Politik

Die neue Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen Depression entgegen. Deflation, Verschuldung und ein Börsen-Crash werden Rickards zufolge jede Chance auf eine Erholung zunichtemachen. Soziale Unruhen drohen.
17.05.2021 20:50
Aktualisiert: 17.05.2021 20:50
Lesezeit: 3 min
Die neue Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion
Aufgeregte Aktionäre vor der New Yorker Börse am 29. Oktober 1929. Der Börsen-Crash von 1929 beendete den Wirtschaftsboom der «Goldenen Zwanziger» im vergangenen Jahrhundert abrupt. (Foto: dpa)

James Rickards geht in seinem Buch „Die neue große Depression“ (Erscheinungsdatum Januar 2021 beim Finanzbuchverlag) aus, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat.

Aus der Kurzbeschreibung zum Buch geht hervor: „Die derzeitige Krise ist nicht wie die Finanzkrise 2008 oder die Weltwirtschaftskrise 1929. Die neue Depression, die aus der COVID-Pandemie entstanden ist, ist die schlimmste Krise in der Geschichte der Weltwirtschaft. Deflation, Verschuldung und Demografie werden jede Chance auf eine Erholung zunichtemachen, soziale Unruhen drohen. Das noch andauernde Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion. Das Schlimmste steht noch bevor. James Rickards blickt hinter die Kulissen, um die Risiken für unser Finanzsystem zu enthüllen und aufzuzeigen, was Anleger tun können, um diese Zeit der unvergleichlichen Turbulenzen bestmöglich zu überstehen.“

Zuvor hatten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten am 10. Dezember 2020 in einer Analyse ausgeführt: „Es ist immer falsch, den Teufel an die Wand zu malen. Doch zu Beginn oder im Verlauf des zweiten Quartals 2021 könnte es an den US-amerikanischen Börsen gewaltig krachen. Können Sie sich vorstellen, dass der S&P 500, der Dow Jones und der Nasdaq binnen kürzester Zeit um 30, 40 oder sogar 50 Prozent abrutschen? Doch genau das wird meines Erachtens mit einer hohen Wahrscheinlichkeit passieren, denn die Kursgewinne an den Börsen stehen in einem Missverhältnis zur wirtschaftlichen Realität. Die Steigerungen sind schlichtweg disproportional. Wenn dieses Szenario eintreten sollte, würden die europäischen Börsen dies sehr deutlich zu spüren bekommen. Ein Domino-Effekt würde in erster Linie die Börsen in Südeuropa (Italien, Spanien und Griechenland) plus der Türkei hart treffen.“

IWF-Chefin Kristalina Georgieva hielt im Juni 2020 eine Rede mit einer erstaunlichen Voraussicht. Ihre Rede trug den Titel „vom Great Lockdown zur Great Transformation“:

„Bis Ende 2020 werden 170 Länder - fast 90 Prozent der Welt - mit einem niedrigeren Pro-Kopf-Einkommen schlechter gestellt sein. Noch nie in unserer Geschichte haben wir für so viele eine so enorme Umkehrung des Glücks erlebt. Und wir hatten noch nie eine wirklich globale Krise wie die, mit der wir jetzt konfrontiert sind. Wir nennen die aktuelle Periode ,The Great Lockdown‘, weil wir einen gesundheitlichen Notfall bekämpfen, indem wir Produktion und Verbrauch zum Stillstand bringen. Auch dies wurde noch nie zuvor getan. Wir haben auch massive fiskalische Maßnahmen gesehen - insgesamt neun Billionen Dollar weltweit. Dies hat vielen Unternehmen eine Lebensader geboten, und wir glauben, dass diese Maßnahmen zielgerichtet und durchdacht sind. Sie sind vorübergehend und als solche eine Brücke zur Wiederherstellung, aber kein Risiko für die Wiederherstellung, sobald sie eintrifft. Dies zeigt uns, dass Regierungen in Krisenzeiten synchronisiert entschlossen handeln können. Auch die großen Zentralbanken haben energisch gehandelt. In den USA hat die Federal Reserve Liquidität bereitgestellt und dazu beigetragen, die ,Temperatur' auf den Märkten zu senken.“

Georgieva deutete im Juni 2020 auch an, dass es kein Zurück zur gewohnten Normalität geben dürfe: „Dies bringt mich zu meinem zweiten Punkt. Der Weg zur Genesung. Der Prozess der Wiedereröffnung beginnt jetzt weltweit - 75 Prozent der Länder öffnen jetzt wieder - und daher ist jetzt der Moment gekommen, sorgfältig darüber nachzudenken, was als nächstes kommt. Wir müssen uns entscheiden, welche Art von Erholung wir wollen. Es gibt Leute, die davon sprechen, am besten wieder aufzubauen. Aber ich glaube, wir sollten darüber nachdenken, vorwärts und nicht rückwärts aufzubauen - und eine Erholung aufzubauen, die sich auf eine große Transformation konzentriert, wenn wir aus dieser außergewöhnlichen Krise hervorgehen.“

Anschließend ging die IWF-Chefin auf die Erfordernisse des „Green Deals“ ein. „Ich habe den Leuten gesagt, wenn Sie die Pandemie nicht mögen, werden sie auch nicht mögen, wie der Klimawandel uns in Zukunft mit zunehmender Stärke treffen wird. Das Tolle an der Green Economy ist, dass sie Beschäftigungsmöglichkeiten bieten kann. Zum Beispiel beim Isolieren von Gebäuden, bei der Wiederaufforstung oder beim Pflanzen von Mangroven. CO2-arme Energie und Infrastruktur können auch einen großen Schub für Arbeitsplätze darstellen. Wir sind sehr daran interessiert, Anreize für Länder und Unternehmen zu schaffen, sich schneller in diese Richtung zu bewegen, unter anderem indem wir uns über die Risiken für Unternehmen während des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft im Klaren sind.“

Am 3. Juni 2020 hatte Georgieva auch eine Rede zum „Great Reset“ vorgetragen, die auf der Webseite des IWF abgerufen werden kann (Mehr HIER).

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Die aktuelle Krise ist nicht wie die Finanzkrise 2008 oder die Weltwirtschaftskrise 1929. Die neue Depression, die aus der COVID-Pandemie entstanden ist, ist die schlimmste Krise in der Geschichte der Weltwirtschaft. Deflation, Verschuldung und Demografie werden jede Chance auf eine Erholung zunichtemachen, soziale Unruhen drohen. Das noch andauernde Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion. Das Schlimmste steht noch bevor.

James Rickards blickt hinter die Kulissen, um die Risiken für unser Finanzsystem zu enthüllen und aufzuzeigen, was Anleger tun können, um diese Zeit der unvergleichlichen Turbulenzen bestmöglich zu überstehen.

James Rickards: „Die neue große Depression - Was Sie jetzt wissen müssen, um nach der Pandemie zu den Gewinnern zu gehören“. FinanzBuch Verlag München, 256 Seiten, 24,99€. Bestellen Sie das Buch hier direkt beim Verlag.

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