Wirtschaft

Freihandelsvertrag: Großbritannien und Australien streichen Zölle

Der Freihandelsvertrag mit Australien ist der erste britische Handelsdeal seit dem Brexit. Doch von dem Deal profitiert vor allem eine Seite.
17.12.2021 12:08
Lesezeit: 1 min

Großbritannien hat erstmals seit dem Brexit ein völlig neu ausgehandeltes Handelsabkommen abgeschlossen. Der Freihandelsvertrag mit Australien werde fast alle Zölle auf britische Exporte in das Land aufheben und 10,4 Milliarden Pfund (12,2 Milliarden Euro) zusätzliches Handelsvolumen ermöglichen, teilte die britische Regierung am Freitag mit.

Die britische Handelsministerin Anne-Marie Trevelyan sprach in der BBC von einem Meilenstein. Auch Australien zeigte sich begeistert. Es handle sich um einen wahrhaft historischen Deal, sagte Handelsminister Dan Tehan. Premierminister Boris Johnson hatte sich mit seinem australischen Kollegen Scott Morrison bereits im Juni grundsätzlich auf den Deal geeinigt.

Die Vereinbarung streicht Zölle auf fast alle australischen Exporte ins Vereinigte Königreich. Erwartet wird Rückenwind für australische Produkte wie Wein, Fleisch und Zucker, die vom wichtigen Handelspartner China boykottiert werden. Zudem sind Erleichterungen für Bürger vorgesehen, die im jeweils anderen Land leben und arbeiten wollen.

Kritiker werfen der britischen Regierung vor, der Deal bevorzuge Australien und schwäche britische Landwirte durch billige Fleischimporte. Ministerin Trevelyan wies dies in der BBC zurück. Es gebe eindeutige Quotenregelungen in den kommenden Jahren, sagte sie. Der Deal diene als "Blaupause" für Verträge mit anderen Ländern.

Doch die BBC kommentierte: "Das Vereinigte Königreich hat Australien beim Zugang zum britischen Agrarmarkt fast alles gegeben, was es wollte. Anderen großen Volkswirtschaften wird das nicht entgehen, und sie werden ähnlichen Zugang fordern." Zudem fehle ein Bekenntnis zur Einhaltung der Klimaziele von Paris.

Die britische Regierung betont, ein Vorteil des Brexits sei, dass sie nun wieder unabhängige Handelsverträge schließen könne, ohne an strenge EU-Vorschriften gebunden zu sein. Das große Ziel von Premier Johnson, ein Freihandelsabkommen mit den USA zu schließen, liegt allerdings in weiter Ferne.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Das anstehende Wirtschaftsereignis Fußball-WM 2026 & warum Daten, Prognose sowie Online-Portale einen eigenen Digitalmarkt bilden

Die WM ist in diesem Jahr nicht bloß ein bedeutendes Ereignis auf sportlicher Basis, denn sie wird zum Härtetest für Datenökonomie,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VDA warnt: Autoindustrie warnt vor massivem Stellenabbau bis 2035
13.05.2026

Die Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland wachsen weiter. Während die Autoindustrie tausende Jobs gefährdet sieht, warnen auch...

DWN
Politik
Politik Wahlumfrage in MV: AfD bleibt vorne, SPD holt auf
13.05.2026

Vier Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sorgt eine neue Wahlumfrage für Bewegung im Parteienfeld. Während die AfD klar...

DWN
Finanzen
Finanzen RWE-Aktie: DAX-Wert profitiert von Windkraft-Boom – was das für den Aktienkurs heißt
13.05.2026

Mit überraschend starken Zahlen startet der Energiekonzern RWE ins Jahr. Die RWE-Bilanz profitiert von Offshore-Windkraft, zusätzlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Telekom-Aktie: DAX-Wert mit Rückenwind aus den USA – doch Risiken bleiben
13.05.2026

Die Deutsche Telekom-Aktie reagiert positiv auf die Bilanzvorlage am Mittwoch. Vor allem die starke Entwicklung der US-Tochter sorgt für...

DWN
Finanzen
Finanzen Siemens-Aktie: Softwaregeschäft federt Belastungen ab – DAX-Wert setzt auf Milliarden-Rückkäufe
13.05.2026

Siemens legt robuste Siemens-Zahlen vor und kündigt ein Aktienrückkaufprogramm über 6 Milliarden Euro an. Doch trotz steigender...

DWN
Finanzen
Finanzen Allianz-Aktie: DAX-Konzern schlägt Prognosen deutlich – was das für Anleger heißt
13.05.2026

Mit einem operativen Rekordergebnis übertrifft die Allianz die Erwartungen der Analysten deutlich. Auch die Mittelzuflüsse im...

DWN
Immobilien
Immobilien Unternehmen verlieren Arbeitskräfte: Großstadtmieten schrecken Berufstätige ab
13.05.2026

Gastronomie, Shopping, Kultur, Jobs: Großstädte bieten viel, aber für viele sind die Mieten zu hoch. Manche Menschen ziehen deshalb weg,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lkw-Fahrer für Europa: Warum Brasilien zum neuen Rekrutierungsmarkt wird
13.05.2026

Europäische Spediteure suchen angesichts des Fahrermangels zunehmend Lkw-Fahrer in Brasilien. Wie belastbar ist dieses Modell für...