Finanzen

1,4 Billionen Dollar in Luft aufgelöst: Zinswende dezimiert Vermögen der Superreichen

Die von der Federal Reserve vorangetriebene globale Zinswende hat den Superreichen massive Verluste bereitet. Dennoch könnten sich die höheren Zinsen zu ihrem Vorteil auswirken.
Autor
17.06.2022 09:00
Lesezeit: 1 min

Infolge der von der Federal Reserve vorangetriebenen Zinswende haben die Superreichen riesige Teile ihrer Vermögen verloren. Denn sowohl die bereits erfolgten als auch die erwarteten weiteren Zinserhöhungen in den USA und anderen Teilen der Welt haben bei zahlreichen Vermögenswerten starke Kursverluste ausgelöst.

Der Bloomberg Billionaires Index beobachtet die Vermögensentwicklung der 500 reichsten Menschen der Welt. Der Index wird täglich aktualisiert und zeigt, dass die 500 reichsten Menschen der Welt seit Jahresbeginn bereits 1,4 Billionen Dollar verloren haben. Allein durch den starken Börsensturz am Montag verloren sie Vermögenswerte im Umfang von 206 Milliarden Dollar.

Die massiven Vermögensverluste der Superreichen in den letzten Monate stehen im Gegensatz zum letzten Jahr, als die Märkte noch boomten. Doch die starken Kursgewinne bei fast allen Vermögenswerten von Immobilien bis Kryptowährungen haben sich nun rasch umgekehrt, da die Federal Reserve und andere Notenbanken vor dem Hintergrund hoher Inflationsraten die Zinsen anheben.

Die stärkste Verluste seit Jahresbeginn verzeichnet Changpeng Zhao, der CEO der Kryptowährungsbörse Binance. Denn der Kryptomarkt steht ganz besonders unter Druck. Die Daten von Bloomberg zeigen, dass Zhao von Jahresbeginn bis Dienstag satte 85,6 Milliarden Dollar verloren hat. Sein Gesamtnettovermögen beträgt jetzt nur noch 10,2 Milliarden Dollar.

Amazon-Gründer Jeff Bezos verzeichnet die zweitgrößten Verluste. Seit Jahresbeginn verlor er 66,8 Milliarden Dollar und sein Gesamtnettovermögen schrumpfte auf nur noch 125,5 Milliarden Dollar. Facebook-Chef Mark Zuckerberg verlor seit Jahresbeginn 64,4 Milliarden Dollar und besitzt jetzt nur noch 60,9 Milliarden Dollar.

Tesla-Chef Elon Musk verlor seit Jahresbeginn 61,6 Milliarden Dollar, ist mit einem Vermögen von 208,7 Milliarden Dollar aber immer noch die reichste Person der Welt. (Dahinter folgen Jeff Bezos, LVMH-Chef Bernard Arnault aus Frankreich, Microsoft-Gründer Bill Gates und die US-Investorenlegende Warren Buffet.)

Doch auch wenn der Zinsanstieg die Superreich viel Vermögen gekostet hat, so besteht für dennoch Grund zur Hoffnung, dass ihre Vermögen bald wieder übermäßig schnell wachsen und dass der Unterschied zwischen arm und reich bald wieder wächst, so wie es dank der lockeren Geldpolitik der Notenbanken seit vielen Jahren der Fall ist.

Tatsächlich bedarf es nur einiger großer Zinserhöhungen durch die Fed in diesem Sommer, um Angst vor einer Rezession zu schüren. Diese Angst könnte die US-Notenbank dazu veranlassen, ihren Kurs zu korrigieren und doch wieder eine lockere Geldpolitik einzuschlagen. Die Erwartung niedrigerer Zinsen und stärkerer Wertpapierkäufe würde die Märkte dann umgehend wieder nach oben treiben: zum Vorteil der Milliardäre.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Kriegstüchtigkeit in Europa: Deutschland und Italien stärken Rüstungspartnerschaft
23.01.2026

Kanzler Merz und Ministerpräsidentin Meloni bauen die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien in den Bereichen Rüstung,...

DWN
Finanzen
Finanzen Intel-Aktie fällt vorbörslich stark - von Lieferengpässen ausgebremst
23.01.2026

Intel kämpft auf seinem Sanierungskurs weiterhin mit Kapazitätsengpässen. Die für das laufende Quartal prognostizierten Umsätze von...

DWN
Finanzen
Finanzen Bund überschreitet fast die Schuldenbremse – Finanzminister warnt vor anderem Risiko
23.01.2026

Das Grundgesetz legt dem Bund enge Grenzen bei der Kreditaufnahme auf. Die jüngste Abrechnung für 2025 zeigt, dass die erlaubte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eurozonen-Stimmung stagniert: Deutschland sieht Hoffnungsschimmer
23.01.2026

Während die Unternehmensstimmung in der Eurozone insgesamt zum Jahresbeginn auf der Stelle tritt, zeichnet sich in Deutschland eine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Herzklopfen vor dem Chefgespräch? Wie Sie Angst im Job überwinden – und Vorgesetzte Signale erkennen
23.01.2026

Ein Gespräch mit dem Chef steht an – und plötzlich werden Puls und Gedanken schneller. Viele erleben Angst vor Vorgesetzten, obwohl...

DWN
Politik
Politik Selenskyj rügt Europas Spitzenpolitiker: „Orientierungslos“
23.01.2026

Europa agiert zu passiv und verfügt nicht über die Fähigkeit, ohne Hilfe der Vereinigten Staaten eigene Initiativen für einen Frieden...

DWN
Politik
Politik Lehren aus der Grönland-Krise: EU setzt stärker auf strategische Eigenständigkeit
23.01.2026

Die Europäische Union zieht aus der Zuspitzung im Streit um Grönland Konsequenzen und will ihre Abhängigkeit von den USA verringern....

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Nach Allzeithoch nimmt Gold 5.000 Dollar in den Blick – Silberpreis kratzt an 100 Dollar
23.01.2026

Nach dem Goldpreis-Rekordhoch im frühen Donnerstagshandel oberhalb der Marke von 4.900 Dollar geht die Aufwärtsrallye des gelben...