Wirtschaft

Vorprodukte fehlen: Industrie-Output sinkt im April

Das in Deutschland produzierte Industrievolumen sank im April deutlich.
08.06.2021 09:17
Aktualisiert: 08.06.2021 09:17
Lesezeit: 1 min
Vorprodukte fehlen: Industrie-Output sinkt im April
Ein Schweißer bei der arbeit. (Foto: dpa) Foto: Yang Qing

Die deutsche Industrie hat im April weniger produziert und ist dabei offenbar durch die zunehmende Knappheit an Vorprodukten gebremst worden. Im Vergleich zu März lag die Gesamtherstellung 1,0 Prozent tiefer, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mittelte. Analysten hatten hingegen mit einem Zuwachs um 0,4 Prozent gerechnet. Der Rücksetzer folgt allerdings auf einen deutlichen Produktionsanstieg im März.

Nach dem Anstieg im März sei es zu einem leichten Dämpfer gekommen, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Grund sei eine Knappheit von Vorprodukten, vor allem bei Halbleitern und Bauholz. Schon seit längerem gibt es im internationalen Handel zahlreiche Engpässe in der Lieferung von Rohstoffen und wichtigen Vorprodukten. Diese schlagen offensichtlich zunehmend auf die Produktion durch.

Die Daten bestätigen die Sichtweise: Besonders deutlich gab im April die Aktivität am Bau nach, die um 4,3 Prozent zurückging. Die Industrie schränkte ihre Warenherstellung um 0,7 Prozent ein. In beiden Bereichen spielt die Verfügbarkeit von Vorprodukten und Rohstoffen eine entscheidende Rolle. Der Energiesektor weitete seine Produktion hingegen deutlich um 6,0 Prozent aus.

Bankvolkswirte kommentierten die Daten enttäuscht, vor allem mit Blick auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum im zweiten Quartal. Nachdem die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal coronabedingt deutlich geschrumpft war, wird für das zweite Vierteljahr eigentlich mit einem Wachstumsschub gerechnet. Dieser dürfte jedoch durch die Industrie gebremst werden, erwartet Commerzbank-Experte Ralph Solveen.

Das Bundeswirtschaftsministerium gab sich etwas zuversichtlicher. Die positive Entwicklung der Unternehmensstimmung und die stabilen Auftragseingänge sorgten für einen positiven Ausblick. Eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts ergab unterdessen, dass die Unternehmen ihre Produktion weiter ausweiten wollen, allerdings weniger deutlich.

Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Gesamtproduktion im April deutlich um 26,4 Prozent. Der starke Anstieg geht jedoch vor allem auf den Produktionseinbruch während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 zurück. Das Vorkrisenniveau vom Februar 2020 wurde im April um 5,6 Prozent unterschritten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerbesteuer auf Rekordhoch: Warum Kommunen trotzdem Milliarden fehlen
15.10.2026

Deutschlands Gemeinden haben 2025 so viel Gewerbesteuer eingenommen wie nie zuvor. Allerdings stiegen die Einnahmen nur geringfügig, die...

DWN
Finanzen
Finanzen Bank-Aktien: US-Banken überraschen mit Zahlen, Dimon warnt vor wachsenden Risiken
15.10.2026

Während Goldman Sachs und Citigroup mit ihren jüngsten Quartalszahlen die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen haben, blieb...

DWN
Technologie
Technologie Solar-Aufschlag ab 2029: Drohen Mehrkosten für Photovoltaik-Besitzer – was hinter dem Prosumer-Aufschlag steckt
15.10.2026

Solaranlagen auf dem Dach könnten ab 2029 einen höheren Grundpreis für die Stromnetznutzung auslösen. Elf Verbände fordern, den...

DWN
Politik
Politik Berlin-Sondierungen gehen weiter: Linke, SPD und Grüne einigen sich auf zentrale Grundsätze
15.10.2026

Nach tagelangem Streit setzen Linke, SPD und Grüne in Berlin ihre Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung fort. Beim Umgang mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Prognose: Einer der größten Käufer beginnt zu verkaufen
15.10.2026

Jahrelang kauften Zentralbanken Gold in außergewöhnlichem Umfang. Nun schlägt mit Kasachstan einer der größten Käufer einen anderen...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie überspringt die 1.000-Euro-Marke: Ist das die Trendwende?
15.10.2026

Nach deutlichen Kursgewinnen am Mittwoch setzt die Rheinmetall-Aktie ihre Erholung am Donnerstag fort. Eine frühe Xetra-Notierung liegt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kospi-Crash: Warum Südkoreas Chipaktien die Börsen erschüttern – was jetzt wichtig ist
15.10.2026

Der südkoreanische Leitindex Kospi rutschte am Donnerstag zeitweise rund acht Prozent ab. Besonders stark traf es die Samsung...

DWN
Finanzen
Finanzen Berkshire Hathaway-Aktie: Greg Abel investiert in Bending Spoons – Berkshires 930-Millionen-Dollar-Wette
15.10.2026

Warren Buffetts Nachfolger Greg Abel richtet Berkshire Hathaway stärker auf digitale Geschäftsmodelle aus. Die Holding investiert weitere...