Politik

Deutsche Geheimdienste alarmiert wegen Radikalismus von Linken und Rechten

Die deutschen Nachrichtendienste beobachten eine beunruhigende Radikalisierung rechter und linker Gruppen. Links- und Rechtsextremismus stellen eine wachsende Gefahr für die innere Sicherheit dar.
07.09.2020 18:03
Lesezeit: 1 min
Deutsche Geheimdienste alarmiert wegen Radikalismus von Linken und Rechten
04.02.2014, Nordrhein-Westfalen, Köln: Das Bundesamt für Verfassungsschutz. (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Der sächsische Verfassungsschutz bescheinigt der linksextremistischen Szene in Leipzig eine steigende Gewaltbereitschaft. Es sei besorgniserregend, „dass Linksextremisten nicht nur Sachbeschädigungen fest in ihre Strategie einkalkulieren, sondern mittlerweile auch Personenschäden billigend in Kauf nehmen“, erklärte Behördensprecherin Patricia Vernold am Montag. Nach drei Krawallnächten seit Donnerstag blieb es zum Wochenbeginn in Leipzig ruhig.

Am Donnerstag, Freitag und Samstag hatte es in Leipzig jeweils Demonstrationen gegeben, aus denen heraus die Polizei angegriffen wurde. Vermummte warfen Steine, Flaschen und Böller auf die Einsatzkräfte. Dabei wurden laut Polizei elf Beamte leicht verletzt. An einem Abend wurde zudem ein bewohnter Neubau mit Steinen und Bengalos beworfen. Auslöser der gewalttätigen Proteste waren Hausbesetzungen, die von der Polizei beendet worden waren.

Der Verfassungsschutz hält das Eintreten gegen Gentrifizierung und Verdrängung allerdings nur für vorgeschoben. Es habe sich jeweils schnell gezeigt, „dass es den Linksextremisten nicht um friedliche Veranstaltungen zu diesen politischen Themen oder gar um Lösungen ging, sondern darum, schnell und massiv Gewalt gegen Polizisten und damit gegen den Rechtsstaat anzuwenden“, erklärte Vernhold.

Die Zahl potenzieller Rechtsextremisten in Brandenburg ist im vergangenen Jahr auch wegen AfD-Verdachtsfällen auf einen Höchststand gestiegen. Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht hervor, den Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Behördenchef Jörg Müller am Montag in Potsdam vorstellten. Der Wert sei um zwei Drittel auf 2.765 auf den bisher höchsten Stand in der Geschichte des Landes gestiegen. Im Jahr 2018 wurde die Zahl potenzieller Rechtsextremisten mit 1.675 angegeben. Die Zahl habe zum sechsten Mal in Folge zugenommen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kampf ums Wasser: Die wasserhungrigen Industrien
26.09.2026

Sechs Zentimeter am Rheinpegel Kaub, Lieferprobleme bei BASF, schwächelnde Wasserkraftwerke: Der Dürresommer 2026 macht endgültig klar,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Irans Feigenblatt sorgt für grüne Zahlen an der Wall Street
25.09.2026

Ein unerwarteter Wendepunkt im Nahen Osten sorgt für Bewegung an den Märkten – erfahren Sie, welche Aktien jetzt besonders profitieren.

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO rückt näher, OpenAI bremst: Was passiert mit den Rekord-Börsengängen?
25.09.2026

Was ist über Zeitplan, Bewertungen und Forderungen nach einer langsameren KI-Entwicklung vor den angekündigten Börsengängen bekannt?

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Henkel feiert 150 Jahre: Das sind die größten Herausforderungen
25.09.2026

Mit seinen bekannten Markenprodukten prägt Henkel seit Jahrzehnten den Alltag vieler Kunden. Ein Blick auf wichtige Meilensteine, Krisen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
25.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gold für mehr als acht Milliarden Dollar: Russland meldet weitere Verkäufe
25.09.2026

Russlands Zentralbank verkauft seit Jahresbeginn kontinuierlich Gold. Fast 56 Tonnen verschwanden bereits aus den offiziellen Reserven, ihr...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Defekte Schraube an der Lenkung: Großrückruf bei VW, Audi und Seat
25.09.2026

Wegen möglicher Mängel an der Lenkung muss der Volkswagen-Konzern bundesweit fast eine Million Fahrzeuge der Marken VW, Audi und Seat in...

DWN
Politik
Politik Protest gegen den Zwang: Zehntausende Schüler gehen gegen drohende Wehrpflicht auf die Straße
25.09.2026

Die Sorge vor einer Rückkehr der Wehrpflicht treibt die Jugend auf die Straße. Mit einem bundesweiten Aktionstag fordert eine...