Deutschland

DIW: Deutschland ist in eine Rezession geschlittert

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht die deutsche Wirtschaft in einer Rezession. Zudem seien die Risiken für den weiteren Verlauf erheblich.
27.10.2022 11:48
Aktualisiert: 27.10.2022 11:48
Lesezeit: 1 min

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) rutschte im Oktober deutlich ab und liegt nun bei 74,3 Punkten. "Deutschland ist in eine Rezession geschlittert", sagte DIW-Konjunkturexperte Guido Baldi am Donnerstag. "Sofern keine Gasmangellage eintritt, dürfte die Wirtschaft aber deutlich weniger schrumpfen als während der Finanzkrise oder im ersten Jahr der Corona-Pandemie." Die Risiken für den weiteren Verlauf blieben aber erheblich.

Gegenwind wird vor allem verursacht von der Energiekrise und hohen Inflationsraten, aber auch von der sich abkühlenden Weltwirtschaft. Dadurch seien sowohl Konsum- als auch Investitionsklima in den Keller gerauscht. Vor allem für die Industrie bleibe die Energiekrise das Hauptproblem, sie trage zu hohen Produktionskosten bei.

"Viele Unternehmen wollen den Winter abwarten und halten sich mit Neuinvestitionen zurück", sagte DIW-Konjunkturexpertin Laura Pagenhardt. "Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland dürften also auch in den kommenden Monaten gedämpft ausfallen. Das drückt die Stimmung."

Ein Lichtblick bleibt den Forschern zufolge die robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt. "Bislang hat sich die kritische wirtschaftliche Situation nicht in einem Abbau von Arbeitsplätzen niedergeschlagen, was den privaten Konsum wenigstens etwas stützt", sagte Baldi. "Wir können vorsichtig optimistisch sein, dass dies auch so bleiben wird."

Das Bruttoinlandsprodukt ist nach Prognose von Volkswirten bereits im Sommerquartal geschrumpft. Die Experten der von Reuters befragten 21 Geldhäuser rechnen für die Zeit von Juli bis September mit einem Rückgang um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht diesen Freitag eine erste Schätzung. Im Frühjahr hatte es noch zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent gereicht. Bei zwei negativen Quartalen in Folge wird von einer Rezession gesprochen. (Reuters)

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