Politik

Wer jetzt die Corona-Maßnahmen lockert, riskiert vielleicht eine zweite Infektions-Welle und Todesfälle

Die Bundesregierung plant, die Corona-Maßnahmen zu lockern. Doch zahlreiche ausländische Medien warnen vor einer zweiten globalen Corona-Welle. Die Groko gefährdet nicht nur das Leben von zahlreichen Menschen, sondern auch ihr eigenes politisches Überleben.
13.04.2020 17:34
Aktualisiert: 13.04.2020 17:34
Lesezeit: 2 min
Wer jetzt die Corona-Maßnahmen lockert, riskiert vielleicht eine zweite Infektions-Welle und Todesfälle
Bundeskanzlerin Angela Merkel geht neben Jens Spahn (CDU, l), Bundesminister für Gesundheit nach einer Pressekonferenz zur Entwicklung beim Coronavirus. (Foto: dpa)

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten hatten bereits Ende März vor einer neuen Corona-Welle gewarnt. Dabei hatte die Redaktion der Deutschen Wirtschaftsnachrichten gezielt die chinesische Epidemiologin Li Lanjuan zitiert.

Doch anscheinend wird die Bundesregierung der Empfehlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina folgen, um die harten Beschränkungen in der Corona-Krise aufzuheben.

Die dpa meldet: “Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen so bald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise zu öffnen. In der am Montag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler, die sich mit weiteren Schritten in der Corona-Pandemie beschäftigt, heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen (für die Öffnung - Anm. d. Redaktion) , die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygiene-Regeln eingehalten werden. Zudem sprechen sich die Experten für eine Masken-Pflicht etwa in Bussen und Bahnen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als ,sehr wichtig’ für das weitere Vorgehen bezeichnet. Zur Sekundarstufe 1 gehören etwa Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen bis Klasse 10 sowie Gymnasien bis einschließlich der Klassen 9 beziehungsweise 10. In der Stellungnahme ,Die Krise nachhaltig überwinden’ sagen die Experten, dass auch viele weitere Teile des öffentlichen Lebens schrittweise unter bestimmten Voraussetzungen wieder normalisiert werden können. Zunächst könnten etwa der Einzelhandel, das Gastgewerbe und Behörden öffnen. Aber auch private und dienstliche Reisen sowie gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden.”

Ich meine: Wenn die Bundesregierung den Vorschlägen der “Leopoldina-Experten” Folge leisten sollte, wäre dies, gelinde gesagt, als vorsätzliche Gefährdung der Volksgesundheit zu bewerten. China hat denselben Fehler gemacht. Mittlerweile erreichen uns Nachrichten, wonach die Anzahl der Corona-Infizierten in China erneut steigt. “Chinesische Beamte sagten am Montag, dass das chinesische Festland 169 neue bestätigte Infektionsfälle hatte. Die Regierung sagte, 98 der Fälle seien von Personen aus dem Ausland importiert worden. Die Gesamtzahl entspricht der höchsten Anzahl neuer Fälle seit dem 6. März. Der Anstieg hat Besorgnis über eine zweite Infektionswelle in China ausgelöst, dem ursprünglichen Epizentrum der Pandemie”, so NPR. Über die Gefahr einer weltweiten zweiten Corona-Welle haben auch der Guardian, das Nikkei Asian Review, ABC News und weitere Medien berichtet. Warum sollte also ausgerechnet Deutschland nicht von diesem Risiko betroffen sein?

All diese Berichte will die Bundesregierung nun ignorieren, um sich auf den Ratschlag der “Leopoldina-Experten” zu fixieren. Offenbar auch, um eine Herdenimmunität zu erzeugen? Doch was passiert, wenn die Leopoldina-Experten” sich verkalkuliert haben? Wenn die Corona-Maßnahmen zu früh gelockert werden sollten, und diese Entscheidung zu einem drastischen Anstieg von Corona-Toten und Corona-Infizierten in Deutschland führt, wären auch die Tage der Groko gezählt. Ich würde es sehr begrüßen, wenn ich mit meiner Warnung völlig daneben liege. Doch vieles spricht dafür, dass wir kurz vor einer zweiten Welle stehen, die weitaus tödlicher werden könnte. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fall nicht eintritt.

Ich möchte meine Ausführungen beenden, indem ich den bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder zitiere:

"Bleiben Sie gesund! Und für alle, die beten und gläubig sind, so wie ich: Gott schütze unsere Heimat!"

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen MSCI World ETF-Vergleich: Die besten ETF Fonds auf den MSCI World-Index im Test
21.07.2026

Mit einem MSCI World-ETF investieren Anleger in die weltweit wichtigsten Unternehmen der Industriestaaten. Wer vor 10 Jahren MSCI...

DWN
Politik
Politik Grönland gegen Kopenhagen: Jetzt soll die Macht neu verteilt werden
21.07.2026

Der Druck der USA auf Grönland verändert die Machtverhältnisse im hohen Norden. Plötzlich zeigt sich Dänemark offen für Forderungen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögenssteuer: Als die Mittelschicht noch Häuser kaufte und die Reichen höhere Steuern zahlten
21.07.2026

Deutschland erlebt die größte Vermögensanhäufung seiner Geschichte – und gleichzeitig wird Eigentum für viele Menschen immer...

DWN
Technologie
Technologie Mistral und Microsoft schließen Milliarden-Deal
21.07.2026

Europa will bei Künstlicher Intelligenz unabhängiger werden – und Microsoft investiert dafür Milliarden in eine Allianz mit dem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handwerkspräsident warnt vor Folgen der Reformpolitik
21.07.2026

Die Bundesregierung verspricht Reformen, doch im Handwerk kommt davon bislang wenig an. Handwerkspräsident Jörg Dittrich fordert deshalb...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Minenjagd: Einsatz gegen eine unsichtbare Gefahr
21.07.2026

Seeminen gehören zu den effektivsten Mitteln, um internationale Handelswege lahmzulegen. Das Aufspüren, Räumen – und gegebenenfalls...

DWN
Panorama
Panorama Deutsche Bahn plant Alkoholverbot an allen Bahnhöfen 
21.07.2026

Die Deutsche Bahn will Alkohol aus ihren 5.400 Bahnhöfen verbannen – und setzt damit auf mehr Sicherheit für Reisende und...

DWN
Technologie
Technologie Bericht: Engpässe im Stromnetz bremsen Chinas grüne Energie
21.07.2026

China ist Weltmeister beim Ausbau von Solar- und Windparks. Doch immer häufiger geht die dort gewonnene Energie verloren. Einer Analyse...