Deutschland

Mietpreise von Hartz-IV-Wohnungen steigen drastisch an

Die Mieten für einfache Wohnungen von Hartz-IV-Empfängern, für die der Staat die Kosten trägt, sind nach Angaben der IG Bau massiv gestiegen.
26.03.2021 11:00
Lesezeit: 1 min
Mietpreise von Hartz-IV-Wohnungen steigen drastisch an
Aus zahlreichen Wohnungen des Mehrfamilienhauses leuchtet am Abend Licht. In Deutschland ist zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein harter Lockdown in Kraft. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Die Mieten für einfache Wohnungen von Hartz-IV-Empfängern, für die der Staat die Kosten trägt, sind nach Angaben der IG Bau seit 2015 im Bundesschnitt um 28 Prozent gestiegen. Konkret hätten die Mietpreise für solche Wohnungen mit einfachem Standard von Anfang 2015 bis Oktober 2020 von 5,43 Euro auf 6,96 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zugelegt, sagte der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Robert Feiger.

Feiger verwies auf eine entsprechende Berechnung, die seine Gewerkschaft und der Mieterbund beim Pestel-Institut in Hannover in Auftrag gegeben hätten. Danach hätten sich die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum lediglich um 7,5 Prozent erhöht. Hätten sich die Mietpreise analog zu den Verbraucherpreisen entwickelt, hätten Bund und Kommunen laut Pestel-Institut 1,9 Milliarden Euro eingespart.

Der Gewerkschaftschef übte scharfe Kritik an der Wohnungsbaupolitik der vergangenen Jahre. „Der Steuerzahler zahlt die Mieten-Explosion über die Kosten der Unterkunft mit“, sagte Feiger. „Der Staat zahlt über 1,9 Milliarden Euro pro Jahr „zu viel“ an Vermieter - Geld, das er dringend in den bezahlbaren und sozialen Wohnungsbau investieren muss.“

Die Bundesregierung will am Dienstag eine Bilanz ihrer „Wohnraumoffensive2 ziehen. Sie war vor zwei Jahren begonnen worden. Nach Darstellung des Mieterbunds dreht sich die Mietenspirale jedoch weiter nach oben. Gefordert werden neben einem Mietenstopp etwa Änderungen im Bodenrecht, mehr Neubau, strengere Regeln für Mietvertragskündigungen und mehr Modernisierungsförderung.

Die Immobilienpreise befinden sich seit Jahren im Aufwärtstrend. Daran konnte auch die Pandemie nichts ändern. Während das Preisniveau in allen Städten zunimmt, wird auch die Immobilienpreis-Kluft zwischen den Städten größer (HIER).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China überrollt Deutschland mit Exporten
14.07.2026

China liefert immer mehr Waren nach Deutschland, während deutsche Exporte kaum noch mithalten. Neue Zolldaten zeigen, wie sich das...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs im freien Fall: KI-Aktien ziehen Milliarden ab
14.07.2026

Der Bitcoin-Kurs stürzt ab, Milliarden fließen aus den großen Krypto-Fonds und selbst institutionelle Anleger ziehen sich zurück....

DWN
Panorama
Panorama Goldener Windbeutel 2026: LaVita landet auf Platz eins
14.07.2026

Goldenen Windbeutel 2026: 66.000 Verbraucher haben abgestimmt. Der überteuerte Saft von LaVita ist die dreisteste Werbelüge des Jahres....

DWN
Politik
Politik Terrorgefahr? Iranische Drohungen sorgen für neue Sicherheitswarnungen in Deutschland
14.07.2026

Ein iranischer Zeitungsbeitrag sorgt in Berlin für wachsende Besorgnis. Politiker mehrerer Parteien sehen darin mehr als bloße Propaganda...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chemieindustrie: Warum Deutschland seine industrielle Basis verspielt
14.07.2026

Sie steht selten im Rampenlicht, doch ohne sie läuft fast nichts: Europas Chemieindustrie liefert die Grundlage für Medikamente,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Sandisk-Aktien brechen um 13 Prozent ein, da Chip-Ausverkauf die Wall Street erschüttert
13.07.2026

Turbulente Zeiten an der Börse: Erfahren Sie, welche Ereignisse die Technologieriesen jetzt ins Wanken bringen.

DWN
Finanzen
Finanzen Eurozone: Inflation fällt überraschend deutlich – was das für die EZB-Zinspolitik bedeutet
13.07.2026

Die Inflation in der Eurozone ist im Juni stärker gesunken als erwartet. Nach dem Preisschub durch den Krieg im Nahen Osten und hohe...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E-Auto-Produktion in Europa legt zu: Neue Studie zeigt überraschende Entwicklung
13.07.2026

Die europäischen Strafzölle auf Elektroautos aus China sollten heimische Produktionsstandorte stärken. Erste Daten deuten tatsächlich...