Deutschland

Deutsche Bahn setzt beim Lokführer-Nachwuchs auf Flüchtlinge

Die Deutsche Bahn muss aufgrund der Personalnot Flüchtlinge zu Lokführern ausbilden. Die meisten kommen aus Syrien; aber auch aus Marokko, Tunesien und Sri Lanka.
17.01.2020 14:45
Aktualisiert: 17.01.2020 14:45
Lesezeit: 1 min
Deutsche Bahn setzt beim Lokführer-Nachwuchs auf Flüchtlinge
Claudia Strobel (l), SHB-Projektleiterin für die Ausbildung zum Triebfahrzeugführer, erklärt syrischen Flüchtlingen, wie der Weiterbildungskurs zum Lokführer aufgebaut ist. (Foto: dpa) Foto: Roland Weihrauch

Die Bahn setzt im Kampf gegen die Personalnot im Lokführerstand weiter auf Flüchtlinge als Nachwuchs. Nach einer ersten Gruppe in der Ausbildung soll nun ein zweiter sogenannter Check-up für ein Dutzend Menschen angeboten werden, teilte die Bahn mit. Schätzungen zufolge fehlen derzeit mehrere Tausend Lokführer in Deutschland.



Die ersten 15 Flüchtlinge im Alter von 22 bis 36 Jahren haben ihre einjährige Ausbildung zum Triebwagenführer in Mannheim bereits Mitte November begonnen. Die meisten kommen aus Syrien; aber auch Marokko, Tunesien und Sri Lanka sind vertreten. Die Auszubildenden mit gesichertem Aufenthaltsstatus haben bereits Verträge mit der Albtal-Verkehrsgesellschaft, Go-Ahead, Abellio und der MEV- Eisenbahnverkehrsgesellschaft.



Im sogenannten Bewerber-Check-up lernen die Teilnehmer nach Bahnangaben Deutsch. Außerdem wird ihnen das Wichtigste für die Ausbildung zum Lokführer beigebracht; sie können ihre Grundkenntnisse in Mathe und den Naturwissenschaften sowie Technik auffrischen und werden dabei von Sozialpädagogen und erfahrenen Trainern begleitet. "Wer den Check-up erfolgreich durchläuft und anschließend einen Medizinisch-Psychologischen Test besteht, bekommt einen Ausbildungsplatz", verspricht die Bahn.



Das mehr als eine Million Euro teure Modellprojekt war vom Land gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden. Es hat zum Ziel, dem Personalmangel in der Bahnbranche zu begegnen und gleichzeitig Menschen mit Fluchterfahrung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Datenschutz in Casino-Apps und was deutsche Nutzer wirklich erwarten

Spieler schreiben an ihr Online-Casino und verlangen Auskunft darüber, welche Daten über sie gespeichert wurden. Das Casino antwortet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klinik-Proteste gegen Sparpläne: Verdi warnt vor Folgen für Patienten
28.05.2026

Die geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen stoßen bei Klinikbeschäftigten auf massiven Widerstand. Die Gewerkschaft Verdi warnt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Renten-Kluft im Osten: BSW prangert "skandalösen Rückstand" an
28.05.2026

Auch mehr als dreieinhalb Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bleibt die Schere bei den Alterseinkommen weit geöffnet: Senioren in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Abhängigkeit wird zur Falle für Europas Industrie
28.05.2026

Europa will sich von China lösen und merkt nun, wie tief die eigene Industrie längst verstrickt ist. Brüssel setzt auf Härte, doch...

DWN
Politik
Politik Reiche in China: Wirtschaftsministerin wirbt für engere Zusammenarbeit
28.05.2026

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt bei ihrem China-Besuch auf engere wirtschaftliche und politische Beziehungen. Angesichts...

DWN
Politik
Politik Persischer Golf unter Spannung: Waffenruhe gerät zunehmend ins Wanken
28.05.2026

Trotz laufender Gespräche über ein mögliches Kriegsende zwischen den USA und dem Iran wächst nach neuen Angriffen am Persischen Golf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mehr Geld für den Aufsichtsrat: Deutsche Bank verteidigt Gehaltserhöhungen
28.05.2026

Bei der ersten Präsenz-Hauptversammlung seit 2019 sieht sich die Deutsche Bank mit Protesten und scharfer Kritik von Aktionärsvertretern...

DWN
Politik
Politik EU stoppt Debatte um Russland-Gesandten – Frieden bleibt vorerst außer Reichweite
28.05.2026

Die Europäische Union will vorerst keinen Sondergesandten für mögliche Gespräche mit Russland benennen. Bei einem informellen Treffen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU verhängt 200-Millionen-Strafe gegen Onlinehändler Temu
28.05.2026

Temu lockt Millionen Kunden mit Billigpreisen - nun greift die EU hart durch. Brüssel wirft der China-Plattform schwere Verstöße gegen...