Technologie

Medizin-Nobelpreis: Pharmabranche geht erneut leer aus

Der Medizin-Nobelpreis 2022 geht an den Schweden Svante Pääbo vom Leipziger Max-Planck-Institut. Der Evolutionsforscher entschlüsselte das Neandertaler-Genom.
04.10.2022 12:38
Aktualisiert: 04.10.2022 12:38
Lesezeit: 1 min
Medizin-Nobelpreis: Pharmabranche geht erneut leer aus
Der Schwede Svante Pääbo erhält den Medizin-Nobelpreis 2022 für seine Forschung zum Neandertaler. (Foto: dpa) Foto: Hendrik Schmidt

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an den in Leipzig arbeitenden schwedischen Wissenschaftler Svante Pääbo. Der Forscher wurde für seine Entdeckungen im Bereich der menschlichen Evolution geehrt, wie das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mitteilte.

Der 1955 geborene Pääbo sequenzierte unter anderem das Neandertaler-Genom. Sein Vater ist der inzwischen verstorbene Biochemiker Sune Bergström, der 1982 ebenfalls mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden war.

Pääbo leitet am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig die Abteilung für Evolutionäre Genetik. Mit dem sogenannten Neandertaler-Genom-Projekt widerlegte er die in der Wissenschaft lange Zeit verbreitete Überzeugung, es gebe keine Verbindung zwischen dem modernen Menschen und dem Neandertaler.

„Durch die Entwicklung modernster Untersuchungsmethoden konnten Pääbo und sein Team schließlich doch nachweisen, dass Reste der archaischen DNA heute noch im modernen Menschen zu finden sind: Rund zwei Prozent unseres Genoms stammen vom Neandertaler“, heißt es auf der Internet-Seite des Instituts.

Pääbo hat für seine Arbeit bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten. 2018 bekam er den renommierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft für seine Pionierleistungen auf dem Gebiet der Paläogenetik, als deren Begründer er gilt.

Der Nobelpreis für Medizin ist mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (rund 917.000 Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr waren die Wissenschaftler David Julius und Ardem Patapoutian für ihre Entdeckungen von Rezeptoren für Temperatur und Berührungen ausgezeichnet worden.

Bereits 2021 gehörten die Entwickler der Corona-Impfstoffe zu den Favoriten für den Medizin-Nobelpreis. Doch bereits im vergangenen Jahr entschied sich die Nobelversammlung am schwedischen Karolinska-Institut dagegen. Stattdessen ging die Ehrung damals an David Julius und Ardem Patapoutian für die Entdeckung von Rezeptoren für Temperatur und Druck.

Im Laufe der Woche werden noch mehrere Nobelpreise für besondere Leistungen in anderen Gebieten vergeben. (rtr/gu)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Deutschland braucht einen nationalen Hitzeschutzplan: Doch wer trägt die Kosten?
21.09.2026

Sommer, Sonne, Hitze: Extrem hohe Temperaturen belasten zunehmend den Alltag vieler Menschen in Deutschland und verursachen...

DWN
Technologie
Technologie 70.000 Dollar für eine Hand: Deutschlands Chance im Roboter-Boom
21.09.2026

China lieferte im ersten Halbjahr 97 Prozent aller humanoiden Roboter weltweit aus. Warum eine Fraunhofer-Studie ausgerechnet in deren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IAB-Studie: Rüstungsindustrie kann Stellenabbau nicht auffangen
21.09.2026

Die Rüstungsindustrie wächst, doch als Auffangbecken für Beschäftigte aus kriselnden Industriezweigen taugt sie bislang kaum. Neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Škoda Peaq im Test: Wenn die Reichweite ihrem Namen alle Ehre macht
21.09.2026

Mit dem Škoda Peaq stellt die Marke ihr bislang größtes Elektroauto vor. Der SUV setzt auf hohe Reichweite, viel Innenraum, starke...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck nach Berlin-Wahl – Diskussion um Enteignungen
21.09.2026

Die Berlin-Wahl setzt die Vonovia-Aktie unter Druck. Forderungen nach Enteignungen großer Wohnungskonzerne sorgen bei Anlegern für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftsprofessor Luis Garicano: So vermeiden Sie, Ihren Job an KI zu verlieren
21.09.2026

Viele Warnungen vor KI und Massenarbeitslosigkeit klingen dramatisch. Der Ökonom Luis Garicano hält sie für übertrieben. Sein Argument:...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie: Warum der Ozempic-Riese plötzlich alles ändert
21.09.2026

Novo Nordisk macht aus sich selbst „Novo“ und dreht sogar den berühmten Stier im Logo um. Doch hinter der vermeintlichen kosmetischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Neue Euro-Banknoten: Diese Motive stehen zur Wahl – Umfrage endet
21.09.2026

Europas Bargeld soll moderner, sicherer und langlebiger werden. In einer großen Online-Umfrage entscheiden Bürger über mögliche Motive...