Wasserstoff als Alternative zu Flüssigerdgas (LNG) zu fördern, das Japan wie kein anderes Land importiert. Im September 2019 wurde ein globaler Aktionsplan angekündigt, der die Einrichtung von 10.000 Tankstellen im Laufe des nächsten Jahrzehnts vorsieht.

Australien ist hingegen auf den Märkten für Wasserstoff bislang kaum vertreten. Das Land möchte jedoch seine Beteiligung erheblich ausweiten, um den Export fossiler Brennstoffe durch eine Alternative zu ersetzen, die mit den reichlich vorhandenen erneuerbaren Energiequellen des Landes geschaffen wurde. In Oktober 2019 hat Siemens beispielsweise eine Partnerschaft geschlossen, um ein kombiniertes 5-Gigawatt-Solar- und Windkraftprojekt für die Stromerzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen zu entwickeln, berichtet Bloomberg.

Zu den möglichen Exportzielen für australischen Wasserstoff zählen Japan und Südkorea. "Im Allgemeinen würden wir ein Land suchen, das Energie importiert, und wir suchen einen emissionsarmen Kraftstoff", zitiert gtm Paul Graham, Chefökonom für Energie bei der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization.

Kanada sieht in den künftigen Märkten für Wasserstoff nicht nur ein Potenzial als Gasproduzent, sondern auch als Hersteller von Brennstoffzellen. Das kanadische Bundesministerium für Naturressourcen hat die Möglichkeit in einem Papier in dargelegt. Aus dem Papier geht hervor: “Aufgrund der Zusammenarbeit und der Investitionen des öffentlichen und des privaten Sektors in den vergangenen Jahrzehnten verfügt Kanada über einen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Sektor, der auf den Exportmärkten floriert und zu dem die weltweit führenden Unternehmen - Ballard Power Systems und Hydrogenics - gehören.”

Ballard Power Systems sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als der chinesische Mischkonzern Weichai Power 163 Millionen US-Dollar investierte und einen Anteil von 19,9 Prozent an dem Unternehmen erwarb.

Auch in Skandinavien tut sich einiges im Bereich des Wasserstoff-Sektors. Norwegen verfügt über ein enormes Potenzial zur Erzeugung von Wasserstoff aus Wasserkraft und ist Vorreiter bei der Verwendung von Brennstoffzellen in Fähren. Doch Anfang 2019 meldete Norwegen als erstes Land der Welt einen Unfall an einer Wasserstofftankstelle. Nel Hydrogen, der Tankstellenbetreiber, ging schnell vor, um Informationen auszutauschen und die Ursache des Vorfalls zu ermitteln, bei dem zwei Personen verletzt wurden. Michela Bortolotti, Kommunikationsmanagerin bei Hydrogen Europe, sagte, der Vorfall dürfe die Vermarktung von Wasserstoff nicht behindern. “In vielen Fällen ist Wasserstoff sicherer als der Kraftstoff, mit dem wir derzeit unsere Autos antreiben”, zitiert gtm Bortolotti.

Südkorea wurde wie Norwegen von einem Unfall heimgesucht. Im Mai 2019 explodierte in einer staatlichen Forschungseinrichtung in Gangneung ein Wasserstofftank, wobei zwei Menschen getötet und sechs verletzt wurden. Die Explosion hatte Besorgnis über Südkoreas ehrgeizige Pläne zur Einführung von Wasserstoff ausgelöst. Bis 2030 sollen 850.000 Brennstoffzellenfahrzeuge von 3.000 in diesem Jahr auf die Straße gebracht werden. Die Regierung plant auch die Auszahlung von 1,8 Milliarden US-Dollar an Kfz- und Tankstellenzuschüssen, obwohl der englischsprachige Dienst Reuters im September 2019 meldete, dass die Tankstellen immer noch nicht wirtschaftlich sind.

