Politik

Türkei: Erdoğan sieht überall Verschwörer am Werk

Lesezeit: 1 min
29.12.2013 18:35
Der türkische Premier weist Rücktrittsforderungen von sich: Wie schon bei den Gezi-Park-Protesten im Sommer handele es sich um Verschwörer, die der Türkei schaden wollten. Erdoğan sagte, er werde weiter kämpfen.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan denkt trotz des aktuellen Korruptionsskandals nicht an einen Rücktritt. Er werde die Krise überstehen, sagte der Ministerpräsident am Sonntag vor Anhängern in der Provinz Manisa. Diejenigen, die versuchten, ihn zu stürzen, würden mit ihren Vorhaben genauso scheitern wie die Anti-Regierungsdemonstrationen im vergangenen Sommer im Gezi-Park in Istanbul. "Sie sagten Gezi und zerschmetterten Fenster. Nun sagen sie Korruption und schlagen Scheiben ein. Diese Verschwörung wird keinen Erfolg haben", rief Erdoğan den jubelnden Menschen zu. Der Skandal sei ein internationaler Komplott. Seinen Gegnern gehe es nicht um Korruption, sie hätten eine Schwächung der Türkei im Sinn.

Das Land wird von einem Korruptionsskandal erschüttert, der bis in das Umfeld Erdoğans reicht. Am Freitag war es in Istanbul bei einer Demonstration gegen ihn zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Polizisten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, als Demonstranten den Rücktritt Erdoğans forderten. Vor eineinhalb Wochen waren überraschend Dutzende Korruptionsverdächtige festgenommen worden. Die Ermittlungen richten sich auch gegen Söhne von inzwischen zurückgetretenen Ministern. Erdoğan hat rund 70 an den Ermittlungen beteiligte Polizisten entlassen. Zudem baute er sein Kabinett in großem Stil um und holte sich als besonders loyal geltende Politiker an seine Seite. Der Regierungschef weist in dem Korruptionsskandal jegliches Fehlverhalten zurück.

An den Bebauungsplänen für den Gezi-Park hatten sich im Sommer landesweite Proteste gegen Erdoğan entzündet. Die Demonstrationen ebbten nach ein paar Wochen ab, nachdem Erdoğan Härte gezeigt hatte.

Die Türkei steckt in eine schweren Wirtschafts-Krise (hier), die durch Erdoğans starrsinnige und autokratische Politik ins Chaos führen kann (präziser hier).


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Vom Erfolg zur Krise: Wie Adidas seine Dominanz im Sportmarkt verlor
19.05.2024

Adidas, einst ein Riese im Sportmarkt, kämpft nach katastrophalen Kooperationen und einem Börsenabsturz gegen den Aufstieg von Nike. Mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Kreditanstalt für Wiederaufbau in der Kritik, nutzt Potenzial unzureichend
19.05.2024

Eine neue Studie der Stiftung Klimaneutralität zieht eine kritische Bilanz zur Rolle der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Demnach...

DWN
Politik
Politik Scholz verspricht Hilfe - Überschwemmungen im Saarland zeigen Naturgewalt
19.05.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz besuchte Kleinblittersdorf im Saarland, um nach den heftigen Regenfällen und Überschwemmungen Hilfe zu...

DWN
Politik
Politik Putin fördert intensivere Geschäftspartnerschaften mit China
18.05.2024

Putin hat während seines Staatsbesuchs in China eine Stärkung der wirtschaftlichen Kooperation betont und die Sanktionen des Westens...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Überraschende Wende: China nicht mehr Deutschlands Top-Handelspartner
18.05.2024

Für eine beträchtliche Zeit war die Volksrepublik Deutschland der primäre Handelspartner. Jetzt besteht die Möglichkeit, dass China...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nike schnappt Adidas die Nationalmannschaft weg: Der DFB kennt keine Gnade
18.05.2024

Über 70 Jahre waren sie eine Einheit – die deutsche Nationalmannschaft in ihren Adidas-Trikots und ihren Schuhen mit den drei Streifen....

DWN
Finanzen
Finanzen Günstiger Urlaub? Versteckte Kosten, die Sie unbedingt im Blick haben sollen!
18.05.2024

Sie haben Ihren Sommerurlaub bestimmt schon geplant und freuen sich darauf, eine schöne Zeit am Strand zu verbringen und sich zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Schulden-Restrukturierung: Ukraine braucht weitere Zugeständnisse von Investoren
18.05.2024

Die Ukraine will möglichst schnell ihre Finanzierung über den Kapitalmarkt neu aufstellen. Es geht um bereits am Markt platzierte...