Finanzen

Mehr Mitglieder im Club der Reichen und Superreichen

Die Reichen rund um den Globus haben vor der Corona-Krise ihr Vermögen kräftig gemehrt. Dazu trugen auch gestiegene Aktienkurse bei. Ob der Boom in diesem Jahr so weitergeht, ist aber fraglich.
09.07.2020 09:51
Aktualisiert: 09.07.2020 09:51
Lesezeit: 2 min

Die Reichen und Superreichen gehen mit einem kräftigen Finanzpolster in die Corona-Krise. Sie profitierten im vergangenen Jahr unter anderem vom Anstieg der Aktienkurse. Insgesamt legte das Vermögen der Dollar-Millionäre weltweit gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent auf 74 Billionen Dollar (65,58 Billionen Euro) zu, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens Capgemini hervorgeht. Zugleich gewann der Club der Reichen mehr Mitglieder.

Welche Folgen die Corona-Krise hat, lässt sich den Angaben zufolge aktuell schwer abschätzen. «Die Ungewissheit ist groß», sagte Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer.

Rund um den Globus gab es im vergangenen Jahr 19,6 Millionen Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügten. Das waren 8,8 Prozent mehr als im Jahr 2018. Knapp 1 Prozent kamen auf mehr als 30 Millionen Dollar. In Deutschland stieg die Zahl der vermögenden Privatanleger den Angaben zufolge um 8,6 Prozent auf 1,466 Millionen.

Ihr Vermögen aus Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, alternativen Investments, Bargeld sowie Immobilien, die nicht selbst genutzt wurden, stieg um 8,8 Prozent auf rund 5,48 Billionen Dollar (4,86 Billionen Euro). Die Dollar-Millionäre in Deutschland profitierten insbesondere von gestiegenen Kursen am Aktienmarkt und höheren Immobilienpreisen.

Zum Vergleich: Das Geldvermögen aller privaten Haushalte in Deutschland summierte sich Ende 2019 nach Angaben der Bundesbank auf rund 6,46 Billionen Euro. Dabei handelt es sich um Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen. Immobilien werden nicht berücksichtigt.

Diese machen nach einer im vergangenen Herbst veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) einen wichtigen Unterschied - neben dem Besitz eines Unternehmens oder einer Beteiligung daran. Menschen, die in den eigenen vier Wänden wohnen, profitierten vom Immobilienboom - ihr Vermögen wuchs besonders kräftig. Dem DIW zufolge besaßen in Deutschland die reichsten zehn Prozent zuletzt mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent). Die ärmere Hälfte hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent.

Capgemini zufolge zählt Deutschland weiterhin zu den Ländern mit den meisten Dollar-Millionären. An der Spitze liegen erneut die USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China. Diese Länder stehen zusammen für nahezu 62 Prozent der Vermögenden weltweit. Nach einer jüngst veröffentlichten Untersuchung der Boston Consulting Group halten Dollar-Millionäre weltweit mehr als die Hälfte des gesamten Finanzvermögens aus Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds.

Die Folgen der Corona-Krise, die die Weltwirtschaft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in eine beispiellose Krise stürzen wird, sind Capgemini zufolge aktuell schwer abzusehen. Das Beratungsunternehmen schätzt den Rückgang des globalen Vermögens der Reichen zum Stichtag Ende April 2020 im Vergleich zu Ende Dezember 2019 auf 6 bis 8 Prozent. Ein Teil der Verluste sei durch die jüngste Erholung an den Börsen allerdings aufgeholt worden. «Nach dem starken Einbruch im März gab es wieder einen erstaunlich starken Anstieg», sagte Meyer.

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