Politik

Schwabs Prognose trifft ein: Cyber-Angriff legt Kassensysteme von Lebensmittel-Kette lahm, 800 Supermärkte bleiben dicht

Die Supermarktkette Coop ist in Schweden Opfer eines Cyberangriffs geworden. Alle 800 Supermärkte mussten dicht bleiben. Der Chef des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, hatte zuvor vor einer „Cyber-Pandemie“ gewarnt. Unklar bleibt, ob durch Cyber-Angriffe Risiken für die europäische Nahrungsmittelversorgung auftreten könnten.
03.07.2021 22:28
Aktualisiert: 03.07.2021 22:28
Lesezeit: 1 min
Schwabs Prognose trifft ein: Cyber-Angriff legt Kassensysteme von Lebensmittel-Kette lahm, 800 Supermärkte bleiben dicht
Ursula von der Leyen (r-l), Präsidentin der Europäischen Kommission, Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums, und seine Frau Hilde Schwab, nehmen an der Eröffnungsveranstaltung der WEF-Jahrestagung teil. (Foto: dpa) Foto: Alessandro Della Valle

Die Supermarktkette Coop ist in Schweden Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Kette empfahl ihren Filialen laut Berichten des schwedischen Senders SVT, die Geschäfte am Samstag im ganzen Land nicht zu öffnen. Es wurden nach Informationen der „BILD“ alle 800 Filialen geschlossen.

Die Vorfälle sollen in Zusammenhang mit einer größeren, internationalen Ransomware-Attacke auf ein amerikanisches Softwareunternehmen stehen, wie die schwedische Nachrichtenagentur TT berichtete. Neben anderen Unternehmen war auch das staatliche Bahnunternehmen SJ betroffen. Fahrgäste konnten dadurch im Bistro nicht mit Karte zahlen, meldet die dpa.

Bei Ransomware-Attacken werden Daten auf Computern verschlüsselt. Die Angreifer verlangen meist Lösegeld für die Freigabe. Am Freitagabend habe es einen Angriff auf einen Dienstleister von Coop gegeben, der sowohl die normalen Kassensysteme als auch Selbstbedienungskassen der Supermärkte betraf, berichtete SVT. Man habe die ganze Nacht an den Problemen gearbeitet, sie jedoch noch nicht lösen können, sagte eine Sprecherin dem Sender.

Über den Samstag hinweg machten in einzelnen Regionen einige Filialen wieder auf, manche davon nutzen andere Bezahlsysteme. Für Sonntag wurde mit weitergehenden Öffnungen gerechnet.

Im November 2020 hatte der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, gesagt: „Wir alle wissen, dass das erschreckende Szenario eines umfassenden Cyberangriffs die Stromversorgung, den Transport, die Krankenhausleistungen und unsere Gesellschaft insgesamt vollständig zum Erliegen bringen könnte. Die COVID-19-Krise würde in dieser Hinsicht als kleine Störung im Vergleich zu einem großen Cyberangriff angesehen werden“. Er nennt dieses düstere Szenario „Cyber-Pandemie“ (Mehr HIER).

Das Weltwirtschaftsforum hatte vor wenigen Monaten unter dem Titel „So impfen Sie Ihre Organisation gegen eine Cyberpandemie“ Firmen davor gewarnt, dass die Gefahr von Cyber-Angriffen während der Pandemie ansteige. Unternehmen müssten deshalb ihre Infrastruktur modernisieren, um sich abzusichern (HIER).

Unklar bleibt, ob durch Cyber-Angriffe die gesamte Lebensmittelversorgung eines Landes lahmgelegt werden kann. Ein Cyber-Angriff auf die Stromversorgung hätte schließlich die Folge, dass die Lieferketten komplett gestoppt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Europäische Banken: Höhere Zinsen dämpfen bereits die Kreditnachfrage
28.10.2026

Vor ihrer Zinssitzung veröffentlichte die EZB einen Bericht über den Stand der Kreditvergabe der Banken. Daraus geht hervor, dass ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Silber stürzt ab: Schmerzhafte Lektion oder erwartete Chance an einer runden Marke?
28.10.2026

Der Silberpreis ist auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen und liegt inzwischen mehr als 50 Prozent unter seinem Rekordhoch...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trump kann nur neidisch sein – Präsident Xi ist bereit für eine vierte Amtszeit
28.10.2026

Im kommenden Jahr soll Xi Jinping eine weitere fünfjährige Amtszeit als mächtiger Präsident Chinas erhalten. In dieser Woche treffen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das ist Russlands neuer Albtraum
28.10.2026

Das deutsche Verteidigungsunternehmen Helsing bringt zwei neue Luftabwehrraketen und ein KI-gestütztes Abwehrsystem auf den Markt. Ziel...

DWN
Finanzen
Finanzen Einkommensausfall: Viele Deutsche haben kaum finanzielle Reserven
28.10.2026

Eine kaputte Waschmaschine, eine Autoreparatur: Für 37 Prozent wären unerwartete 3.000 Euro ein echtes Problem. Besonders junge...

DWN
Finanzen
Finanzen Drei Dinge, die mir bei Teslas aktuellem Quartalsbericht aufgefallen sind
28.10.2026

Beim Lesen von Teslas aktuellem Quartalsbericht entstand bei mir der Eindruck, es mit zwei getrennten Unternehmen zu tun zu haben. Das eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Longevity-Aktien: Wohin die Milliarden des Booms wirklich fließen – und wo Investoren auf Sand bauen
28.10.2026

Nach Angaben des Longevity Biotech Report von Longevity.Technology stieg das weltweite Investmentvolumen in Longevity-Biotech von 4,7...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben
28.10.2026

Wer stimmte für die AfD-Kandidaten im Landtag von Sachsen-Anhalt? Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der...