Wirtschaft

Nicht normal: Am Tag des „Sturms auf das Kapitol“ gab es Kursgewinne an den US-Börsen

Wenn von einem „Sturm auf das Parlament“, einem „Sturm auf das Kapitol“ oder einem „Putschversuch“ die Rede ist, krachen die Börsen normalerweise ein. Doch am 6. Januar 2021 ist in den USA das genaue Gegenteil passiert.
22.01.2021 20:26
Aktualisiert: 22.01.2021 20:26
Lesezeit: 1 min
Nicht normal: Am Tag des „Sturms auf das Kapitol“ gab es Kursgewinne an den US-Börsen
Der S&P 500-Index (DWN/Screenshot)

Am Tag des „Sturms auf das Kapitol“ lag der S&P 500-Index bei 3.748, 14 Punkten und stieg auf 3.803,79 Punkten am 7. Januar 2021 und 3.824,68 Punkten am 8. Januar 2021. Offenbar wirkte sich dieses Ereignis sekundär auf den Index aus, während der Ausgang der Stichwahl für den US-Senat am 5. Januar 2021 im US-Bundesstaat Georgia entscheidender gewesen ist, könnte man behaupten. Denn am 6. Januar 2021 wurde klar, dass der Kandidat der Demokratischen Partei, Raphael Warnock, in den US-Senat einziehen kann. Beim Dow Jones und beim Nasdaq ließen sich dieselben Trends beobachten.

Normalerweise sind Indizes sehr vulnerabel, wenn es darum geht, dass „Extremisten“, „Milizen“ und andere negativ behaftete Gruppen versuchen, das nationale Parlament zu stürmen. Im Fall der USA handelte es sich dabei um das Kapitol, also um das Heiligtum der US-Demokratie.

Doch am Tag des 6. Januars 2021 reagierten die Börsen nicht. Dabei wurde der sogenannte „Sturm auf das Kapitol“ von den US-Medien als „Angriff auf die Demokratie“ interpretiert. Es wurde auch behauptet, dass die Trump-Befürworter und Trump selbst einen „Putschversuch“ durchgeführt hätten. Spätestens dann hätten die Börsen reagieren müssen, zumal ein „Putschversuch“ schwerer wiegt als der Ausgang einer Stichwahl. Doch das taten sie nicht.

Die Abnormalitäten an den Börsen wollen offenbar kein Ende nehmen. Doch das könnte auch bedeuten, dass es zu einem Zeitpunkt zu einem Börsen-Crash kommen könnte, an dem man es am wenigsten erwartet (Mehr HIER).

+++

Zur Wichtigkeit des S&P 500-Index berichtet die „IT Times“: „Der Standard & Poors 500 Index gehört neben dem Dow Jones zu den größten US-Aktienindizes. 1950 wurde er gegründet und wird heute unter anderem an der New York Stock Exchange (NYSE) gehandelt. Wie der Name schon sagt, enthält das Börsenbarometer die 500 größten börsennotierten Konzerne aus den USA, die aber teilweise ihren Firmensitz im Ausland haben. Damit ist er zwar ebenfalls wie beispielsweise der Deutsche-Aktien-Index (DAX) nur ein Länderindex, aufgrund der großen Anzahl an Unternehmen und dem wichtigen Wirtschaftsstandort USA sagt er aber einiges über den Zustand des globalen Handels aus.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die 7 gefährlichsten Bürokratiefallen für Mittelständler: So hebeln Sie sie aus
20.06.2026

Immer neue Regeln, Formulare und Dokumentationspflichten treiben Mittelständler an ihre Grenzen – oft weit stärker als große Konzerne....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Inster im Test: Kleiner Elektro-SUV für fast jeden Geldbeutel
20.06.2026

Der Hyundai Inster wirkt auf den ersten Blick wie ein elektrischer Stadtzwerg. Im Test zeigt der kleine SUV aber mehr Platz, Komfort und...

DWN
Panorama
Panorama KI-Bewerbung: Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden
20.06.2026

Immer mehr Bewerber nutzen KI, um ihre Jobsuche zu beschleunigen. Doch die besten Ergebnisse entstehen nicht auf Knopfdruck. Wer Chatbots...

DWN
Panorama
Panorama EU einigt sich auf Fluggastrechte-Reform: Das ändert sich für Reisende
20.06.2026

Die EU hat sich auf neue Regeln für Flugreisende verständigt. Künftig sollen Passagiere bei Gepäck, Sitzplätzen und Informationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse: Deutschland strebt eine Ausnahmeregelung von der gemeinsamen Aufsicht an
20.06.2026

Deutschland fordert mehr europäische Kapitalmarktintegration, will der Deutschen Börse aber offenbar eine Ausnahme sichern. Der Fall...

DWN
Politik
Politik Rotstift beim Wohngeld: Bundesregierung plant Sparhammer für Wohngeldempfänger
19.06.2026

Das Spardiktat der Bundesregierung trifft Haushalte mit geringem Einkommen hart: Bauministerin Verena Hubertz plant drastische Kürzungen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Preis Sevnica: 60 Tonnen Stahl für die Elektrifizierung Europas
19.06.2026

Das Unternehmen Preis Sevnica aus Slowenien fertigt hochkomplexe Transformatorgehäuse, baut im Zuge der Elektrifizierung Europas seine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Elektroautos greifen Deutschlands Autoelite an
19.06.2026

Wer Chinas Autobauer noch für Nachahmer hält, unterschätzt den eigentlichen Umbruch der Branche. Chinesische Elektroautos setzen längst...