Finanzen

Gold-Preis steigt erstmals seit 2011 wieder über 1.800 Dollar

Am Terminmarkt ist der Goldpreis zum ersten Mal seit mehr als acht Jahren vorübergehend über die Marke von 1.800 Dollar gestiegen. Investoren nutzen Gold, um sich gegen weitere wirtschaftliche Einbrüche abzusichern.
01.07.2020 12:25
Aktualisiert: 01.07.2020 12:25
Lesezeit: 2 min
Gold-Preis steigt erstmals seit 2011 wieder über 1.800 Dollar
Goldbarren. (Foto: dpa) Foto: Sven Hoppe

Der Goldpreis am Terminmarkt ist zum ersten Mal seit mehr als acht Jahren über die Marke von 1.800 Dollar gestiegen. Die Goldbarren zur Lieferung im August stiegen am Dienstag an der New Yorker Rohstoffbörse Comex um 1,3 Prozent auf 1.804 Dollar je Feinunze. Dies war der höchste Stand für einen sehr aktiven Terminkontrakt seit November 2011. Zudem hat das Edelmetall zuletzt sein bestes Quartal seit vier Jahren verzeichnet. Seit Jahresbeginn ist der Preis um 17 Prozent gestiegen.

Im September 2011 erreichte Gold ein bisheriges Allzeithoch. Damals erreichte der Preis im Terminhandel kurzzeitig 1.923,70 Dollar und der Spotpreis stieg vorübergehend bis auf 1.921,17 Dollar. Gegenüber vielen anderen Währungen, etwa dem Euro, dem Pfund Sterling, aber auch vielen Währungen von Schwellenländern hat der Goldpreis dagegen sein Allzeithöchst bereits überschritten und ist in einer neuen historischen Hausse.

Die Nachfrage nach dem sicheren Hafen ist ungebrochen. Hintergrund sind zum einen die historisch niedrigen Zinsen, die selbst bei US-Staatsanleihen längst zu negativen Renditen geführt haben, und zum anderen die anhaltende weltweite Corona-Krise. Diese lässt Aktien im Vergleich weniger attraktiv erscheinen und weitere Interventionen der weltweiten Zentralbanken erwarten. Investoren sehen Gold als ein Mittel zur Diversifikation, um sich gegen weitere wirtschaftliche Einbrüche abzusichern.

Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, sagte am Dienstag vor dem Kongress, dass es von entscheidender Bedeutung sei, das Virus unter Kontrolle zu bringen. Auch ein Wiederaufflackern des Handelsstreits zwischen den USA und China lässt Gold derzeit attraktiv erscheinen. Ein weiterer Faktor ist seit Anfang April das Nachgeben des US-Dollars. Die Goldpreise reagieren wie andere Rohstoffpreise invers zur Entwicklung des Dollarkurses an den Devisenmärkten.

Anleger strömen wieder seit geraumer Zeit in goldbesicherte börsengehandelte Fonds (ETFs), deren Bestände Monat für Monat von Rekord zu Rekord anwachsen. Laut Goldman Sachs könnte der Goldpreis in den nächsten 12 Monaten auf einen neuen Rekordstand von 2.000 Dollar klettern. Auch andere Banken wie JPMorgan Chase empfiehlen Anlegern, Gold zu halten.

Ob Gold-ETFs die beste Form der Investition darstellen, ist eine andere Frage. Denn aufgrund ihrer Struktur bieten sie im Falle einer Finanzkrise voraussichtlich keinen Vermögensschutz. Für goldinteressierte Anleger sind auch Direktanlagen in physisches Gold sowie Gold- oder Silberminen-Aktien durchaus eine Überlegung wert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

 

DWN
Politik
Politik Russland-Sanktionen: EU hebt Sanktionen gegen russische Milliardäre auf
23.09.2026

Sie sorgten für viel Zoff unter den EU-Ländern, doch nach langem Ringen steht fest: Zwei milliardenschwere russische Oligarchen sind...

DWN
Technologie
Technologie Branchenmesse Innotrans: KI soll Bahnreisen effizienter machen
23.09.2026

Künstliche Intelligenz wird auch im Zugverkehr eine große Rolle spielen, sind sich Fachleute sicher. Einen Eindruck davon bekommt man auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Trotz Bargeldliebe: Deutschland holt beim Digitalzahlen auf
23.09.2026

Bargeld spielt in Deutschland traditionell eine große Rolle, doch Verbraucher zahlen immer öfter elektronisch oder per Karte, zeigt eine...

DWN
Politik
Politik Deutschland in der Nato: General Breuer wird Vorsitzender des Nato-Militärausschusses
23.09.2026

Deutschland trägt erheblich zur Steigerung der Verteidigungsfähigkeit Europas bei. Nun wird der ranghöchste Soldat der Bundeswehr...

DWN
Technologie
Technologie Deutscher KI-Markt verdoppelt Ausgaben für generative KI
23.09.2026

KI-Software bleibt Wachstumstreiber: Deutsche Unternehmen investieren 2026 deutlich mehr, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
23.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...