Deutschland

Krieg in Afrika: Deutschland bietet Frankreich Flugzeuge an

Lesezeit: 1 min
07.12.2013 02:37
Das Verteidigungsministerium bietet Frankreich Flugzeuge zum Truppentransport und zur Luftbetankung an. Diese sollen den Einsatz in Zentralafrika unterstützen. Dort wolle Frankreich Menschenleben retten, sagte Präsident Francois Hollande.

Mehr zum Thema:  
Europa >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Europa  

Die Bundesregierung will Frankreich beim Militäreinsatz in der Zentralafrikanischen Republik logistisch unterstützen.

Deutschland biete Flugzeuge zum Truppentransport und zur Luftbetankung an, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin mit. Frankreich könne beim europäischen Lufttransportkommando im niederländischen Eindhoven von der Bundeswehr angemeldete Maschinen vom Typ A310 abrufen.

Insgesamt verfüge die Bundeswehr über fünf A310-Flugzeuge, die sich zum Teil auch zur Luftbetankung von Militärflugzeugen eigneten. Allerdings könnten deutsche Transportflugzeuge, die in Frankreich starten, nur in einem Nachbarland der Zentralafrikanischen Republik landen. Bundesregierung oder Bundestag müssten sich mit der Sache nicht befassen.

Das Auswärtige Amt begrüßte, dass der UN-Sicherheitsrat dem Einsatz ein robustes völkerrechtliches Mandat gegeben habe. Frankreich hatte nach der UN-Entscheidung am Freitag mitgeteilt, dass der Militäreinsatz begonnen habe (hier).

Der Zentralafrikanischen Republik droht eine landesweite religiöse und ethnische Spaltung, nachdem muslimische Rebellen im März Präsident Francois Bozize stürzten. Frankreich hatte bis Donnerstag 640 Soldaten am Flughafen von Bangui stationiert. Ihre Zahl sollte sich in den kommenden Tagen durch die Verlegung von Einheiten aus den Nachbarstaaten verdoppeln.

Der französische Präsident Francois Hollande hatte am Donnerstag gesagt, die Operation werde nicht lange dauern. Sie werde kleiner sein als im Januar in Mali, als 2.500 französische Soldaten vor Ort waren (mehr hier).

Zentralafrika ist eine frühere französische Kolonie. Das Land ist reich an Bodenschätzen und besitzt unter anderem Uran-Minen.

Der französische Militäreinsatz habe „kein anderes Ziel als das Retten von Menschenleben“, zitiert EUobserver den französischen Präsidenten. Es sei notwendig, Solidarität mit einem sehr armen, kleinen, befreundeten Land zu zeigen, das um Hilfe bittet.

Das US-Verteidigungsministerium begrüßte Frankreichs Entscheidung für einen Militäreinsatz. Der Vorschlag, EU-Truppen nach Zentralafrika zu schicken, wird von den Mitgliedsstaaten voraussichtlich abgelehnt. Die 1.500 EU-Soldaten werden derzeit von Großbritannien geführt. Sie waren seit Schaffung der Einheit 2007 noch nicht im Einsatz.


Mehr zum Thema:  
Europa >

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Ausblick zwischen Zinsoptimismus und Berichtssaison
12.07.2024

Zum Ende der Woche hat der DAX noch einmal kräftig zugelegt. Wird dieser Trend in der kommenden Woche anhalten? Ein DAX-Ausblick!

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der Chefredakteur kommentiert: Die stille Eroberung - Chinas Werbeoffensive bei der Fußball-EM 2024
12.07.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rheinmetall-Chef Papperger im Visier: Russische Mordpläne lösen Empörung aus
12.07.2024

Der CNN-Bericht über angebliche russische Mordpläne gegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger hat in Deutschland für große Empörung...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldschock: Gefälschte Belege und Sammelverwahrung – Anlegern droht Totalverlust!
12.07.2024

Gefälschte Goldbestände: Wie Sie als Anleger jetzt handeln müssen! Erfahren Sie, warum die Swiss Gold Treuhand AG Anleger in den Ruin...

DWN
Technologie
Technologie EU-Untersuchung: Hohe Geldstrafe für Musks X möglich
12.07.2024

Die EU-Kommission nimmt erneut ein großes US-Unternehmen ins Visier. Die Plattform X verstößt in mehreren Bereichen gegen EU-Recht, so...

DWN
Technologie
Technologie Bahn bei Fußball-EM überfordert: Wissing fordert Verbesserungen
12.07.2024

Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) kritisiert die Deutsche Bahn scharf für ihre Leistung während der Fußball-Europameisterschaft....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Firmeninsolvenzen in Deutschland: Anstieg verlangsamt sich
12.07.2024

Die Pleitewelle unter deutschen Firmen ist nicht vorüber, aber sie wächst nicht mehr so rasant: Nach zwölf Monaten mit zweistelligen...

DWN
Politik
Politik Putin oder Selenskyj? Biden-Patzer auf der internationalen Bühne
12.07.2024

Jede Aussage, jedes Wort, jede Bewegung, jede Zuckung des US-Präsidenten wird derzeit akribisch analysiert. Bei einer wichtigen...