Wirtschaft

„Krieg“ gegen das Fleisch: Gefährliche Ernährungstipps vom World Economic Forum

Wenn es nach dem luxuriösen World Economic Forum geht, sollen gewöhnliche Menschen in Zukunft Gräser und Insekten essen, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Ernährung nachhaltiger zu gestalten. Besonders die konventionelle Tierhaltung ist ein Dorn im Auge der Nachhaltigkeitsziele, deshalb solle mehr in Laborfleisch investiert werden.
26.12.2021 15:18
Aktualisiert: 26.12.2021 15:18
Lesezeit: 3 min

In einem Artikel wirbt das World Economic Forum (WEF) für den Verzehr von Gräsern. Diese können demnach sehr nahrhaft und auch lecker sein.

Startpunkt für die neue Agenda ist wie immer der Great Reset – in diesem Fall im Speziellen die Neugestaltung des Nahrungsmittel-Systems. UN-Generalsekretär Antonio Guterres meint dazu: „Es ist nicht akzeptabel, dass der Hunger auf der Welt zunimmt, während wir pro Jahr mehr als eine Billionen Tonnen an Lebensmittel verschwenden. Es ist an der Zeit, dass wir die Art, wie wir Nahrungsmittel produzieren und konsumieren, ändern. Die Neugestaltung des globalen Nahrungsmittel-Systems ist unabdingbar, wenn wir unsere Nachhaltigkeitsziele erreichen wollen.“

Die Neugestaltung unserer Ernährung

Das World Economic Forum weist darauf hin, dass unsere Nahrungsmittel-Kette für bis zu 37 Prozent der menschengemachten Emissionen von Treibhausgas verantwortlich sei. Die Folgen seien verheerend – von einer abnehmenden Biodiversität bis hin zu einer Verödung der Anbauflächen. Deshalb müssten statt Ertrag und Effizienz andere Kriterien in den Vordergrund rücken – auch im Hinblick auf den prognostizierten Anstieg der Weltbevölkerung um zwei Milliarden Menschen innerhalb der nächsten 30 Jahre.

Besonders die konventionelle Tierhaltung ist ein Dorn im Auge der Nachhaltigkeitsziele, deshalb solle mehr in Laborfleisch investiert werden. Die Gestalter der Gesellschaft sind jedoch nicht nur mit den Produzenten, sondern auch mit dem Verhalten der Konsumenten unzufrieden. In einem jüngeren Artikel empfahl das WEF unter anderem die Reduktion des Fleischkonsums, eine pflanzenreiche Ernährung (mehr Nüsse und Samen) und weniger Verschwendung.

Im Vergleich dazu liegen die neuesten Ideen etwas schwerer im Magen. Vielleicht werden deshalb neben der angeblichen Nahrhaftigkeit und dem tollen Geschmack auch noch andere Argumente für den Verzehr von Gräsern ins Feld geführt. Ganz oben: Gräser absorbieren relativ viel Kohlendioxid. Mit einem gezielten Gräser-Anbau könne man also simultan den Welthunger bekämpfen und die Klimakrise lösen. Als kleinen Nebeneffekt hätte man seine Ernährung erfolgreich „diversifiziert“.

Brennnessel-Diät und grüne Smoothies

Was genau ist mit einer Diversifizierung der Ernährung gemeint? Wahllos alles zu essen, was man (noch) nicht im Supermarkt kaufen kann, ist grundsätzlich keine gute Idee. Es kommt auf die Nährstoffe und die Verträglichkeit für den Körper an.

Nun: Nahrhaftigkeit impliziert offenbar folgende Bestandteile: Calcium, Magnesium, Vitamin C und Omega 3 Fettsäuren. Wer in den Genuss kommen will, müsse nur akkurat gekochte und zubereitete Brennnesseln verspeisen.

Zusatzstoffe, die teilweise auch als gesund gelten, sind das eine. Aber der Mensch braucht für seinen Energieverbrauch (der mit Abstand größte Posten ist hierbei die Heizung des Körpers) echte Energielieferanten, allen voran Kohlenhydrate und Protein.

