Unternehmen

Frankreich: Massiver Anstieg der Insolvenzen in der Baubranche

Lesezeit: 1 min
04.12.2013 02:44
Ein Drittel aller Insolvenzen in Frankreich kommen aus der Baubranche. Mehr als 20.000 Unternehmen sind allein im laufenden Jahr pleitegegangen. Auf dem Spiel stehen bis zu 60.000 Arbeitsplätze. Das setzt die Regierung zusätzlich unter Druck.
Frankreich: Massiver Anstieg der Insolvenzen in der Baubranche

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Bauunternehmen, Zulieferer und Unternehmen, die mit der Baubranche zusammen arbeiten stecken tief in der Krise. Über 20.000 solcher kleinen und mittelständischen Unternehmen haben allein in den letzten 12 Monaten Insolvenz anmelden müssen. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Kreditversicherers Coface, die den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegt.

Die Pleitewelle zieht weitreichende Folgekosten mit sich (siehe Grafik). Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Über 60.000 Arbeitsplätze sind bereits verloren gegangen oder stehen noch auf dem Spiel.

Jede dritte französische Insolvenz kommt aus dem Bausektor (33%) – Tendend steigend. Coface zufolge wird der Anteil im folgenden Jahr um sieben Prozentpunkte steigen. Zum Vergleich: In Deutschland kommen nur 19 Prozent aus der Branche, im Krisenland Spanien sind es 27 Prozent.

Damit ist auch die bislang solide Baubranche Frankreichs in ein Loch gefallen. Zur Zeit der Finanzkrise 2009 hielt der Immobilienmarkt den wirtschaftlichen Turbulenzen noch stand. Nun fällt der Markt in sich zusammen. 95 Prozent der betroffenen Unternehmen haben zehn oder weniger Mitarbeiter. Zusätzlich kommen aber auch ältere und größere Unternehmen in Bedrängnis. Sie sind nicht produktiv genug und können sich nicht mehr selbst finanzieren.

Die Bauaufträge sind rückläufig. Das Land steckt in der Rezession. Das Volk demonstriert gegen die Politik von Präsident Francois Hollande (mehr hier).

Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht. Coface rechnet für Frankreich für 2014 mit rund 62.000 Insolvenzen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Ärzte-Zeitung ruft zur Bewertung Lauterbachs auf: Resultat ist Schulnote 6

Die Leser der Ärzte-Zeitung haben eine eindeutige Meinung von Gesundheitsminister Lauterbach.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Putin: Europa begeht mit Energiepolitik «wirtschaftlichen Selbstmord»

Putin sagte, dass die hohen Energiepreise schon jetzt die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in der EU schmälerten. Russland wende sich...

DWN
Politik
Politik US-Justizministerium: Allianz-Fondsmanager haben Anleger betrogen

Nach Ansicht des US-Justizministeriums haben Hedgefonds-Manager einer Allianz-Tochter die Entwicklung der Fonds über Jahre hinweg...

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Deutschland
Deutschland Windräder: Söder warnt Habeck vor Wortbruch bei Abstandsregeln

Der bayerische Ministerpräsident warnt den Wirtschaftsminister, die vereinbarten Abstandsregeln für Windräder zu kippen.

DWN
Deutschland
Deutschland Dax-Konzerne melden Rekordquartal, doch die Aussichten sind mies

Viele deutsche Börsenschwergewichte präsentierten zu Jahresbeginn Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich...

DWN
Deutschland
Deutschland Impfpflicht weiter auf dem Tisch: Drei Bundesländer geben nicht auf

Die Länder Baden-Württemberg, Hessen und Bayern dringen auf einen Neuanlauf im Bundestag für eine Impfpflicht ab 60 Jahren.