Politik

US-Spezialkräfte liquidieren IS-Anführer in Syrien

Spezialkräfte der US-Armee haben in der vergangenen Nacht den Anführer der Terrormiliz IS liquidiert.
03.02.2022 14:00
Aktualisiert: 03.02.2022 14:30
Lesezeit: 1 min
US-Spezialkräfte liquidieren IS-Anführer in Syrien
Ein Mann begutachtet die Schäden in einem Haus nach einer Militäroperation der US-geführten internationalen Koalition. (Foto: dpa) Foto: Anas Alkharboutli

Das US-Militär hat nach Angaben des Weißen Hauses bei einem Einsatz im Nordwesten Syriens den Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Er habe den Einsatz in der vergangenen Nacht gegen Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi angeordnet, erklärte US-Präsident Joe Biden am Donnerstag.

Der Ort, an dem sich der IS-Anführer versteckt hielt, ist nicht weit von der türkischen Grenze entfernt. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass türkische Streitkräfte am Tag vor der Liquidierung in großem Stil Stellungen der mit den USA verbündeten Kurdenmilizen SDF und YPG angegriffen hatten.

Biden, der auch der Oberkommandeur der US-Streitkräfte ist, erklärte, alle Soldaten seien sicher von dem Einsatz zurückgekehrt. Der Einsatz habe dem Schutz der Bürger der Vereinigten Staaten und der Verbündeten gedient. Dank der Fähigkeiten und des Mutes des US-Militärs sei der IS-Anführer «vom Schlachtfeld» genommen worden. Das Vorgehen habe «die Welt zu einem sichereren Ort gemacht», erklärte der Präsident weiter.

Al-Kuraschi habe sich und seine Familie angesichts der vorrückenden Soldaten in «einem finalen Akt von verzweifelter Feigheit» in die Luft gesprengt, um nicht für seine Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden, sagte Biden weiter. Der Einsatz in Syrien sende ein Signal an andere Terroristen auf der Welt, wo auch immer sie sich versteckten: «Wir sind hinter euch her und werden euch finden», sagte Biden.

Nach Angaben der sogenannten, in London ansässigen, syrischen «Beobachtungsstelle für Menschenrechte» wurden bei der Luftlandeoperation auch 13 Zivilisten getötet, unter ihnen auch vier Kinder. Die Militärkoalition habe zudem Ziele nördlich der Region Idlib bombardiert. Die Gefechte dauerten demnach bis in die Nacht an. Ein Aktivist in der Region sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der IS-Anführer verdächtigt werde, Drahtzieher des schweren Anschlages auf ein Gefängnis im Nordosten Syriens zu sein. Dabei wurden in der Stadt Al-Hassaka Ende Januar mehr als 300 Menschen getötet. Der Angriff galt als der schwerste seit vielen Jahren. Beobachter befürchteten ein Wiedererstarken der Dschihadisten.

Anwohner berichteten einem dpa-Fotografen in Syrien am Donnerstag, die Gefechte rund um ein Haus hätten gut drei lang Stunden gedauert. Das Ziel befand sich nur wenige Kilometer vom Ort entfernt, wo US-Spezialkräfte im Herbst 2019 den damaligen IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi bei einem Einsatz getötet hatten.

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