Deutschland

Beschwerden wegen IBAN-Problemen halten an

SEPA wurde vor fünf Jahren eingeführt, damit man schnell Geld ins Ausland überweisen kann. Doch die Beschwerdestelle zu IBAN-Problemen ist noch immer gefragt.
21.05.2022 10:21
Aktualisiert: 21.05.2022 10:21
Lesezeit: 1 min
Beschwerden wegen IBAN-Problemen halten an
Ärgerliche IBAN-Probleme treten auch fünf Jahre nach der Einführung immer wieder auf. (Foto: dpa) Foto: Monika Skolimowska

Jahre nach Einführung der internationalen Kontonummer IBAN berichten Verbraucher in Deutschland immer noch von Problemen bei deren Akzeptanz. Nach Angaben der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs in Bad Homburg werden etwa 100 Fälle pro Jahr gemeldet, in denen Verbraucher eine ausländische Bankverbindung bei bestimmten Unternehmen nicht für Zahlungen in Deutschland nutzen konnten, obwohl dies im Zahlungsverkehrsraum Sepa («Single Euro Payments Area») ausdrücklich möglich sein soll.

Seit der Einrichtung der Sepa-Beschwerdestelle der Wettbewerbszentrale Ende Mai 2017 gingen demnach etwa 650 Beschwerden ein.

«Es ist angesichts der Vielzahl an Transaktionen pro Tag kein Riesenproblem, aber es gibt immer wieder Einzelfälle, die für Verbraucher ärgerlich sind», sagte Rechtsanwalt Peter Breun-Goerke von der Wettbewerbszentrale der Deutschen Presse-Agentur. «Unternehmen, die mit hohem finanziellen Aufwand die technische Infrastruktur bereitstellen, um die Akzeptanz aller Sepa-Konten sicherzustellen, erleiden zudem einen Wettbewerbsnachteil.»

Probleme mit einer ausländischen IBAN habe es bei der Abwicklung von Lastschriften unter anderem bei Versicherern, Energieversorgern und Bausparkassen gegeben. So zum Beispiel, wenn in Deutschland tätige Arbeitnehmer aus dem europäischen Ausland Versicherungsbeiträge von ihrem Konto in der Heimat abbuchen lassen wollten, der Versicherer aber nur eine Bankverbindung in Deutschland akzeptierte. Zuletzt häuften sich nach Angaben von Breun-Goerke unter den Beschwerden Fälle, bei denen litauische Bankverbindungen betroffen waren.

«Die meisten Unternehmen sehen ihren Fehler ein. Da kommen wir dann in der Regel schnell zu vernünftigen Lösungen», sagte Breun-Goerke. «Wir bestehen nicht darauf, dass die Unternehmen eine ausländische IBAN in einem automatisierten Verfahren akzeptieren. Sie müssen aber sicherstellen, dass Kunden auch eine ausländische IBAN nutzen können.» In 30 Fällen zog die Wettbewerbszentrale gegen die sogenannte IBAN-Diskriminierung vor Gericht. Bis auf einen Prozess seien alle gewonnen worden, bilanzierte Breun-Goerke.

Die IBAN («International Bank Account Number») soll Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen in derzeit 36 Ländern grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen. In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Seit dem 1. August 2014 ist das Format für Unternehmen und Vereine verpflichtend, Verbraucher müssen die IBAN seit dem 1. Februar 2016 nutzen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entwurf zur EnWG-Reform bringt Reiche unter Druck – was das Netzpaket-Aus konkret bedeutet
17.03.2026

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Bedingungen zu versehen. Sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ende der Zitterpartie: EU und USA einigen sich auf neuen Zoll-Pakt
17.03.2026

Hinter den Kulissen von Brüssel und Washington wurde lange gepokert, doch jetzt steht der Kurs fest: Die EU-Parlamentspräsidentin Roberta...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Lichtblick am Ende des Tunnels: Autoindustrie nimmt 2026 wieder Fahrt auf
17.03.2026

Die Schockwellen der ersten Gewinnwarnungen verrauchen langsam. Dank eines starken Schlussspurts der Audi-Gruppe zeigt das Barometer für...

DWN
Politik
Politik Sondervermögen Schulden: Milliarden werden zur Stopfung von Haushaltslöchern missbraucht
17.03.2026

Etikettenschwindel bei den Staatsfinanzen? Das Münchner Ifo-Institut wirft der Bundesregierung vor, neue Milliardenschulden massiv...

DWN
Politik
Politik Nach Iran und Venezuela: Trump erhöht massiv den Druck auf Kuba
17.03.2026

US-Präsident Donald Trump nimmt nach Teheran und Caracas nun offenbar das nächste Ziel in den Fokus: Kuba. Mit einer offen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Brennende Tanker, blockierte Routen: Wie gelangt das Golf-Öl jetzt noch zum Kunden?
17.03.2026

Die Schlagader der Weltwirtschaft ist fast zum Erliegen gekommen: Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs wagen nur noch wenige Schiffe die...

DWN
Finanzen
Finanzen Wertpapiere statt Tagesgeld: Sparkassen planen eigenes Neo-Broker-Modell
17.03.2026

Deutschlands Sparkassen blasen zum Angriff auf die moderne Konkurrenz: Um mehr Kunden vom klassischen Sparbuch an den Aktienmarkt zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preissprung am Gasmarkt: Golf-Krise gefährdet Winter-Vorsorge
17.03.2026

Die Eskalation im Persischen Golf erreicht die deutschen Heizungskeller: Durch die Angriffe auf Energieträger steigen die Gaspreise massiv...