Politik

WHO kritisiert Corona-Impfzwang bei internationalen Reisen

Das Notfallkomitee der Weltgesundheitsorganisation spricht sich gegen verpflichtende Corona-Impfnachweise bei internationalen Reisen aus. Die Begründung des Komitees ist auch ein Schlag ins Gesicht der Politik, die den EU-Impfpass vorantreibt.
19.04.2021 17:03
Aktualisiert: 19.04.2021 17:03
Lesezeit: 1 min
WHO kritisiert Corona-Impfzwang bei internationalen Reisen
Die Impfung sollte nach Ansicht des WHO-Notfallkomitees vorerst keine Voraussetzung für internationale Reisen werden. (Foto: dpa) Foto: Friso Gentsch

Internationale Gesundheitsexperten haben sich dagegen ausgesprochen, dass Länder eine Impfung gegen das Coronavirus zur Voraussetzung für eine Einreisegenehmigung machen. Der unabhängige Notfallausschuss, der die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Pandemiefragen berät, teilte am Montag mit.

Zum einen gebe es nur begrenzte Erkenntnisse darüber, ob eine Impfung überhaupt die Gefahr einer Ansteckung anderer senke. Auf der anderen Seite wären solche Auflagen wegen der ungleichen Verteilung der Impfstoffe unfair. Sie würden die Gräben zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern noch vertiefen.

Mehr zum Thema: Michael Bernegger warnt: Die Durchimpfung der Gesellschaft ist ein noch nie dagewesenes medizinisches Experiment

Der Ausschuss zeigte sich sehr besorgt über die ungleiche Verteilung des Corona-Impfstoffs in der Welt. Die Pandemie könne kaum überwunden werden, solange nicht alle Länder Zugang zu ausreichend Impfstoff, Medikamenten und Tests hätten. Er empfahl deshalb die Ende Januar 2020 wegen des zirkulierenden Coronavirus erklärte «Notlage von internationaler Tragweite» aufrecht zu erhalten.

Der Ausschuss rief Mitgliedsländer auf, die solidarische Impfbeschaffungsinitiative Covax zu unterstützen, auf die viele ärmere Länder für die Belieferung mit Impfstoff angewiesen sind. Er empfahl der WHO zudem, neue Impfstoffe zügiger auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit zu prüfen und die zuständigen Behörden in den Mitgliedsländern zu stärken. Die Risikoüberwachung solle gestärkt werden, vor allem im Bezug auf Virusvarianten. Priorität müsse dabei alles haben, was für die Impfstoffentwicklung relevant sei.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Die Refurbed-Checkliste: 5 Qualitätsstandards, die herkömmliche gebrauchte iPhones nicht erfüllen

Preisbewusstsein, Nachhaltigkeit und Qualität sind die Dinge, die für die meisten heutzutage beim Kauf von Smartphones im Mittelpunkt...

DWN
Politik
Politik EU-Klimazoll: CO2-Zoll soll auch für Waschmaschinen und andere Waren kommen
26.02.2026

Künftig sollen 180 Industrieprodukte, darunter auch Haushaltswaren, unter den EU-CO2-Zoll fallen. Was die Kommission damit erreichen will.

DWN
Finanzen
Finanzen Kupferpreis-Prognose: Was das Metall über die Industrie verrät – und was für Anleger jetzt wichtig wird
26.02.2026

Der Kupferpreis rückt angesichts globaler Infrastrukturprogramme, Energiewende und geopolitischer Verschiebungen zunehmend ins Zentrum der...

DWN
Politik
Politik Umfrage Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: SPD rückt an CDU ran
26.02.2026

Laut einer Umfrage zeichnet sich ein Trend ab: Die SPD hat aufgeholt. Noch führt die CDU, doch jetzt trennt die Parteien nur noch ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rohstoffkrieg um Seltene Erden: China, Russland und Trumps Griff nach Grönland
26.02.2026

Rohstoffe sind längst mehr als Wirtschaftsgüter – sie werden zu politischen Druckmitteln. Ob Grönland, Taiwan oder die Ukraine:...

DWN
Technologie
Technologie Fusionsenergie: Stromfresser KI - Kernfusion als Rettung?
26.02.2026

Tech-Welt und Politik trafen sich in den vergangenen Tagen in Indien zum KI-Gipfel. Dabei ging es auch um die Frage, wie der wachsende...

DWN
Politik
Politik Hessischer Ministerpräsident fordert: Bei AfD-Regierung andere Zusammenarbeit der Länder
26.02.2026

Was passiert, wenn die AfD erstmals ein Bundesland regiert? Boris Rhein warnt: Der Austausch sensibler Infos zwischen Ländern könnte sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Mehr Bargeldfans: Deutschland bleibt Bargeld-Hochburg
26.02.2026

Trotz Karten und Apps: 73 Prozent der Deutschen zahlen am liebsten bar. Warum halten sich Schein und Münze hierzulande so beharrlich,...

DWN
Finanzen
Finanzen Paypal-Aktie vor der Wende: Stripe prüft Übernahme
26.02.2026

Stripe erwägt laut Bloomberg eine Übernahme von PayPal ganz oder in Teilen. Steht die PayPal-Aktie vor einer Trendwende oder bleibt es...