Wirtschaft

Öl-Durchfluss durch Druschba-Pipeline gestoppt - Hoffen auf Kompromiss

Der Durchfluss durch die Süd-Route der wichtigen Druschba-Pipeline wurde gestoppt. Offenbar haben sich die Beteiligten nun auf einen Kompromiss geeinigt.
10.08.2022 09:00
Aktualisiert: 10.08.2022 09:41
Lesezeit: 1 min

+++UPDATE+++

Der seit einigen Tagen unterbrochene Transit von russischem Öl über den Südstrang der Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei könnte bald wieder aufgenommen werden. Der Sprecher der slowakischen Raffinerie Slovnaft, Anton Molnar, sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur, sowohl die Ukraine als auch Russland hätten einem Kompromissvorschlag zugestimmt. Demnach würden der ungarische Mineralölkonzern MOL und die Slowakei-Tochter Slovnaft vorerst die Transitgebühren an die Ukraine bezahlen. Slovnaft habe eine erste Zahlung bereits überwiesen, erklärte Molnar.

Auch vom ungarischen Unternehmen MOL gab es am Mittwoch eine entsprechende Bestätigung. Die für die Nutzung der Pipeline durch die Ukraine fällige Gebühr sei entrichtet worden, teilte das Unternehmen in einer Stellungnahme mit, die per E-Mail verschickt wurde. Der Konzern sprach ebenfalls von Verhandlungen, die mit Vertretern Russlands und der Ukraine geführt worden seien.

+++UPDATE ENDE+++

Der Transit von russischem Öl über die Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Mitteleuropa ist nach Angaben aus Moskau eingestellt worden. Der russische Pipeline-Betreiber Transneft machte für den Lieferstopp die Ukraine verantwortlich: "Tatsächlich hat (das ukrainische Unternehmen) Ukrtransnafta das Durchpumpen von Öl nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei über den Südstrang der Pipeline Druschba am 4. August um 6.10 Uhr morgens vollständig gestoppt", gab Transneft laut staatlicher russischer Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Dienstag bekannt. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Nach Angaben von Transneft-Sprecher Igor Djomin hängt die Beendigung des Transits mit Zahlungsproblemen zusammen: Die Ukraine fordere für die Durchleitung russischen Öls Vorkasse, doch von Transneft getätigte Zahlungen seien wegen neuer europäischer Sanktionen zurückgewiesen worden. Über die Nordroute der Druschba, die durch Weißrussland und Polen bis nach Deutschland führt, werde hingegen weiter geliefert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ESG-Investitionen unter Druck: Was der amerikanische Rückzug für europäische Anleger bedeutet

Die Entscheidung mehrerer grosser amerikanischer Vermögensverwalter, sich aus ESG-bezogenen Investitionsallianzen zurückzuziehen, hat in...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rabattaktionen im Einzelhandel: Warum eBooks trotz Krise boomen – und wie Sie persönlich davon profitieren
15.05.2026

Steigende Preise, verunsicherte Verbraucher und schwache Konsumdaten setzen den Handel unter Druck. Gleichzeitig werben Anbieter mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hohe Energiekosten: Energieintensive Industrie in Deutschland drosselt Produktion
15.05.2026

Steigende Energiekosten setzen Deutschlands Industrie massiv unter Druck. Besonders energieintensive Branchen verlieren Produktion und...

DWN
Politik
Politik Trump und Xi demonstrieren Einigkeit: Doch hinter den Kulissen dominieren harte Konflikte
15.05.2026

Beim Treffen von Donald Trump und Xi Jinping dominieren höfliche Gesten und gegenseitiges Lob. Dennoch verfolgen Washington und Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen Freenet-Aktie: Mobilfunkgeschäft wächst beim MDAX-Wert trotz Gegenwind
15.05.2026

Starke Umsätze, wachsender Free Cashflow und ein boomendes IPTV-Geschäft: Die Freenet-Aktie startet dynamisch ins Jahr 2026. Vor allem...

DWN
Immobilien
Immobilien Ifo: Stimmung im Wohnungsbau bricht massiv ein
15.05.2026

Der deutsche Wohnungsbau gerät zunehmend unter Druck. Das Geschäftsklima hat sich laut Ifo-Institut so stark verschlechtert wie seit...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Großteil des Stellenabbaus entfällt auf KI
15.05.2026

Bei der Commerzbank sorgen KI, Stellenabbau und der Übernahmekampf mit der Unicredit für neue Spannungen. Während die Bank ihre...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Warnstreik im Einzelhandel trifft Rewe, Kaufland und Ikea: Drohen Lieferengpässe?
15.05.2026

Mit dem Kaufland-Streik und weiteren Aktionen im Handel verschärft sich der Tarifkonflikt deutlich. Beschäftigte von Rewe, Metro, Ikea...

DWN
Finanzen
Finanzen Strahlenschutz im Check: Jedes achte Röntgengerät in Deutschland mangelhaft
15.05.2026

Die Sicherheit bei medizinischen Röntgenuntersuchungen weist laut dem aktuellen TÜV-Report Lücken auf. Mittlerweile zeigt jedes achte...