Politik

Krim-Besuch: Putin kündigt Ausbau der russischen Kriegsflotte an

Bei einem Besuch auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat Russlands Präsident Wladimir Putin einen Ausbau der Kriegsflotte des Landes angekündigt. Die Ukraine hat gegen Putins Krim-Besuch protestiert.
20.07.2020 16:39
Aktualisiert: 20.07.2020 16:39
Lesezeit: 1 min
Krim-Besuch: Putin kündigt Ausbau der russischen Kriegsflotte an
Auf diesem am 29.07.2019 zur Verfügung gestellten Foto nehmen russische Kriegsschiffe an einer Militärparade während der Feierlichkeiten zum Tag der Marine teil. (Foto: dpa) Foto: Lin Jian

Bei einem neuen umstrittenen Auftritt auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat Kremlchef Wladimir Putin einen Ausbau der russischen Kriegsflotte angekündigt. In der Hafenstadt Kertsch brachte er am Montag den Bau von sechs Kriegsschiffen auf den Weg, darunter je zwei große Kreuzer, Atom-U-Boote und Fregatten. Sie würden mit modernen Waffensystemen ausgestattet, sagte Putin, während weitere Werften im Land per Video zugeschaltet waren.

"Sie erhöhen spürbar das Kampfpotenzial der Kriegsflotte", sagte er bei der Kiellegung der zwei großen Kriegsschiffe nahe der ukrainischen Grenze. Die neuen Kriegsschiffe sorgten für ein strategisches Gleichgewicht und für Stabilität in der Welt, sagte Putin. "Unser Land gehört zu den führenden Marine-Mächten der Welt", betonte er.

Das Außenministerium in Kiew protestierte gegen den Besuch Putins, der unerwünscht sei und gegen die Resolutionen der Vereinten Nationen verstoße. Laut Völkerrecht gehört die Halbinsel zur Ukraine. Russland hingegen sieht die Krim nach einem international nicht anerkannten Referendum von 2014 über den Beitritt zu seinem Staatsgebiet als sein Territorium an. Die EU und die USA haben gegen Russland deshalb Sanktionen verhängt.

Russland hatte in der Vergangenheit versucht, von Frankreich Hubschrauberträger der Mistral-Klasse zu kaufen. Die Pläne scheiterten, weil der Westen Russland nicht für einen zuverlässigen Partner hält und dem Land militärische Aggressionen gegen andere Staaten vorwirft. Nach Darstellung Putins hat die Kriegsmarine Russlands in den vergangenen acht Jahren bereits rund 200 neue Schiffe erhalten. Bis 2027 sollen 70 Prozent der Flotte erneuert sein. Am 26. Juli feiert Russland den Tag der Kriegsmarine mit großen Paraden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Verkehrte Welt: Griechen lehren die Deutschen Reformen, griechische Börse renditestärker als deutsche
07.10.2026

Vor gut einem Jahrzehnt diskutierte Deutschland noch über einen möglichen Euro-Austritt Griechenlands. Heute wächst die griechische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Nasdaq und S&P 500 schließen auf Rekordhochs; Anleiherenditen geben nach
06.10.2026

Welche Kräfte die Märkte antreiben und warum bestimmte Sektoren jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Pest-Verdacht in Russland treibt meine Aktie plötzlich zweistellig nach oben
06.10.2026

Die Aktie, die ich vergangene Woche noch als obskur bezeichnet hatte, ist um fast 13 Prozent gestiegen.

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Bahn: Per 5-Jahres-Plan endlich pünktlich ans Ziel?
06.10.2026

Marode Gleise und unpünktliche Züge belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Ein neuer Infraplan soll verbindliche Ziele setzen und die...

DWN
Politik
Politik Staatshaushalt: Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 von fast 99 Milliarden Euro
06.10.2026

Der deutsche Staat gibt deutlich mehr aus, als er einnimmt: Die öffentlichen Haushalte verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Eine Anlage, der ich keinen Erfolg wünsche
06.10.2026

Alpha Pro Tech ist klein, langweilig und an der Börse meist nahezu unsichtbar. Doch sobald eine Gesundheitskrise ausbricht, können Umsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreichs Schulden treiben den Euro in die Krise
06.10.2026

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, während Frankreichs Schuldenkrise die Finanzmärkte verunsichert. Warum Experten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
06.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...