Deutschland

Verrückte Entwicklung: Immobilien-Preise auf Sylt steigen wegen Corona

Der rasante Anstieg der Immobilienpreise auf Sylt wird durch die Corona-Pandemie verstärkt.
01.03.2021 13:00
Lesezeit: 1 min

Der rasante Anstieg der Immobilienpreise auf Sylt wird durch die Corona-Pandemie verstärkt. Der Trend habe schon vor dem Frühjahr 2020 begonnen und sei durch die Pandemie intensiviert worden, sagt Peter-Georg Wagner, Geschäftsführer des Immobilienverbands (IVD) Nord. Der Höhenflug der Immobilienpreise werde sich bei Zweit-, Dauer- sowie Ferienwohnungen in Deutschland fortsetzen, heißt es beim IVD.

„Durchschnittlich sind die Preise im Corona-Jahr im selbst genutzten Wohneigentum um fünf bis zehn Prozent gestiegen“, sagt Peter-Georg Wagner, Geschäftsführer des Immobilienverbands (IVD) Nord. Auf Sylt sei der Anstieg noch höher.

„Die Preise auf der Insel steigen um 10 bis 20 Prozent und werden vermutlich noch weiter steigen“, sagt Peter Peters, Immobilienmakler auf Sylt. Ein Haus in begehrter Wattlage in Kampen kostet demnach inzwischen mindestens 30 Millionen Euro, sagt Peters. In Keitum müssen solvente Käufer für ein fertiges Haus mit Blick auf das Wattenmeer in der Regel zwischen 12 bis 18 Millionen Euro zahlen. „Der Kreis Nordfriesland erstellt regelmäßig eine Bodenrichtwert-Tabelle, aus der diese amtlichen Zahlen für Sylt hervorgehen.“

Als Grund für diese Entwicklung im Luxus-Segment sieht der Makler unter anderem die eingeschränkten Reisemöglichkeiten. Während Hotels im Lockdown geschlossen sind und Ferienwohnungen nicht vermietet werden dürfen, erlaubt die schleswig-holsteinische Landesverordnung den Zweithausbesitzern, ihre Immobilien auf der Insel weiter zu nutzen.

Menschen aus Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Berlin „erkaufen sich mit einem Haus oder einer Wohnung auf Sylt eine größere Freiheit“, sagt Peters. Das sei ein willkommener Tapetenwechsel, wenn Auslandsreisen coronabedingt nicht oder nur stark eingeschränkt möglich sind.

Seit Mitte der 1960er Jahre steigen die Grundstückspreise auf Sylt kontinuierlich. „Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich die Preise nahezu verdoppelt2, sagt Peters.

Wie sich die Preise für Eigenheime auf der Insel entwickeln, hänge auch davon ab, wie sich die Verbreitung des Coronavirus entwickelt und wie die Impfungen voranschreiten, sagt IVD Nord-Geschäftsführer Wagner. Die Lage sei hier ausschlaggebend: „Eine attraktive Insel wie Sylt verliert ihre Anziehung nicht.“ Hier sowie auf der ostfriesischen Insel Norderney und in der Region Tegernsee sei Baugrund in Deutschland am teuersten.

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