Politik

Nord- und Südkorea feuern Warnschüsse ab

Auf der koreanischen Halbinsel nehmen die Spannungen beträchtlich zu.
24.10.2022 10:00
Lesezeit: 2 min
Nord- und Südkorea feuern Warnschüsse ab
An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea kam es zu einem Schusswechsel. Das Bild zeigt nordkoreanische Soldaten bei einer Übung. (Foto: dpa) Foto: -

Inmitten erhöhter Spannungen haben Nord- und Südkorea Warnschüsse an der westlichen Seegrenze abgefeuert. Der südkoreanische Generalstab teilte am Montag mit, die Streitkräfte hätten am frühen Morgen Warnschüsse abgefeuert, nachdem ein nordkoreanisches Handelsschiff die Grenzlinie überquert habe. Das Schiff sei dann umgekehrt.

Das nordkoreanische Militär erklärte seinerseits laut staatlichen Medien, es habe zur Warnung zehn Artilleriegeschosse abgefeuert, weil ein südkoreanisches Marineschiff die Seegrenze verletzt habe.

Spannungen nehmen zu

Die sogenannte Nördliche Grenzlinie (NLL) vor der Küste der koreanischen Halbinsel, an der sich der Zwischenfall ereignete, wird von Nordkorea nicht anerkannt. Die NLL wurde nach dem Korea-Krieg (1950-53) einseitig von einem UN-Kommando gezogen, um Feindseligkeiten zwischen den beiden Seiten zu verhindern.

Der jüngste Zwischenfall erfolgte zu einer Zeit wachsender Spannungen auf der Halbinsel. Seit Ende September hat Nordkorea in ungewohnt hoher Frequenz Tests mit ballistischen Raketen unternommen. Auch führte das Land zuletzt Artillerübungen entlang der Grenze vor der Ost- und Westküste durch. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea die Erprobung von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf befördern können.

Südkoreas Militär begann in der vergangenen Woche ein jährliches Manöver, das sich eigenen Angaben zufolge gegen Bedrohungen Nordkoreas richtet. Das Manöver ist das jüngste in einer Reihe von Militärübungen in Südkorea einschließlich gemeinsamer Übungen mit den US-Streitkräften in den vergangenen Wochen.

Nach dem Beginn der Militärübungen Südkoreas mit US-Streitkräften hatte Nordkorea an zwei Tagen hintereinander Hunderte von Artilleriegeschossen in die Gewässer entlang der beiderseitigen Grenze abgefeuert. Nach einer Artillerieübung an der West- und Ostküste in der Nacht zuvor mit mehr als 250 Geschossen habe Nordkoreas Militär am vergangenen Mittwoch zusätzlich von der Westküste aus 100 Artilleriegranaten abgeschossen, teilten die südkoreanischen Streitkräfte damals mit.

Nordkorea bestätigte in einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung die Übungen. Sie waren demnach eine Antwort auf die eigenen Schießübungen Südkoreas. Die Armeeführungen beider Länder warfen der jeweils anderen Seite provokatives Verhalten vor.

Laut südkoreanischen Angaben fielen die Geschosse von nordkoreanischer Seite in die sogenannten maritimen Pufferzonen, welche 2018 zur Reduzierung der Spannungen eingerichtet wurden. Keines der Geschosse sei in südkoreanisches Hoheitsgewässer gestürzt. Seoul warf dem abgeschotteten Nachbarland jedoch vor, gegen ihr bilaterales Militärabkommen verstoßen zu haben.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen EU-Regel zwingt Ritter Sport zum Überkleben
01.09.2026

Wegen neuer EU-Vorgaben muss Ritter Sport alte Verpackungen mit Stickern überkleben. Was sich für Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt...

DWN
Politik
Politik Europa unter Druck: Experte warnt vor gefährlicher Doppelkonfrontation
01.09.2026

Europa gerät von mehreren Seiten gleichzeitig unter Druck. China verschärft den Handelskonflikt, Russland könnte den Krieg weiter...

DWN
Immobilien
Immobilien Mieter in Angst: Die Furcht vor dem Wohnungsverlust
01.09.2026

Die Wohnkosten steigen, und immer mehr Mieter fürchten, ihre Wohnung bald nicht mehr bezahlen zu können. Der Mieterbund fordert...

DWN
Technologie
Technologie China: Solar schlägt Kohle, doch Ausbau verliert an Tempo
01.09.2026

China ist Weltmeister beim Ausbau der Solarenergie. Doch das Land gilt zugleich als großer Klimasünder und will nicht von der Kohle...

DWN
Politik
Politik Berichte: Regierung sieht Russland hinter Drohnen-Vorfall
01.09.2026

Der Verdacht wiegt schwer: Die Bundesregierung macht offenbar einen russischen Geheimdienst für den versuchten Drohnenanschlag am...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Möbelbranche kämpft weiter gegen die Flaute
01.09.2026

Die Deutschen halten sich beim Möbelkauf zurück – und bringen eine ganze Branche in Bedrängnis. Steigende Kosten, sinkende Umsätze...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererklärung falsch ausgefüllt? Jetzt zählt schnelles Handeln
01.09.2026

Eine vergessene Ausgabe, eine falsche Zahl oder eine nicht angegebene Einkunft: Fehler in der Steuererklärung passieren schnell. Wer sie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konsumflaute trotz besserer Stimmung: Händler senken Preise
01.09.2026

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, das Leben verlagert sich wieder stärker nach drinnen. Für Händler beginnt damit eine wichtige Phase...