Politik

Gewalt im Gazastreifen hält zweiten Tag an

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wurde nicht nur der Militärchef des Islamischer Dschihad getötet, sondern auch zahlreiche Zivilisten, darunter ein Kind.
06.08.2022 15:37
Lesezeit: 1 min

Im Gazastreifen hat die schwerste Gewalteskalation zwischen Israel und Palästinensern seit mehr als einem Jahr den zweiten Tag in Folge angehalten. Die israelische Luftwaffe griff am Samstag erneut Ziele im Gazastreifen an, die Palästinenser feuerten weiter Raketen auf israelisches Gebiet.

Die Angriffe folgen auf einen israelischen Sondereinsatz gegen den militanten Islamischen Dschihad am Freitag in Gaza, bei dem nach israelischen Angaben Tajseer al-Dschaabari, einer der führenden Kommandeure, getötet wurde.Read full story

Bei den israelischen Angriffen seien 14 Palästinenser getötet und mindestens 110 verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Unter den Toten seien mindestens vier Angehörige des Islamischen Dschihads und ein Kind.

Der Islamische Dschihad selbst äußerte sich nicht dazu, wie viele seiner Mitglieder ums Leben gekommen sind. Eine Waffenruhe scheint nicht in Sicht. "Jetzt ist die Zeit für Widerstand, nicht für Waffenstillstand", sagte ein Vertreter zu Reuters.

Der Islamische Dschihad teilte mit, einer seiner Angriffe habe Israels wichtigsten internationalen Flughafen Ben Gurion zum Ziel gehabt. Die Rakete habe es aber um 20 Kilomter verfehlt. Der Flugaufsicht zufolge gebe es keine Einschränkungen an dem Flughafen. Flugrouten seien angepasst worden.

Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten mindestens 160 Raketen über die Grenze abgefeuert, die meisten seien abgefangen worden, teilte das israelische Militär mit. Einige wenige Menschen in Israel hätten sich leicht verletzt, als sie in Schutzräume gerannt seien.

Aus Kreisen der palästinensischen Führung verlautete, Ägypten, die Vereinten Nationen und Katar hätten mit Vermittlungsbemühungen begonnen, um die Gewalt zu beenden. Einen Durchbruch gebe es bislang nicht.

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel war es seit Mai 2021 vergleichsweise ruhig geblieben. Damals waren während der elf Tage dauernden Kämpfe mindestens 250 Menschen im Gazastreifen und 13 in Israel getötet worden.

Im besetzten Westjordanland wurden nach Angaben des israelischen Militärs 19 Kämpfer des Islamischen Dschihads bei nächtlichen Razzien festgenommen.

Erst am Montag hatten israelische Sicherheitskräfte dort Bassam al-Saadi festgenommen, ein hochrangiges Mitglied des Islamischen Dschihads. Bei seiner Festnahme kam ein 17-Jähriges Mitglied der Organisation ums Leben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Politik
Politik Russland-Expertin: Die Wirtschaft wird Putin nicht stoppen
02.11.2026

Die russische Wirtschaft ist ein Instrument für die politische Richtung des Kremls, kein Kompass. Der Kurs bleibt auch unter...

DWN
Politik
Politik Robert Habeck warnt vor Putins nächster Falle: „Wir dürfen nicht wieder wegsehen“
01.11.2026

Europa hat die Gefahr durch Putin lange unterschätzt. Der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck fürchtet, dass sich dieser Fehler in...

DWN
Politik
Politik Bahn, Kredite, Weihnachtsmarkt – was sich im November ändert
01.11.2026

Für Familien wird eine ICE-Fahrt mit der Bahn zum Pauschalpreis dauerhaft angeboten. Was sich im neuen Monat außerdem bei kleinen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Halten Sie in Europa Ausschau nach Finanz-, Infrastruktur- und Industrietiteln
01.11.2026

Der Gewinner der letzten Monate ist nicht die Technologiebranche, sondern das Gesundheitswesen. US-Gesundheitsaktien haben den S&P 500 in...

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt juckt es mich beim Anthropics-IPO in den Fingern
01.11.2026

Als ich vor einem Monat darüber schrieb, warum ich derzeit nicht in Anthropic investieren möchte, waren meine wichtigsten Argumente der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Logistikkonzern C.H. Robinson verblüfft mit KI-gestütztem Gewinnsprung: So ist das gelungen!
01.11.2026

28 Prozent weniger Mitarbeiter, über 60 Prozent mehr Produktivität und Frachtangebote in nur 31 Sekunden: Der US-Logistikkonzern C.H....

DWN
Technologie
Technologie Millionen Hackerangriffe wegen PHP-Sicherheitslücke: Wie sicher sind Websites noch und was ist zu tun?
01.11.2026

Millionen Hackerangriffe innerhalb weniger Stunden, abgeschaltete Regierungswebsites und eine PHP-Sicherheitslücke, die seit mehr als...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quantum-Systems-Chef in Litauen: Drohnen kann man nicht im Lager anhäufen, Bedrohungen verändern sich
01.11.2026

Quantum Systems baut seine Präsenz in Litauen aus und wird dort die Bundeswehr-Brigade unterstützen. Produktionspläne hängen jedoch von...