Unternehmen

HeidelbergCement baut weltweit erste Kohlendioxid-Abscheideanlage für ein Zementwerk

Die Zementindustrie gehört weltweit zu den Industrien, die das Klima mit ihren Emissionen am stärksten belasten. Jetzt setzt HeidelbergCement einen besonderen Plan um.
28.12.2020 15:00
Lesezeit: 1 min

Der deutsche Dax-Konzern HeidelbergCement hat in seiner Fabrik in der norwegischen Gemeinde Brevik damit begonnen, eine besondere Technologie zu installieren. Diese kann Kohlendioxid (CO2), das bei der Produktion entsteht, abfangen und dauerhaft einlagern.

Wie das Unternehmen in einer Erklärung bekannt gegeben hat, erteilte das norwegische Parlament dazu seine Erlaubnis.

Diese Technologie nennt sich „Carbon Capture and Storage“ (CCS) und ist in diesem Fall in der Lage, pro Jahr 400.000 Tonnen Kohlendioxid abzufangen und zu speichern. Das Besondere: Es ist das weltweit erste CCS-Projekt im industriellen Maßstab in einem Zementwerk. Der Zeitplan sieht vor, dass die Anlage 2024 mit der Abscheidung von Kohlendioxid aus der Zementproduktion beginnt. Ziel ist eine Verringerung der CO2-Emissionen um 50 Prozent.

„Wir freuen uns über die endgültige Genehmigung des norwegischen Parlaments für unser zukunftsweisendes CCS-Projekt in Norwegen“, sagt Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement. „CO2-Abscheidung ist ein wichtiger Eckpfeiler zur Erreichung der nationalen und internationalen Klimaziele. Unser CCS-Projekt in Brevik wird den Weg für unsere Industrie und andere Sektoren ebnen“, erklärte der Manager.

„HeidelbergCement begrüßt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den norwegischen Behörden. Das CCS-Projekt in Brevik zeigt deutlich, wie wichtig es ist, dass Industrie und öffentlicher Sektor gemeinsame Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel finden“, erklärte Giv Brantenberg – unter anderem General Manager HeidelbergCement Northern.

Hintergrund: Im September 2019 hatten HeidelbergCement und der staatliche norwegische Energiekonzern Equinor eine Absichtserklärung über die Abscheidung und Speicherung von CO2 unterzeichnet. Die Finanzierung des Projekts wird weitgehend von der norwegischen Regierung unterstützt und ist Teil des norwegischen Klima-Investitionsprojekts „Longship“, das die Abscheidung, den Transport und die Speicherung von CO2 im industriellen Maßstab vorsieht.

HeidelbergCement hat sich das Ziel gesetzt, bis 2025 seine spezifischen Netto-CO2-Emissionen pro Tonne zementartigem Material im Vergleich zu 1990 um 30 Prozent im Vergleich zu senken. Dieser Wert war bisher erst für 2030 angestrebt worden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen konkrete CO2-Reduktionsmaßnahmen für alle Werke weltweit definiert. HeidelbergCement möchte bis spätestens 2050 klimaneutralen Beton anbieten.

Grundsätzlich gilt die Zementproduktion weltweit zu den klimaschädlichsten Industrien überhaupt. Experten haben errechnet, dass auf ihr Konto acht Prozent der globalen Kohlendioxid-Emissionen geht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Micron führt Chip-Rallye an, während Wall Street leicht zulegt
01.10.2026

Überraschende Impulse an der Wall Street – Erfahren Sie, welche Kräfte den Markt heute bewegten.

DWN
Politik
Politik Frankreichs Schüler rebellieren: Knapp 2.000 Festnahmen bei Schulprotesten in Frankreich
01.10.2026

Seit Tagen demonstrieren Schüler an Frankreichs Gymnasien gegen kaputte Gebäude, zu wenig Lehrer und angekündigte Sparmaßnahmen in der...

DWN
Politik
Politik Innenministerkonferenz ändert Regeln: Bundesländer wollen mit Mehrheit gegen AfD entscheiden
01.10.2026

Die Innenministerkonferenz (IMK) verabschiedet sich vom Einstimmigkeitsprinzip, um zukünftig "Blockaden" zu verhindern. Aus Angst vor der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Autozulieferer vorm Aus: Bohai-Automotive schließt Werk in Sachsen-Anhalt
01.10.2026

Erst nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt die offizielle Nachricht: Der ostdeutsche Autozulieferer Bohai-Automotive schließt sein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutscher Tierhandelsriese Fressnapf legt Pläne offen: Schnelles Wachstum in Polen
01.10.2026

Polen gehört zu den wichtigsten Märkten der Fressnapf-Gruppe, dem europäischen Marktführer im Zoofachhandel. Die zum Konzern gehörende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der schrumpfende Riese: Warum Deutschlands Arbeitsmarkt vor einer historischen Trendwende steht
01.10.2026

Der deutsche Arbeitsmarkt galt über Jahre hinweg als Fels in der Brandung. Trotz globaler Krisen, geopolitischer Verwerfungen und einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Softwaretochter Cariad vor massivem Stellenabbau
01.10.2026

Volkswagen stellt seine Softwarestrategie weiter auf den Prüfstand. Bei Cariad droht ein neuer Stellenabbau, während Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toyota Corolla Cross im Test: Der Hybrid, der an einen Diesel erinnert
01.10.2026

Der Toyota Corolla Cross verbindet Hybridtechnik mit viel Komfort und erstaunlich niedrigem Verbrauch. In der getesteten GR-Sport-Version...