Die Chinesen sind besonders ambitioniert und wollen zur führenden Wasserstoffmacht aufsteigen. Wasserstoff ist neben Elektrofahrzeugen für Peking ein potenzieller Weg zur Dekarbonisierung des Verkehrs. Zu den Zielen des Landes gehören 5.000 Brennstoffzellenfahrzeuge bis 2020 und eine Million bis 2030. Es gibt auch Steuerbefreiungen für Wasserstofffahrzeuge. Wuhan, die Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei, wird bis 2025 als Wasserstoffstadt mit bis zu 100 Tankstellen für etwa 5.000 Brennstoffzellenfahrzeuge ausgebaut. “Außerdem sollen im Großraum Wuhan etwa 100 Hersteller Komponenten für Brennstoffzellen oder andere Elemente der Wasserstoffwirtschaft herstellen”, sagt Ben Gallagher, Experte für Carbon und neue Technologien bei Wood Mackenzie Power & Renewables.

In Frankreich schlägt das Thema hohe Wellen. Im vergangenen Jahr war Wasserstoff als Energieträger in Frankreich ein besonders populäres Thema. Im Juni 2018 versprach der damalige Minister für ökologische und integrative Transformation, Nicolas Hulot, Frankreich zum weltweit führenden Anbieter von Wasserstoff zu machen, als er einen Investitionsplan für die Technologie in Höhe von 100 Millionen Euro vorstellte.

In der Zwischenzeit bewarb sich Hydrogène de France (HDF) um eine Investition von 90 Millionen Euro in ein Wasserstoffprojekt in Französisch-Guayana. Im September 2019 setzte das Land seinen ersten wasserstoffbetriebenen Personenbus ein, und im Oktober 2019 hat die Region Auvergne Rhône-Alpes 200 Millionen Euro für 1.000 Wasserstofffahrzeuge und 15 Elektrolyseure zugesagt.

Großbritannien ist aktuell aufgrund des Brexits in den Schlagzeilen. Doch das Land plant auch energiepolitisch für die Zukunft. Im September 2019 hat die britische Regierung einen Plan in Höhe von zwölf Milliarden Pfund veröffentlicht, wonach vier Gigawatt Offshore-Wind für die Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen ab Anfang der 2030er Jahre verwendet werden sollen, berichtet Recharge News. Der Chemiekonzern Linde zahlte im Oktober 2019 insgesamt 38 Millionen Pfund für einen 20-prozentigen Anteil am börsennotierten Technologieentwickler ITM Power. ITM Power ist auf Elektrolyseure und Wasserstoff für Brennstoffzellenprodukte spezialisiert.

Während die USA als Ganzes in Bezug auf die Entwicklung von Wasserstoff kaum eine Erwähnung verdienen, bemüht sich Kalifornien gezielt um die weltweite Marktführerschaft. Das Interesse Kaliforniens an Wasserstoff wird zum Teil von Dekarbonisierungszielen bestimmt, einschließlich des Auslaufens aller Diesel- oder Erdgasbusse bis 2040, und zum Teil von der Anwesenheit einiger der bekanntesten Technologieentwickler der Branche, die in Kalifornien sitzen. Zu den wichtigsten Unternehmen gehört der im Silicon Valley ansässige Brennstoffzellenhersteller Bloom Energy. Aber das Unternehmen kämpft immer noch darum, etwas zu erreichen, was noch kein börsennotiertes Brennstoffzellen-Unternehmen getan hat, nämlich einen Jahresgewinn zu erwirtschaften. Das Unternehmen arbeitet noch nicht wirtschaftlich, berichtet Nasdaq.

Der Grund dafür, warum Wasserstoff als Energieträger seit Jahrzehnten zurückgehalten wurde, steht im Zusammenhang mit hohen Kosten und der Komplexität der Technologie. Gegenwärtige Herstellungsverfahren sind teuer und der Brennstoff ist flüchtig und leicht entflammbar. Für viele erinnert es an die Katastrophe von Hindenburg, als ein riesiges, mit Wasserstoff gefülltes Luftschiff in einer halben Minute in Brand geriet, als es 1937 in Brand geriet.


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