Deutschland

Mehrere Bundesländer streichen Maskenpflicht im Unterricht

In einigen Bundesländern müssen Schüler bald keine Masken mehr im Unterricht tragen.
29.09.2021 17:28
Lesezeit: 2 min
Mehrere Bundesländer streichen Maskenpflicht im Unterricht
Lockerungen bei Corona-Vorgaben zur Maskenpflicht im Unterricht liegen in der Verantwortung der Länder. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

In Bayern soll von nächster Woche an im Unterricht keine Maskenpflicht mehr gelten, kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion in München an. An den Schulen im Saarland gilt von diesem Freitag an keine Maskenpflicht mehr - sowohl in den Klassenzimmern als auch in allen anderen Bereichen, teilte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) am Mittwoch in Saarbrücken mit.

In Nordrhein-Westfalen will die Landesregierung kommende Woche Klarheit schaffen, wie es mit dem Unterricht und der Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien weitergeht. Auch in Baden-Württemberg werde ein Ende der Maskenpflicht in Schulen am Platz erwogen, sagte ein Regierungssprecher. In Berliner Schulen wird ab Montag die Maskenpflicht bis zur einschließlich sechsten Klasse aufgehoben.

Lockerungen bei Corona-Vorgaben zur Maskenpflicht im Unterricht liegen aus Sicht der Bundesregierung in der Verantwortung der Länder. Unter Schutz- und Hygienekonzepte an den Schulen könne auch das Maskentragen fallen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Ausgestaltung sei aber Sache der Länder. Das Tragen von Masken könne weiterhin eine sinnvolle Maßnahme sein, erläuterte Seibert. Generell gelte es, die Entwicklung der Infektionszahlen und den Impffortschritt bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren zu beobachten.

Mehr zum Thema: Der Drosten Schwedens: Wir haben bei Corona Recht behalten

Der Deutsche Städtetag hat sich derweil für mehr Corona-Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene bei Freizeiteinrichtungen im Herbst und Winter ausgesprochen. "Wir müssen alles tun, um noch mehr Menschen fürs Impfen zu motivieren und die Impfquote zu steigern", sagte der Städtetags-Präsident Burkhard Jung der Deutschen Presse-Agentur. Er appelliere an alle Länder, 2G-Regelungen für den Freizeitbereich zu treffen. Ein negativer Test kann dann für den Zutritt nicht reichen.

Mehrere Bundesländer haben für Veranstalter eine 2G-Regel als Option eingeführt - ergänzend zum generellen 3G-Modell, also Zugang zu bestimmten Innenräumen nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Jung, der Oberbürgermeister von Leipzig ist, sagte, 2G-Regelungen würden zum Beispiel für Kinos, Clubs oder Fitnessstudios gebraucht. Dies könne auch die Gefahr für Infektionen bei Kindern reduzieren, die unter 12 noch nicht geimpft werden könnten. "Wir müssen damit rechnen, dass im Herbst und Winter die Zahl der Corona-Infektionen steigt, vor allem bei Ungeimpften. Wir wollen aber auf keinen Fall, dass dann wieder Schulen und Kitas geschlossen werden müssen."

Der Städtetag forderte außerdem 2G-Regeln für bestimmte Beschäftigte. "Wir begrüßen, dass Arbeitgeber den Impfstatus in sensiblen Berufen, in denen besonders schutzbedürftige Menschen betreut werden, abfragen dürfen", sagte SPD-Politiker Jung. Die Städte gingen aber noch einen Schritt weiter. "Wir erwarten, dass sich die Beschäftigten im pädagogischen Bereich, zum Beispiel in Kitas, Schulen und Wohngruppen, aber auch in Krankenhäusern und in der Pflege impfen lassen." Die Länder sollten dort 2G für das Personal zur Voraussetzung machen, um hineinzukommen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnte unterdessen eine Impfpflicht für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Pflegepersonal ab. Er sprach sich damit in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gegen eine Forderung etwa von Kinder- und Jugendärztepräsident Thomas Fischbach aus. Lauterbach sagte, die Impfquote bei Lehrkräften und Kita-Personal sei sehr hoch. "Sie liegt nach meiner Beobachtung und Einschätzung bei weit über 90 Prozent."

Zu einer Impfpflicht in Krankenhäusern sagte Lauterbach: "Und da wir in den Gesundheitsberufen ebenfalls eine hohe Impfquote haben, sehe ich auch keinen Grund dafür, eine Impfpflicht für Ärzte und Pfleger einzuführen."

In Deutschland sind derzeit laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt 64,3 Prozent der Menschen (53,4 Millionen) vollständig geimpft, 67,9 Prozent (56,5 Millionen) haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Bei den Erwachsenen sind fast drei Viertel (74,9 Prozent) vollständig geimpft, bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren ein Drittel (33,7 Prozent).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ESG-Investitionen unter Druck: Was der amerikanische Rückzug für europäische Anleger bedeutet

Die Entscheidung mehrerer grosser amerikanischer Vermögensverwalter, sich aus ESG-bezogenen Investitionsallianzen zurückzuziehen, hat in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
15.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hohe Energiekosten: Energieintensive Industrie in Deutschland drosselt Produktion
15.05.2026

Steigende Energiekosten setzen Deutschlands Industrie massiv unter Druck. Besonders energieintensive Branchen verlieren Produktion und...

DWN
Politik
Politik Trump und Xi demonstrieren Einigkeit: Doch hinter den Kulissen dominieren harte Konflikte
15.05.2026

Beim Treffen von Donald Trump und Xi Jinping dominieren höfliche Gesten und gegenseitiges Lob. Dennoch verfolgen Washington und Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen Freenet-Aktie: Mobilfunkgeschäft wächst beim MDAX-Wert trotz Gegenwind
15.05.2026

Starke Umsätze, wachsender Free Cashflow und ein boomendes IPTV-Geschäft: Die Freenet-Aktie startet dynamisch ins Jahr 2026. Vor allem...

DWN
Immobilien
Immobilien Ifo: Stimmung im Wohnungsbau bricht massiv ein
15.05.2026

Der deutsche Wohnungsbau gerät zunehmend unter Druck. Das Geschäftsklima hat sich laut Ifo-Institut so stark verschlechtert wie seit...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Großteil des Stellenabbaus entfällt auf KI
15.05.2026

Bei der Commerzbank sorgen KI, Stellenabbau und der Übernahmekampf mit der Unicredit für neue Spannungen. Während die Bank ihre...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Warnstreik im Einzelhandel trifft Rewe, Kaufland und Ikea: Drohen Lieferengpässe?
15.05.2026

Mit dem Kaufland-Streik und weiteren Aktionen im Handel verschärft sich der Tarifkonflikt deutlich. Beschäftigte von Rewe, Metro, Ikea...

DWN
Finanzen
Finanzen Strahlenschutz im Check: Jedes achte Röntgengerät in Deutschland mangelhaft
15.05.2026

Die Sicherheit bei medizinischen Röntgenuntersuchungen weist laut dem aktuellen TÜV-Report Lücken auf. Mittlerweile zeigt jedes achte...