Politik

Wegen Luftalarm: Steinmeier muss in den Luftschutzkeller

Während des Besuchs von Bundespräsident Steinmeier in der Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. Die Gespräche wurden daraufhin im Luftschutzkeller fortgesetzt.
25.10.2022 14:33
Lesezeit: 1 min
Wegen Luftalarm: Steinmeier muss in den Luftschutzkeller
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wartet nach einem Luftalarm im Luftschutzbunker und spricht mit Bewohnern der Stadt und lässt sich ihre Erfahrungen erzählen. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in der Ukraine einen kleinen Eindruck bekommen, was der Krieg in dem Land für die Menschen bedeutet. Unmittelbar nach seiner Ankunft in der Kleinstadt Korjukiwka nordöstlich von Kiew wurde dort am Dienstag Luftalarm ausgelöst. Steinmeier, Bürgermeister Ratan Achmedow und eine Gruppe von Bürgern gingen daraufhin in einen Luftschutzkeller.

Dort ließ sich der Bundespräsident von den Menschen berichten, wie sie den russischen Angriffskrieg erleben. Eine Frau erzählte unter Tränen vom Kriegsbeginn am 24. Februar, eine andere von ihrem Mann, der gegen die russische Armee kämpft. „Mein Mann ist an der Front, an der heißesten Front“, sagte sie.

„Wir haben die ersten eineinhalb Stunden im Luftschutzkeller verbracht“, sagte Steinmeier anschließend. „Das hat uns besonders eindrücklich nahe gebracht, unter welchen Bedingungen die Menschen hier leben.“ Es sei eine Situation gewesen, die man bei dem Besuch nicht habe ausschließen können. Die Menschen dort müssten mit dieser Situation jeden Tag leben. „Das Gespräch gerade dort zu führen war besonders eindrücklich. Und ich glaube, das ging nicht nur mir so.“

Die russische Armee hatte nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe im benachbarten Belarus bis zu zehn Kampfdrohnen iranischer Bauart gestartet. Deshalb wurde der Alarm ausgelöst. Über Einschläge und Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

Steinmeier hatte Korjukiwka 2021 schon einmal besucht. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg 1943 Schauplatz eines Massakers der SS an den Einwohnern gewesen. Der Bundespräsident kam am Dienstagmorgen in Kiew an und fuhr dann weiter nach Tschernihow. Am Nachmittag standen Gespräche in der Hauptstadt an, unter anderem mit Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ESG-Investitionen unter Druck: Was der amerikanische Rückzug für europäische Anleger bedeutet

Die Entscheidung mehrerer grosser amerikanischer Vermögensverwalter, sich aus ESG-bezogenen Investitionsallianzen zurückzuziehen, hat in...

DWN
Politik
Politik Geheimdienstbericht: Versteckt sich Paranoider Putin wirklich in einem Bunker?
15.05.2026

Wladimir Putin steht in Russland zunehmend für ein System, das Kontrolle, Abschottung und Misstrauen zum Machtprinzip erhebt. Wie tief hat...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Berliner KI-Unternehmen Unframe will Datenchaos in Firmen ordnen
15.05.2026

Unframe will Unternehmen helfen, verstreute Informationen in nutzbare Arbeitsabläufe zu übersetzen. Im Fokus stehen Datenanalyse,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Welthandel unter Druck: Golfkrise belastet den globalen Containerverkehr
15.05.2026

Die Golfkrise verschärft die Spannungen im Containerverkehr und lenkt Handelsrouten zunehmend in Richtung Afrika. Welche Folgen hat diese...

DWN
Politik
Politik Trump und Xi demonstrieren Einigkeit: Doch hinter den Kulissen dominieren harte Konflikte
15.05.2026

Beim Treffen von Donald Trump und Xi Jinping dominieren höfliche Gesten und gegenseitiges Lob. Dennoch verfolgen Washington und Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs rutscht unter 24.000 Punkte: Berichtssaison verliert an Schwung
15.05.2026

Während die US-Börsen von der KI-Euphorie profitieren, zeigt sich der DAX-Kurs vor dem Wochenende deutlich schwächer. Anleger richten...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 20: Die wichtigsten Analysen der Woche
15.05.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 20 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis auf tiefstem Stand seit April: Warum Anleger plötzlich nervös werden
15.05.2026

Der Absturz beim Goldpreis am Freitag überrascht die Anleger. Und auch der Silberpreis steht vor dem Wochenende deutlich unter Druck. Vor...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Rekordaufträge reichen nicht mehr – Zweifel bei Anlegern bleiben
15.05.2026

Rekordaufträge, Milliarden aus Verteidigungshaushalten und neue Großprojekte: Eigentlich spricht vieles für die Rheinmetall-Aktie,...