Deutschland

Deutsche Exporte sinken, US-Geschäft bricht ein

Die deutschen Exporte sind im Juli deutlich gesunken. Vor allem die Geschäfte mit den USA, dem wichtigsten Kunden der deutschen Exporteure, schrumpfte stark.
02.09.2022 10:17
Aktualisiert: 02.09.2022 10:17
Lesezeit: 1 min

Für die deutschen Exporteure hat die zweite Jahreshälfte angesichts der sinkenden Nachfrage aus den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China mit einem Rückschlag begonnen. Ihre Ausfuhren nahmen im Juli um 2,1 Prozent zum Vormonat ab auf 131,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem etwas stärkeren Rückgang von 2,3 Prozent gerechnet, nachdem es zuvor drei Anstiege in Folge gegeben hatte. Auch die Importe sanken im Juli, und zwar um 1,5 Prozent auf 125,9 Milliarden Euro. Sie waren zuvor fünf Monate in Folge gewachsen.

"Deutschland bekommt mit seiner exportlastigen Industrie jeden Huster der Weltwirtschaft zu spüren", kommentierte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, die Entwicklung. "Diese ist derzeit im schwierigen Fahrwasser unterwegs: In Europa tobt ein Krieg, in Asien belasten die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Einschränkungen noch immer die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflationsraten erreichen schwindelerregende Niveaus."

Besonders stark nahm die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" in den USA ab, dem wichtigsten Kunden der deutschen Exportwirtschaft. Hier brachen die Ausfuhren um 13,7 Prozent zum Vormonat auf 12,3 Milliarden Euro ein.

Die Exporte in die Volksrepublik China sanken um 0,3 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro, während die Lieferungen nach Großbritannien um 4,6 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro abnahmen. Das Geschäft mit Russland ging wegen der Sanktionen infolge des Krieges gegen die Ukraine um 15,1 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro zurück. Gegen den Trend wuchsen die Ausfuhren in die EU-Staaten um 1,0 Prozent auf 73,4 Milliarden Euro.

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich im August angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung den dritten Monat in Folge eingetrübt, wie das Münchner Ifo-Institut bei seiner Umfrage unter 2300 Unternehmen herausfand. "Die Unternehmen erwarten keine dynamische Entwicklung ihrer Exporte", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Entwicklung. "Die hohen Gaspreise und ein schwaches weltwirtschaftliches Umfeld belasten den Ausblick."

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