Politik

Armeniens Premier macht sich mit Kritik an russischem Raketen-System zum Deppen

Armeniens umstrittener Premier Nikol Pashinyan meint, dass das russische Raketensystem "Iskander" während des Karabach-Konflikts nutzlos gewesen sei. Das zog nicht nur Kritik aus Russland, sondern sogar aus den Reihen des armenischen Militärs nach sich.
06.03.2021 13:22
Lesezeit: 1 min

In einem Interview mit 1in.am bewertete der armenische Premierminister Nikol Pashinyan die Ergebnisse des jüngsten Krieges in Berg-Karabach. Er stellte die Fähigkeiten russischer Waffen in Frage - seiner Meinung nach funktionierten die ballistischen "Iskander-Raketen" mit einer geringen Erfolgsquote von nur zehn Prozent. Das armenische Verteidigungsministerium lehnte es ab, sich zu der zweideutigen Aussage des Premierministers über den Erfolg des Iskander-Systems während des 44-tägigen Krieges zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach im vergangenen Jahr zu äußern.

Viktor Zavarzin, stellvertretender Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der russischen Staatsduma, bezeichnete Pashinyans Aussage als absolute Lüge. Einer der Designer der Iskander-Rakete, Vladimir Kovalev, forderte den armenischen Premierminister auf, seine "Falschaussagen" so schnell wie möglich zurückzunehmen. Vazgen Manukyan, der erste Premier Armeniens nach dem Zerfall der Sowjetunion, formulierte es sogar noch schärfer. Er teilte über Twitter mit, „man muss entweder ein Idiot oder ein Feind sein, um eine solche Erklärung über das Iskander-Raketensystem abzugeben.“

Der stellvertretende Chef des armenischen Generalstabs, Tiran Khachatryan, konnte sich ein höhnisches Lachen nicht verkneifen, als er nach Pashinyans Aussagen zu den in Russland hergestellten Waffen gefragt wurde. Der Kreml-Sprecher Dmitry Peskov sagte ebenfalls, dass Pashinyan offenbar über die russischen Raketensysteme falsch informiert wurde.

Das Iskander-Raketensystem wurde entwickelt, um Armeestützpunkte, Kommando- und Kontrolleinheiten, Raketenkomplexe, Kampfjets und Hubschrauber zu eliminieren. Die Hauptvorteile des Systems sind strategische Mobilität, versteckte Bereitschafts- und Raketenstartfunktionen, automatische Aufgabenberechnung und -eingabe sowie funkelektronische Reaktionsbedingungen.

Der zwischen Aserbaidschan und Armenien gilt als erster Drohnen-Krieg der Geschichte. Der Analyst Felix Hett schreibt: „Kriegsentscheidend waren vor allem Drohnen türkischer Bauart, die den armenischen Truppen massive Verluste zufügten.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Wandel im Vaping-Markt: Nachhaltigkeit und Kostendruck treiben Wechsel zu Mehrwegsystemen

Der Markt für E-Zigaretten durchlebt eine tiefgreifende Transformation. Lange Zeit galten Einweg-Vapes, popularisiert durch Marken wie Elf...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäischer Gaspreis steigt wieder: Iranische Attacken nach US-Angriffsstopp – Entspannung nicht in Sicht
29.07.2026

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten war nur von kurzer Dauer. Neue militärische Entwicklungen lassen den europäischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Europa droht ein Preisschock und ein stärker als erwarteter Anstieg des Euribor
29.07.2026

Der 6-Monats-Euribor ist auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren geklettert. Der Anstieg dürfte sich fortsetzen, da ein unerwartet...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Starke Quartalszahlen stützen Erholung, Cashflow bleibt Belastungsfaktor
29.07.2026

Nach Monaten deutlicher Kursverluste zeigt sich die Rheinmetall-Aktie am Mittwoch von ihrer besten Seite – dank starker Quartalszahlen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ende der Einspeisevergütung: Was sich durch die EEG-Reform bei der Solarförderung ändert
29.07.2026

Die Bundesregierung stellt die Förderung von Solarstrom grundlegend um. Das Kabinett hat eine Reform des EEG beschlossen, die private...

DWN
Finanzen
Finanzen DWS-Aktie sackt ab: Deutsche-Bank-Tochter enttäuscht mit Erträgen
29.07.2026

Auf den ersten Blick liefert DWS starke Zahlen: Milliarden fließen neu in die Fonds, das verwaltete Vermögen erreicht einen Höchststand...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung 2025: So nutzen Sie die neuen Freibeträge und Steuerpauschalen
29.07.2026

Die Steuererklärung 2025 müssen pflichtveranlagte Steuerzahler bis spätestens 31. Juli 2026 beim Finanzamt einreichen. Auch in diesem...

DWN
Finanzen
Finanzen BMW-Aktie unter Druck: Anlegern reicht BMW-Stellenabbau offenbar nicht aus – BMW-Zahlen stehen an
29.07.2026

BMW galt lange als Ausnahme unter den deutschen Autobauern. Nun folgt ein BMW-Stellenabbau, der Münchener Autobauer verschärft seinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose 2027: Kommt jetzt der nächste große Kursrutsch?
29.07.2026

Nach einem Kursrückgang von über 25 Prozent seit dem Goldpreis-Rekordhoch Ende Januar haben Anleger ihre Investitionen in Gold-ETFs...