Geht es nach dem WEF, kommen in Zukunft nicht nur Brennnesseln, sondern zum Beispiel auch Algen und Kakteen auf den Speiseplan. Gräser und die meisten grünen Pflanzen enthalten allerdings Giftstoffe, die sie für den Menschen gerade in großen Mengen absolut ungeeignet machen – Verdauungsprobleme sind da noch die harmlosesten möglichen Folgeschäden. Und das alles für ein paar Nährstoffe, die man auch auf anderem Wege mit deutlich mehr Gaumenfreude zu sich nehmen kann.

Aber Gesundheitliche Bedenken hin oder her: Mit dem Aufkommen der veganen Ernährung ist der Verzehr von allem, was eine grüne Farbe hat, längst en vogue geworden.

Wer sich so richtig „grün“ ernähren will, der kann ja alles oben genannte in einen Mixer stopfen und noch Blätter und Schalenreste vom Obst und Gemüse aus dem letzten Einkauf obendrauf packen. Heraus kommt ein leckerer grüner Smoothie. Leider hat dieses Gebräu für Menschen einen widerlichen Geschmack und obendrein kommt der Verzehr eines grünen Smoothies einem Vergiftungsversuch meist deutlich näher als einer „nachhaltigen“ oder „diversifizierten“ Ernährung.

Ernährungstipps für Fortgeschrittene

Es geht aber noch schlimmer: Gewisse Kreise propagieren heute schon den Verzehr von Insekten und das Anreichern von Getränken mit Abwässern. Um den Planeten zu retten versteht sich. Im Jahr 2019 machte indes ein schwedischer Verhaltensforscher von sich reden, indem er den Verzehr von Menschenfleisch – also Kannibalismus – als Lösung für den Klimawandel vorschlug.

+++Dieser Artikel wurde erstmals am 19. Dezember 2021 veröffentlicht. Aufgrund der Aktualität des Themas wurde er auf Wunsch unserer Leser nochmal veröffentlicht+++

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Aktien legen dank Hoffnung auf Friedensabkommen zu
13.04.2026

Ein überraschendes Signal sorgt für Aufwind an den Börsen – erfahren Sie, warum die Anleger plötzlich wieder optimistisch in die...

DWN
Finanzen
Finanzen USA starten Blockade der Straße von Hormus: Trump setzt Drohungen um, der Ölpreis steigt
13.04.2026

Die Spannungen im Nahen Osten spitzen sich weiter zu: Die USA greifen zu drastischen Maßnahmen in einer der wichtigsten Handelsrouten der...

DWN
Panorama
Panorama Lufthansa-Streik: Diese Rechte haben Passagiere bei einem Pilotenstreik
13.04.2026

Der Lufthansa-Streik bringt den Flugverkehr in Deutschland ins Wanken und sorgt bei Tausenden Reisenden für Unsicherheit. Flugausfälle,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IWF warnt: Schwieriger Weg zurück für die Weltwirtschaft
13.04.2026

Die Ölkrise infolge des Iran-Kriegs verändert die globale Konjunktur nachhaltig. Warum selbst im besten Fall kein schneller Aufschwung...

DWN
Finanzen
Finanzen Autofahren in Deutschland immer teurer: Warum das so ist und was Sie tun können
13.04.2026

Autofahren wird für viele Menschen in Deutschland immer kostspieliger. Steigende Spritpreise, höhere Versicherungen und teurere...

DWN
Politik
Politik Analyse: Irans Führer fordern Trump heraus – wer hat am meisten zu verlieren?
13.04.2026

Die USA und der Iran verhandelten stundenlang, erzielten jedoch in Islamabad keinen Durchbruch. Sowohl die Kontrolle über die Straße von...

DWN
Finanzen
Finanzen BYD-Aktienkurs steigt: Kommt jetzt der Durchbruch?
13.04.2026

Die BYD-Aktie sorgt mit einem frischen Kaufsignal und starkem Auslandsgeschäft für Aufsehen. Gleichzeitig drücken Margenprobleme im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entlastungspaket der Bundesregierung: Kritik vom IW an Kosten und Wirkung
13.04.2026

Steigende Energiepreise und Inflation setzen Haushalte und Unternehmen unter Druck. Die Regierung reagiert mit einem umfangreichen...